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Workshop
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07.02.2012

Absorber-Typen

Die gängigsten Absorber für Schallwellen sind porös und absorbieren Schallenergie durch Reibung. Akustikschaum ist leicht und einfach in der Handhabung, allerdings ist Stein- oder Mineralwolle von mittlerer bis hoher Dichte (1,3 – 2,7 kg pro Kubikmeter) ebenso wirkungsvoll und dabei relativ preisgünstig. Schaumstoff kann direkt aus der Packung verwendet werden und lässt sich mit einem elektrischen Messer leicht zuschneiden, während Mineralwolle in der Regel in einen Rahmen eingebracht und mit einem offenporigen Stoff überzogen werden muss, um die Emission von losen Fasern zu verhindern und eine akzeptable Optik zu erhalten. Eine zweckmäßige Größe für einzelne Elemente ist 1200 x 600 mm; das Aufhängen von sechs bis acht Paneelen reicht in der Regel aus, um Reflektionen in einem Heimstudio in den Griff zu kriegen. Die Absorber sollten mindestens 50 mm dick sein (ideal sind 100 mm), und sind für den unteren Mittenbereich noch wirksamer, wenn ihr sie mit ca. 50 – 100 mm Abstand zur Wand anbringen könnt. Generell gilt: je dicker der Absorber, desto niedrigere Frequenzen kann er absorbieren. Ihr könnt die Wirkung des Absorbers erhöhen, indem Ihr einen Luftspalt hinzufügt. Das funktioniert tatsächlich fast genauso gut wie doppelt so dicke Absorber. Paneele aus Mineralwolle sollten sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite mit offenporigem Material verkleidet sein, wenn man sie mit Abstand zur Wand anbringen möchte. Niedrige Frequenzen können durch dickere Absorber eliminiert werden, wenn man sie über Eck oder in Deckenhohlräumen anbringt. In vielen Heimstudios entweicht ausreichend Bass durch Türen, Fenster oder Leichtbauwände, so dass eine zusätzliche Absorption mit Bassfallen nicht unbedingt erforderlich ist. Damit es effektiv ist, braucht man in jedem Fall eine ganze Menge Bassfallen, und das kann in kleinen Räumen schon sehr aufdringlich wirken. Wirkungsvollere Bass-Fallen arbeiten mit gedämpften Paneelen oder Passiv-Membranen; dies zu erklären würde an dieser Stelle jedoch zu weit führen. 

Flatterechos treten zwischen parallelen Wänden oder einer harten Fußbodenoberfläche und der Raumdecke auf. Ein Händeklatschen produziert oft einen deutlich hörbaren schallenden Laut, professionelle Studio-Akustiker umgehen dieses Problem mit nicht-parallelen Wänden, doch an jeder Seite (und direkt über) der Hörposition angebrachte Absorber bieten eine ebenso gute Abhilfe. In größeren Räumen arbeitet man häufig mit einer Kombination aus Diffusion und Absorption, um den reflektierten Schall zu zerstreuen und zufällig zu verteilen. Jede unebene Oberfläche hilft dabei, die Reflexionen zu streuen. Daher können mit Büchern, CDs und ähnlichen Dingen gefüllte Regale an der Rückwand wirklich dazu beitragen, den Klang eines Raumes zu begradigen. Die legendären Eierkartons sind leider, entgegen aller Mythen, wirklich nur zur Aufbewahrung von Eiern geeignet. Das Profil der Kartons ist zu flach, um – abgesehen von ganz hohen Frequenzen – eine wirkungsvolle Streuung zu erreichen. 

Akustische Optimierung muss nicht kompliziert oder teuer sein, und selbst beim Einsatz einfachster Absorber an den Reflektionspunkten solltet Ihr merken, wie der Sound deutlich ausgewogener und präziser wird. und sich das Stereobild verbessert. Absorber müssen auch nicht fest im Raum installiert werden. Man kann Paneele mit Wandaufhängung kaufen oder eigene anfertigen, die man in Mieträumen nutzen und beim nächsten Umzug einfach wieder mitnehmen kann. Auch wenn professionelle Studio-Akustik weitaus komplexer ist, kann der hier beschriebene „mathematikfreie“ Ansatz die Präzision eures Monitorings bereits erheblich verbessern. Zudem liefern Hersteller akustischer Produkte für Heimwerker oft nützliche praktische Hinweise auf ihren Internetseiten.

Nützliche Herstellerlinks

Produkte aus Akustikschaum sind unter anderem von folgenden Herstellern erhältlich: 
• Auralex (www.auralex.com)
• Advanced Acoustics (www.advancedacoustics-uk.com)
• Sonex (www.acousticalsolutions.com)
• Vicoustic (www.vicoustic.com)
• Primacoustic (www.primeacoustic.com)
• EQ Acoustics (www.eqacoustics.com)
Bei Thomann findet ihr eine große Auswahl hier: http://www.thomann.de/de/studioakustik-elemente.html
In der Regel stehen verschiedene Farben und Oberflächenprofile zur Auswahl. Infos zu akustischen Materialien könnt Ihr zum Beispiel bei www.siderise.com bekommen.

Absorber selbst gebaut

Eigene akustische Paneele herzustellen, ist relativ einfach und preisgünstig. Außerdem bekommt ihr so speziell auf eurer Studio abgestimmte Elemente. Hier ist unsere einfache „Studio-SOS-Anleitung“ für die Herstellung eigener akustischer Paneele: 

Bassfallen selbst gebaut

Bass-Fallen für die Wände und Ecken Eures Studios lassen sich ebenfalls ganz leicht selbst anfertigen. Hier zeigen wir zwei von uns favorisierte Beispiele für selbst gebaute Bass-Fallen – sie sind einfach herzustellen und reißen kein Loch ins Portemonnaie. 

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