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17.07.2017

QSC K12.2, K10.2 und K8.2 Test

Aktive Fullrange-Boxen

K.2, der Partner mit der lauten Schnauze

Mit der K.2-Serie entert QSC das Marktsegment der 2000-Watt-Fullrange-PAs. Die Modelle sind mit Zwölf-, Zehn- oder Achtzoll-Basstreibern erhältlich und bieten eine umfangreiche elektronische Steuerung, darunter einen parametrischen, vierbandigen Master-EQ, Delay-Anpassung und einen Dreikanal-Mischer. Schauen wir also, was die Wunderkisten zwischen 900 und 1100 Euro können.

Details

QSC verbinde ich mit dem freundlichen Gesicht von Pat Quilter. Der König der Verstärker stieg Ende der 90er des letzten Jahrhunderts ins Lautsprechersegment ein und gab 2009 den Startschuss zur K-Serie. Seit 2011 kümmert er sich mit den Quilter Labs ausschließlich um portable Hochleistungs-Gitarrenamps. Bei QSC im kalifornischen Orange County werden weiterhin PA-Boxen, Endstufen und auch Audionetzwerklösungen entwickelt. Von der neuen K.2-Serie ist QSC so überzeugt, dass Käufer weltweit 6 Jahre Garantie erhalten.

Die wesentlichen Unterschiede zur ersten K-Serie bestehen in der Verdopplung der Spitzenleistung, der Erhöhung der Lautstärke um circa 3 dB pro Modell, dem Hi-Z-Eingang und der Soundbearbeitung per DSP und Display. Genaue Details können beim Hersteller unter den FAQs eingesehen werden.

Die Boxen sind deutlich als PA-Lautsprecher zu erkennen und doch bringen Details wie der leichte Schwung des Frontgitters und die runden Kanten eine gewisse Eleganz. Trotz der bärenstarken technischen Werte ist selbst das größte Modell mit knapp 18 Kilogramm gut zu handhaben.

Alle Boxen sind mit einem 1,4 Zoll großen Titan-Kompressions-Hochtontreiber ausgestattet, die Größe des Woofers lässt sich der Produktbezeichnung entnehmen: acht Zoll (K8.2), zehn Zoll (K10.2) oder zwölf Zoll (K12.2). Bei gleichem Basisdesign ändern sich Größe und Gewicht der stoßfesten ABS-Kunststoffgehäuse je nach Basstreiber.

An der hinteren Kante sind die Gehäuse auf 45 Grad geschrägt, was den Einsatz als Floorwedge begünstigt. Unauffällig sind die vielen Gummifüße, Puffer und Schutzstücke für die verschiedenen Aufstellmöglichkeiten verbaut. Neben bodennahem Aufbau kann die Box auch fliegend über zwei M10-Flugpunkte plus Pullback-Öse montiert oder mit dem optionalen Montageset an einer Wand oder Traverse verschraubt werden. Für den Einsatz auf einem 35-Millimeter-Boxenständer gibt es gleich zwei Flansche (Dual Pole Cup) für die senkrechte oder leicht schräge Ausrichtung von 7,5 Grad. Letzteres dient der gleichmäßigeren Verteilung des Sounds und zur Verringerung von Rückwandreflexionen. Zwei massive und gut ausbalancierte Aluminiumgriffe ermöglichen bequemes Handling.

Das verriegelbare Kaltgerätekabel misst immerhin drei Meter, optional gibt es eine abschließbare K-LOC-Abdeckung für die Elektronik gegen unerwünschte Manipulation. Damit ist QSCs K.2-Serie schon sehr randalefest. Schade nur, dass die Schmelzsicherung nicht ohne Weiteres zu wechseln ist, sie wurde intern verbaut.

Der KS212C Kardioid-Subwoofer war zum Test noch nicht erhältlich. Dieser duale 12-Zoll-Langhuber soll mit 3600 Watt Spitzenleistung nicht nur der neuen K.2-, sondern auch der alten K-Serie ein ordentliches Bassfundament bereiten. Alternativ kann aber auch der bereits bekannte KW181 zum Einsatz kommen.

Elektronik

Auf der Gehäuserückseite befindet sich der Class-D-Verstärker. Er leistet 1800 Watt für den Bass und 225 Watt für den Tweeter (Spitze). Die Kühlung übernimmt ein geräuscharmer Lüfter mit variabler Laufgeschwindigkeit. Bei allen Boxen ist die Elektronik identisch, Unterschiede gibt es beim Frequenzbereich, dem Abstrahlwinkel und der Lautstärke, Details lassen sich den Spezifikationen am Ende des Tests entnehmen.

Der Dreikanal-Mixer verfügt pro Kanal über ein gerastertes Gain-Poti und eine Input-LED. Kanal A und B besitzen eine symmetrische Combobuchse und einen direkten XLR-Ausgang. Kanal A lässt sich von Line auf Mikrofon, Kanal B auf Hi-Z umschalten. Kanal C ist fest auf die Ministereoklinke geroutet. Am symmetrischen XLR-Mix-Out steht das Post-Gain-Monosignal zur Verfügung. Eine Limiterschaltung wacht mit roter Indikator-LED über die Eingangssignale. Die Bedienung erfolgt per Display, Wahlrad und zwei Schalter, wobei es schade ist, dass das Wahlrad nicht auch per Drücken als Enter-Taster genutzt werden kann. Für Settings stehen fünf Speicherplätze (Templates) zur Verfügung. Je nach Einsatzgebiet lässt sich eins von elf EQ-Presets wählen:

  1. Default
  2. Live
  3. Live Bright
  4. Dance
  5. Stage Monitor 1
  6. Stage Monitor 2
  7. Ac Guit/Vox
  8. Bass Amp
  9. Hand Mic
  10. Head Mic
  11. Studio Monitor

Im Subwoofer-Betrieb kann ein Highpass-Filter von 80, 100 oder 125 Hertz gesetzt werden, über das Delay lässt sich die Box von 0 – 100 Millisekunden verzögern, wobei gleich die Umrechnung in Fuß (0 - 113) und Meter (0 - 34) angezeigt wird.

Der Vierband-EQ bietet einen Highshelf von 1 bis 10 Kilohertz, zwei parametrischen Mitten (50 Hertz bis 20 Kilohertz sowie 200 Hertz bis 20 Kilohertz) und einen Lowshelf von 100 bis 500 Hertz. Alle Frequenzen lassen sich von 0 bis -6 Dezibel regeln, wobei die Güte der parametrischen Mitten von 0,4 bis 4,0 einstellbar ist. Klangpuristen dürfen den EQ ausschalten und ein Reset-Button nullt den EQ.

Optionales

QSC bietet reichhaltiges Zubehör an. Dazu gehören passende Tragetaschen, Schutzhauben für den Außenbereich und die bereits erwähnte K-LOC-Sicherheitsabdeckung für die Elektronik. Für die Montage gibt es Boxenständerverlängerungen, Kits für die fliegende Anwendung und Bügel für die Wand- bzw. Traversenmontage.

Pro & Contra

  • Sound
  • 2000 Watt Spitzenleistung
  • rauscharm
  • weiches Limiting
  • Dreikanal-Mixer mit fünf Eingangsoptionen
  • parametrischer Vierband-Master-EQ
  • Delay-Kompensation
  • 6 Jahre Garantie
  • umfangreiche Dokumentation via Internet
  • verriegelbare, extralange Stromkabel

  • Bedienung der DSP-Parameter
  • Schmelzsicherung schwer zu wechseln

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