Gitarre Hersteller_PRS
Test
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02.03.2017

PRS SE 277 SH Soapbar VS 2017 Test

E-Gitarre

Vintage meets modern

Mit der PRS SE 277 Semi-Hollow Soapbar Baritongitarre präsentiert Paul Reed Smith wieder einmal ein nicht alltägliches Instrument, das in vielerlei Hinsicht aus dem üblichen Rahmen fällt. Dass die im US-amerikanischen Stevensville im Bundesstaat Maryland beheimateten PRS-Gitarren zu den eher hochpreisigen Instrumenten gehören, ist bekannt. Ein Grund, warum Paul Reed Smith in den 90er Jahren die SE-Serie ins Leben rief, die den Gitarristen ansprechen soll, der auf der Suche nach preiswerteren Instrumenten des Herstellers ist.

Die Instrumente dieser Linie werden in Korea gefertigt und die bisherigen Testkandidaten konnten mit einem sensationellen Preis-Leistungsverhältnis glänzen, wozu auch die durchweg sehr gute Verarbeitung ihren Teil beitrug. Auch die SE 277 gehört in diese Produktionsreihe und will ebenfalls mit großartigen Features zum vergleichsweise günstigen Preis überzeugen.

Details

Optik/Verarbeitung:

Die Gitarre wird in einem sehr vertrauenserweckenden, gut gepolsterten braunen Gigbag geliefert, in dem das Instrument nicht nur sicher aufgehoben ist, sondern an zwei Trageriemen auch bequem transportiert werden kann. In der Tasche befinden sich die wichtigsten Werkzeuge zum Einstellen des Instrumentes, nämlich ein Schlüssel zum Anpassen des Halsstabs und ein Inbusschlüssel zum Feinjustierten der Saitenreiter. Und an ein Klinkenkabel wurde auch gedacht.

Nachdem ich die Gitarre aus der Tasche geschält habe, bin ich doch sehr angenehm überrascht, wie edel sie wirkt! Die toll gemaserte, leicht gewölbte Ahorndecke ist in Vintage Sunburst lackiert und ein echter Hingucker. Das F-Loch und das geringe Gewicht von 3016 Gramm legen nahe, dass wir es hier mit einer Semi-Hollow-Gitarre zu tun haben. Die gesamte Komposition bietet keinerlei Anlass zur Kritik, weder in Sachen Optik noch was die Verarbeitung angeht. Am Übergang von Zarge zu Decke bleibt ein heller Streifen naturbelassen und bildet das "natural binding". Boden und Zargen sind rötlich eingefärbt und lassen ebenfalls die Maserung des Holzes durchscheinen.

Die Decke trägt zwei cremeweiße PRS-Soapbars, die direkt in den Korpus geschraubt sind und mithilfe eines Dreiwegschalters angewählt werden. Bei ihnen handelt es sich natürlich um P-90 Varianten, die wegen ihrer Optik, die in der Tat an ein Stück Seife erinnert, genauso benannt wurden. Kleine Randinformation: Erdacht hat sich diesen Pickup übrigens Gibson bereits 1936! Ein Volume- und ein Tone-Poti dürfen ebenfalls nicht fehlen, beide mit bernsteinfarbenen Knöpfen, die sich ebenfalls geschmeidig in das Erscheinungsbild einfügen. Einzig die Positionierung des Dreiwegschalters ist für meinen Geschmack etwas ungünstig gewählt, denn unterhalb des Tone-Potis ist er doch recht weit entfernt. Aber das ist natürlich eine ganz individuelle Geschichte.

Der aufgezogen 0.14 - 0.68 Satz Saiten wird durch den Korpus in den Steg eingefädelt und läuft über sechs individuell einstellbaren Saitenreiter in Richtung Mechaniken. Die für die Kommunikation mit einem Verstärker benötigte Klinkenbuchse befindet sich in der unteren Zarge und ist mit zwei Schräubchen befestigt. Natürlich dürfen die beiden Gurthalter an altbekannter Stelle nicht fehlen, die mit schwarzen Filzunterlagen versehen sind, um den Korpus nicht zu beschädigen.

Auf der Rückseite gibt es außer den sechs Metallhülsen, durch die die Saiten gefädelt werden, nur noch das Elektronikfach, das mit einer schwarzen Abdeckplatte aus Kunststoff verschlossen ist. Ein Blick hinein zeigt auch hier wie beim Rest des Instrumentes eine saubere Verarbeitung, an der es nichts auszusetzen gibt.

Der Ahornhals besitzt ein Wide Fat-Profil und ist wie bei den meisten PRS-Gitarren mit dem Korpus verleimt. Passend zu Boden und Zargen ist auch er rückseitig rötlich eingefärbt.

Allerdings ist mir hier eine kleine Unsauberkeit aufgefallen, denn beim Übergang vom Hals zum Korpus wurde offensichtlich nach dem Lackieren nachgearbeitet, dabei handelt es sich aber "nur" um einen optischen Makel, der das Bespielen in keinster Weise beeinträchtigt. In das Palisandergriffbrett sind 22 Medium Jumbo Bünde vorbildlich eingesetzt und an den Kanten verrundet. Für die Orientierung sorgen die von Paul Reed Smith bekannten "Birds Inlays" im Griffbrett und weiße Punkte in der Halskante. Auch an diesem Arbeitsschritt gibt es nichts zu bemängeln.

Weiter geht es auf der Reise in Richtung Kopfplatte mit dem Sattel, der eine Breite von 42,6 mm aufweist und die Saiten spielfrei weiterleitet. Direkt dahinter ist eine schwarze Abdeckung zu finden, die den Halsspannstab beherbergt und mit nur einer Schraube befestigt ist. Um mehr Druck auf den Sattel zu bekommen, wurde die Kopfplatte mit sechs geschlossenen PRS Designed Standard-Mechaniken angeschrägt. Der Zusatz 277 im Namen weist natürlich auf die Mensur unseres Testinstruments hin, denn wir haben es hier mit einer Baritongitarre und einer Mensur von 27,7" oder 703 mm zu tun.

Es wird Zeit für ein paar Audiobeispiele!

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • sehr gute Verarbeitung
  • ansprechende Optik
  • sehr gute Bespielbarkeit und Werkseinstellung
  • eigenständiger Sound
  • gutes Preis-Leistungsverhältnis

  • Keins

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