Gitarre Hersteller_PRS
Test
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01.03.2020

Praxis

Auch wenn das Gewicht bei einer Gitarre dieser Bauart oft noch höher ausfällt, bleiben die etwas über 3,7 kg dieser Single Cut beim ersten Anspielen natürlich nicht ganz unbemerkt. Am Gurt hängt die Gitarre dennoch ausgewogen und auch im Sitzen hab ich nicht das Gefühl, dass sie mir vom Bein rutschen könnte, wie ich es schon bei der einen oder anderen "Paula" erlebt habe. Die E-Gitarre kommt ab Werk mit recht dünnen Saiten und ich gehe davon aus, dass wir es hier mit einer Saitenstärke von .009 - .042. zu tun haben. Meines Erachtens könnte die Gitarre mit ihrer kurzen Mensur eine höhere Saitenstärke vertragen, da das Spielgefühl einfach nicht besonders griffig ist und die Saiten bei härterem Anschlag etwas zum Klirren neigen. Das ist aber meine ganz subjektive Meinung. Hier hilft nur ausprobieren. Das Setup ab Werk ist sonst auch bei dieser SE gelungen und erlaubt eine gute Bespielbarkeit ab der ersten Minute. Die beiden Volume- und Tone-Potis sind übrigens anders angeordnet als bei klassischen Gibson-Gitarren. So befinden sich die Volume-Potis in Anordnung der Tonabnehmer in der oberen Reihe und jeweils darunter das zugehörige Tone-Poti, was eigentlich auch absolut logisch ist. Dennoch drehe ich in den ersten Minuten ständig am falschen Regler. Macht der Gewohnheit!

Für die Aufnahmen kommen heute ein PRS Sonzera 20 Combo und ein Marshall Mini Silver Jubilee Topteil zum Einsatz. Alle Amp-Signale gehen an eine Universal Audio OX Box. Hier habe ich eine 1x12 Box mit einem Jensen P12R Speaker für die cleanen Signale und eine 4x12 Box mit Celestion Greenbacks für die verzerrten Sounds angewählt.

Los geht's mit einer ersten Kennenlernrunde im Clean-Channel.
Ich spiele ein Akkordpicking auf dem Halstonabnehmer und wiederhole diese Prozedur dann auch in den beiden anderen Pickup-Positionen.

Die PRS SE-245 tritt mit einem gesunden Output aufs Parkett, der im Vergleich zu klassisch ausgerichteten Humbuckern ein klein wenig höher ausfällt. Die Pickups wirken dabei gut aufeinander abgestimmt, könnten für mein Empfinden aber eine Spur runder und holziger klingen. Unter der Lupe ist mir außerdem das Quäken in den oberen Mitten etwas zu präsent. Aber keine Sorge, vielseitig einsetzen lassen sich die Pickups im Clean-Channel auf jeden Fall. Dreht man die Höhen ein bisschen zurück, lässt sich der Sound auch weicher gestalten. Für einen genaueren Eindruck hören wir einen Funk Groove in der Mittelstellung und ein paar Jazzakkorde mit dem Hals-Pickup und einer halbgeschlossenen Tonblende.

Es wird Zeit, auf den Marshall umzusatteln. Wie sich zeigt, beherrscht die PRS SE-245 die Farben der Classic-Rock-Abteilung souverän. Bei angezerrten Sounds gefällt mir die Kombination aus beiden Pickups sowohl im Melodiespiel als auch bei breiten Akkorden gut. Auch hier lässt sich mithilfe der Tonblenden das Signal bei Bedarf wieder ein wenig entschärfen.

Mit mehr Gain singt die SE-245 genretypisch sehr schön. Mit dem Halstonabnehmer lässt sich dabei ein vollmundiger und sustainreicher Sound generieren. Für mehr Schärfe sorgt dann der Steg-Pickup. Auch hier habe ich die Tonblende für beide Pickups wieder ein Stück zurückgenommen.

Über das Volume-Poti kann bei mehr Gain das Signal auch bis zu einem gewissen Grad entzerrt werden, wobei in Sachen Transparenz und Definition hier allerdings noch etwas Luft nach oben ist. Knallige Heavy-Riffs setzt die Gitarre ebenfalls sehr authentisch um. Wir hören dazu abschließend noch zwei Hörbeispiele.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • saubere Verarbeitung
  • schickes Design
  • gute Werkseinstellung
  • einfache Bespielbarkeit
  • moderater Preis

  • leichte Abstriche bei der klanglichen Auflösung der Pickups

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