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Workshop
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07.02.2012

Bewährte Praxis


Sound On Sound hat bereits viele Artikel zum Thema Studio-Akustik veröffentlicht, von denen die meisten kostenlos auf der Homepage des Magazins verfügbar sind (www.soundonsound.com). Außerdem hat die Serie „Studio-SOS“ vielen Lesern im Laufe der Jahre bei der Optimierung ihrer Studios geholfen. Die pragmatischste Herangehensweise ein Heimstudio zu optimieren wäre somit wohl, zunächst unsere Vorgehensweise beim Optimieren dieser Räume zu befolgen:

• Außer bei sehr großen Räumen sollten die Monitore stets in Richtung der längsten Raumachse weisen.
• Die Monitore sollten so symmetrisch wie möglich auf eine Raumseite ausgerichtet sein, aber genügend Abstand zu den dahinterliegenden und seitlichen Wänden aufweisen. Sie sollten nicht in Ecken platziert werden, und der Abstand zwischen dem jeweiligen Lautsprecher und den Seitenwänden sollte sich vom Abstand zwischen Lautsprecher und der Wand hinter ihm unterscheiden. In kleineren Räumen fanden wir es oft hilfreich, die Lautsprecher-Symmetrie durch Drehung eines der Monitore bis zu 300 mm nach innen ein wenig aufzubrechen. Der Grund diese unterschiedlichen Abstände zu erzeugen, ist dass so die Phasenlagen der reflektierten Schallwellen zueinander mehr zufällig sind, und Frequenzspitzen und -beulen gleichmäßiger ausgeglichen werden.
• Die Monitore sollten ein nahezu gleichschenkliges Dreieck mit der Hörposition bilden und so ausgerichtet sein, dass die Hochtöner sowohl in der Horizontalen als auch in der Vertikalen direkt auf den Kopf des Toningenieurs gerichtet sind. • In den meisten kleinen Räumen ist eine umfassende Optimierung des niedrigen Frequenzbereichs nicht praktikabel, aber ihr könnt durch Experimentieren mit der Lautsprecherposition den Bassbereich begradigen. Selbst eine um nur 100 mm veränderte Position kann viel ausmachen. 
• Reflektierende Oberflächen in Lautsprechernähe sollten vermieden werden – zum Beispiel große Schreibtischflächen direkt vor einem Lautsprecher oder Computer-Bildschirme, die die Lautsprecher teilweise verdecken. Falls eure Lautsprecher unbedingt auf dem Schreibtisch stehen müssen, rückt sie nach vorne und stellt sie auf ein kleines Podest, um sie so über die Höhe der Schreibtischplatte zu erheben.

Schnelle Akustik-Tipps

• In einem rechteckigen Raum verursachen die Raummoden beim Abhören am wenigsten Probleme, wenn man 0,38 der Raumlänge von einer der Stirnwände entfernt sitzt, wobei dies in der Regel die den Lautsprechern am nächsten liegende Wand ist. Dies entspricht der Stelle im Raum, an der der Schalldruck mittig liegt zwischen totaler Auslöschung von Frequenzen in der Raummitte und dem Druckmaximum an den Wänden. 
• Potenziellen Reflektionen von Wänden (und Decke) kann Abhilfe geschaffen werden, indem Absorber an den „Spiegelpunkten“ angebracht werden, sodass der Schall aus den Lautsprechern nicht direkt auf die Mixposition reflektiert wird. Die meisten Absorber funktionieren nur für den oberen und mittleren Frequenzbereich, tragen aber dennoch beträchtlich zur Begradigung des Frequenzgangs bei und verbessern zudem die Stereoabbildung. Potentielle Reflektionspunkte gibt es auf jeder Seiten-wand zwischen Hörposition und Lautsprecher, an der Wand hinter den Lautsprechern sowie an der Decke über und kurz vor der Hörposition. Diese Punkte werden Spiegelpunkte genannt, da man sie dadurch bestimmen kann, dass man einen Spiegel flach an die Wand hält; sieht man das Spiegelbild eines Lautsprechers von der Stelle, an der man normalerweise mischt, muss dort ein Absorber angebracht werden.  
• Der hintere Teil des Raumes muss ebenfalls optimiert werden, auch wenn Regale und Polstermöbel für eine natürliche Absorption und Streuung sorgen können. Falls es große Freiflächen an den Wänden gibt, bestimmt die Spiegelpunkte (Reflektionspunkte) und bringt dort ein paar weitere Absorber an. 
• Bearbeitet nicht zuviel der Wandoberfläche, da sich die Mitten und Höhen andernfalls sehr tot und dumpf anhören werden, während tiefe Frequenzen sich genauso „schlecht benehmen“ wie vorher. In den meisten Räumen reicht es aus, maximal 20 Prozent der Wandoberfläche zu verkleiden. 
• Verwendet bitte keine Teppiche an den Wänden, außer vielleicht für kleine dekorative Flächen, da sie lediglich sehr hohe Frequenzen dämmen. Dadurch bringt man den Klang des Raumes noch stärker ins Ungleichgewicht. 
• Verwendet in kleinen Räumen keine Lautsprecher mit Subwoofer oder sehr basslastige Lautsprecher, sonst erhaltet Ihr einen irreführende Resultate. In kleinen und nicht optimalen Räumen erzielt man die besten Ergebnisse durch den Einsatz hochwertiger, kleiner Lautsprecher. 
• Sitzt nicht direkt in der Mitte eines quadratischen Raums, da dort Bässe fast verschwinden. Selbst wenn man beim Aufnehmen dort sitzen muss, verändert beim Mischen die Sitzposition etwas nach hinten oder vorn, damit die Bassfrequenzen präziser klingen.  

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