Gitarre Hersteller_PRS
Test
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14.08.2014

PRS Floyd Custom 24 Ten Top Test

E-Gitarre

Edelkracher

Die PRS Floyd Custom 24 Ten Top im bonedo-Test - Wenn man für eine Gitarre die stattliche Summe von über 4000 Euro auf den Tisch blättert, dann möchte man dafür auch den entsprechenden Gegenwert. Wer dieses Geld in eine Paul Reed Smith Gitarre steckt, der kann in der Regel sicher sein, dass er dafür gehobene Gitarrenbaukunst und ein Instrument aus edlen, handverlesenen Hölzern und Materialien sein eigen nennen darf. Erst recht, wenn es sich dabei um eine Custom 24 handelt, den direkten Nachfolger der ersten PRS-Gitarre, die Paul Reed Smith 1985 auf der Winter NAMM dem Fachpublikum präsentierte.

Auch die PRS Floyd Custom 24 Ten Top, die sich zum Test angesagt hat, wird in den USA in den PRS Werkstätten in Stevensville/Maryland gefertigt, kommt mit Original Floyd Rose Tremolosystem und besticht schon optisch durch ihre wunderschöne Ten Top Decke. Doch alles Besondere hat auch seinen Preis, und uns hat es interessiert, ob der sich tatsächlich auch in Sound, Bespielbarkeit und Alltagstauglichkeit niederschlägt.

Details

Korpus

Unsere PRS Floyd Custom 24 kommt in einem Blood Orange Finish, ist aber auch in 16 anderen Lackierungen erhältlich, sodass für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte. Dabei haben alle Modelle den klassischen Mahagoni-Korpus gemeinsam, die gewölbte Ahorndecke gibt es in unterschiedlichen Varianten. Mein Testmodell trägt eine sogenannte Ten Top Ahorndecke, ein Material, das aufgrund seiner Maserung das höchstmögliche optische Qualitätssiegel 10 trägt. Das schiebt den Verkaufspreis der Gitarre natürlich noch einmal ein Stück höher, die Variante mit "normaler" Ahorndecke ist um einige Hunderter günstiger. Für den optischen Rahmen der exklusiven Decke sorgt ein cremefarbenes Binding.

Der Korpus der Floyd Custom 24 kommt im traditionellen PRS-Design mit den zwei versetzten Cutaways und diversen Fräsungen zur besseren ergonomischen Anpassung der Gitarre an den Körper des Spielers. Das Ganze fühlt sich tatsächlich sehr gut an und ist praktisch obendrein, denn die schräge Fräsung am unteren Cutaway ermöglicht eine bequeme Eroberung der Höhen bis hin zum 24. Bund.

Auf dem Korpus haben sich zwei Humbucker, zwei Regler, ein Blade Switch und das Floyd Rose Tremolo niedergelassen (der Modellname der PRS weist ja bereits darauf hin). Dabei handelt es sich um ein Original Floyd Rose, das an zwei Bolzen nach dem Messerkantenprinzip aufgehängt ist und dort auch in der Höhe verstellt werden kann. Die Saiten werden nach altbekannter Floyd-Rose-Manier an der Brücke fixiert, auf der anderen Seite der Mensur komplettiert ein Sattel mit Klemm-Mechaniken das System. So sind die Saiten unverrückbar befestigt und eine hohe Stimmstabilität ist garantiert, vorausgesetzt natürlich, dass das Tremolo ordnungsgemäß auf die verwendete Saitenstärke eingestellt ist. In unserem Fall gibt es aber absolut nichts zu bemängeln, die Gitarre kam bereits bestens gestimmt aus dem Koffer - der übrigens Teil des Lieferumfangs ist. Natürlich bietet auch das hier verbaute Floyd-Rose-System Finetuner am Steg, die mit genügend Spielraum ausgestattet sind, sodass man in praktikablem Rahmen nachstimmen kann, ohne die "normalen" Tuner an der Kopfplatte bemühen zu müssen. Der Tremolo-Arm wird eingesteckt und mit einer Überwurfmutter befestigt. Auch hier sitzt alles fest und ohne Spiel, ist dabei aber flexibel genug, um harmonische Bewegungen zu ermöglichen.

Nichts gibt es also zu meckern, weder bei der Optik noch in Sachen Verarbeitung oder Hardware. Unsere Testkandidatin zeigt sich bis jetzt perfekt und ohne Makel.

Pickups

Die verwendeten Pickups kommen aus eigenem Hause und werden präzise mithilfe einer CNC-Maschine gewickelt, was Toleranzen in der Fertigung minimiert. PRS bezeichnet diese Tonabnehmer als \m/ Pickups, wobei das Symbol \m/ für Metal steht - die Tonabnehmer mit Keramik-Magneten und einer muskulösen Ausgangsleistung sind also für die härtere Gangart konzipiert. Versprochen wird ein aggressives, aber trotzdem artikuliertes Klangverhalten. Wir werden der Sache im Praxisteil selbstverständlich auf den Grund gehen.

 Mit dem Fünf-Wege-Schalter sind neben der normalen Humbucker-Auswahl auch zwei Kombinationen mit gesplitteten Pickups möglich:

1 - Steg-Humbucker

2 - Steg-Humbucker mit Hals-Singlecoil, parallel

3 - Steg-Humbucker und Hals-Humbucker

4 - Steg-Singlecoil und Hals-Singlecoil, parallel

5 - Hals-Humbucker

Hals

Der eingeleimte Hals aus geflammtem Ahorn trägt ein Ebenholzgriffbrett mit 24 perfekt polierten Bünden. Zur Orientierung dienen die bekannten Bird-Inlays, zusätzlich dazu findet man die obligatorischen Punkte an der Halskante. Auch hier ist wieder alles picobello verarbeitet, kein Bund steht ab und der angenehm glatte Hals mit dem Pattern Thin Profil liegt extrem gut in der Hand. Auch bei der Kopfplatte wurde an nichts gespart. Statt schwarzem Lack ziert die Vorderseite eine Schicht Ebenholzfurnier, und in Sachen Stimm-Mechaniken hat man sich im Hause PRS an der alten Weisheit "doppelt gemoppelt hält besser" orientiert. Zusätzlich zum Klemmsattel werden die Saiten auch noch in den offenen Locking-Mechaniken gehalten, die zur Gewährleistung der Stimmstabilität hier eigentlich gar nicht nötig wären, aber auf jeden Fall einen Saitenwechsel ohne viel Kurbelei garantieren. Wenn schon, denn schon ...

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Optik, Verarbeitung
  • Stimmstabilität Floyd Rose
  • Spielgefühl
  • Pickups (Dynamik, Klangübertragung)
  • Sound

  • hoher Preis

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