Software
Test
10
11.08.2020

Reason Studios Reason 11.3 Test

DAW-Software

Neues von der Modular-DAW: Reason Racks als VST3, AU und AAX!

Reason 11.3 von Reason Studios hat die im Sommer 2019 begonnene Wandlung vom DAW-Sonderling zum DAW-Plugin-Hybrid mit der Veröffentlichung der AAX-Version für ProTools nun vollendet. Jetzt sind alle bisherigen Effekte und Instrumente aus dem Hauptprogramm in jeder anderen DAW nutzbar. Obendrein gibt es neue Effekte, Verbesserungen im Workflow und viele Bugfixes. 

Nachdem Reason 2017 in Version 9.5 als quasi letzte DAW das VST-Plugin-Format eingeführt hat, kam auch frischer Wind in die Reason-Community. Viele, die sich zuvor bereits abgewandt hatten, begannen sich bald wieder für das bis dahin leicht in die Jahre gekommene Reason zu interessieren. Reason 10 brachte 2018 dann noch weitere Verbesserungen unter der Haube mit. Dann, letzten Sommer: der Paukenschlag. Kein Propellerhead mehr, kein Rewire mehr, alles heißt jetzt Reason, alles kommt in Racks – hier ist Reason 11.

Details

Nicht mehr ganz so anders

Die größte Neuerung in Reason 11 ist die Möglichkeit, die Reason-Racks als Plugin in anderen DAWs zu nutzen. Alle Racks, also Kombinationen aus Reason-Instrumenten und -Effekten inklusive der so berühmten Kabelwände auf der „Rückseite“ der Geräte, kann man als Plugin in der eigenen DAW laden.

Und das wurde längst Zeit, denn die MIDI- und Audio-Bearbeitungs- sowie Aufnahmemöglichkeiten lagen bei Reason weit hinter denen der DAW-Konkurrenz zurück. Vieles wurde viel zu verspätet eingeführt, der Workflow vom ersten Beat hin zur fertigen Produktion war in Reason einfach zu gewöhnungsbedürftig. Die hauseigenen Sounds und Effekte hingegen waren jedoch schon immer ganz vorne dabei – und die gibt es jetzt für alle DAWs und das macht Sinn!

VST2 vs. VST3

Zur Veröffentlichung gab es erst mal nur die VST3-Version der Racks, die für Logic-Nutzer:innen wichtige AU-Version folgte im 11.1-Update, nun ist in der Version 11.3 noch die AAX-Version für die Myriaden an Pro-Tools-Jünger:innen, die so gerne Reason in ihrer DAW nutzen würden, dazugekommen. Für alle, die DAWs etwas älterer Machart nutzen, das heißt solche, die nur VST2 unterstützen, sei hier die Warnung ausgesprochen, dass Reason Studios nicht vorhat eine VST2-Version der Racks zu veröffentlichen. Das mutet etwas seltsam an, lädt Reason doch selbst auch nur VST2-Plugins. 

New Stuff

Hinzu gekommen sind drei neue Mixer-Rack-Devices, ein Instrument, zwei Effekte und einige heiß ersehnte Workflow-Verbesserungen. So gibt es neue MIDI-Editing-Funktionen, Automationslinien können nun auch kurvig verlaufen, Tracks können endlich auch als MP3 exportiert werden, Crossfades zwischen Audioclips können gesetzt werden und am Zoom-Verhalten wurde gearbeitet.

An den Systemvoraussetzungen hat sich wenig geändert, auch der 4,5 GB große Download ist geblieben. Die DAW gibt es in drei Versionen. Die erste ist die Intro-Version, die neben weit weniger Effekten und Instrumenten auch mit einer in diesem Segment üblichen Beschränkung der Spurenanzahl daherkommt (16). Die zweite Version, die Standardversion, hat diese Beschränkung nicht. Sie bringt alle klassischen Reason-Instrumente wie Thor, Kong, oder Dr. Octo sowie einige Granular-Synthese-Effekte und -Instrumente mit und ist 11 GB groß. Die dritte und letzte ist die Suite-Version. Sie fällt mit 549 Euro nicht nur preislich, sondern auch mit ihrer Ausstattung ins Gewicht – eine 24-GB-Soundlibrary sowie 73 Instrumente und Effekte, hier geht man in die Vollen.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Reason Racks als Plugin machen sämtliche Reason-Effekte und Instrumente in allen DAWs nutzbar
  • Workflowverbesserungen beschleunigen Arbeit in Reason
  • MP3-Export
  • Neue Effekte bieten komplexe Modulationsmöglichkeiten

  • Plugin-Version sorgt in Ableton Live für Abstütze
  • DAW unterstützt nur VST2
  • Bei großen Projekten wird es schnell unübersichtlich

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X