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Test
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28.07.2016

Reloop Beatmix 2 MK2 Test

DJ-Controller mit Audiointerface

Schwarz und schlank

Reloop Beatmix 2 MK2 ist ein DJ-Controller zur Steuerung von zwei Serato-Decks. Mixer, Jogwheel und FX, das gehört mittlerweile auch in den untere Preiskategorien schon zum Standard, doch zusätzlich verspricht er einen intuitiven und direkten Zugriff auf Seratos Cue-, Sample- und Loop-Funktionen, indem für jedes Deck acht Drumpads bereit stehen. Mit einem Preis von 239,- Euro richtet sich das Gerät vor allem an DJ-Einsteiger. Die erste Version des Reloop Beatmix 2 kam bereits im Januar 2015 auf den Markt. Mit dem Nachfolger setzt Reloop auf ein schickes schwarzes Design. Wie schlägt sich das DJ-Tool im Test?

Details

Mit dem Beatmix 2 besteht die Möglichkeit, zwei Decks einer MIDI-Learn-fähigen DJ-Software direkt anzusteuern. Unmittelbaren Zugriff auf deren Funktionen bieten die beiden Jogwheels, die Mixer- und Transportsektion, die FX-Leisten und 16 Drumpads. Der Controller wird mit „Serato DJ Intro“ ausgeliefert. Ein Upgrade auf die Vollversion „Serato DJ“ kostet 99 US$. Mit dieser lässt sich unter anderem das Set intern aufzeichnen und man hat Zugriff auf weitere, von iZotope entwickelte Effekte. Um auf einer Veranstaltung ein DJ-Set zu spielen, ist man allerdings dann auch mit einem fähigen Laptop im Gepäck und dem vorliegenden Hardware-Software-Bundle direkt am Start und benötigt eigentlich nichts Weiteres.

Erstkontakt

Der ansprechenden Verpackung liegt ein hochwertiger Quick-Start-Guide bei, den man bei anderen Herstellern durchaus auch schon in weniger aufwändiger Form gesehen hat, cool! Auf fünf Seiten werden die grundlegenden Funktionen und (Anschluss-) Möglichkeiten anschaulich dargestellt und erklärt. Die Hersteller-Website offeriert neben aktuellen Treibern und MIDI-Mappings für Native Instruments Traktor auch einige kurze Video-Tutorials. Auch wenn diese speziell den großen Bruder Beatmix 4 zeigen, können sie doch beim Verständnis enorm helfen, gut gemacht!

Äußerlichkeiten

Der Beatmix 2 MK2 setzt auf ein schlichtes, schwarz gehaltenes Design und ist mit Maßen von 31,7 x 49,2 x 3,5 cm durchaus als groß zu bezeichnen. Auf der Waage werden 2,5 kg angezeigt. Dass Reloop ihren Controller mit dem Kürzel „MK2“ versehen, ist reines Marketing, denn technisch weist der Testkandidat gegenüber seinem Bruder mit der weißen Unterschale keine Neuerungen auf.   Das nach unten abgerundete Gehäuse mildert den wuchtigen Eindruck ein wenig, doch in eine normale Umhängetasche oder einen Rucksack wird der Beatmix kaum passen. Maßgeblich verantwortlich dafür sind die wirklich sehr großen, mit Aluminium beschichteten Jogwheels, die mit Abstand die meiste Fläche einnehmen und auf den ersten Blick hochwertig wirken. Im Gegensatz zum großen Bruder Beatmix 4 ist das Jogwheel allerdings nicht beleuchtet.

Insgesamt ist das Layout der Oberfläche erfreulich aufgeräumt, es fällt einem leicht, Überblick zu gewinnen. Von oben nach unten aufgebaut finden sich auf jedem der zwei Decks eine Effektsektion mit vier FX-Potis, die Transportsteuerung mit dem Jogwheel, Shift-, Sync-, Cue-Play-, Cue- und Play-Buttons sowie Pitch-Bend-Taster und Pitchfadern. Die Padsektionen sind mit Pad-Mode-Tastern und acht Sample-Drumpads ausgestattet.

Die zentrale Mixer-Abteilung ist mit Channel-Gain, Dreiband-EQs und Vorhörtaste bestückt, weitere Kontrolle ist via Channel-, Sampler- und Crossfader möglich. Die Vorhörtaster schalten in den entsprechenden Modus, der mittels Phone-Gain und Cue-Mix reguliert wird. Über allem thront der Master-Gain zur Regulierung der Ausgangslautstärke. Ein Track-Select-Encoder ermöglicht im Zusammenspiel mit der Back- und den Track-Load-Tasten direkten Zugriff auf die Musikbibliothek und Playlisten.

Haptisch macht der Beatmix 2 einen sehr guten, hochwertigen Eindruck. Das Gerät wirkt trotz überwiegendem Kunststoffanteil sehr stabil, große Gummifüße sorgen für einen sicheren Halt. Die Jogwheels sind mit einer Aluminiumplatte bestückt und von einem Plastikrahmen umgeben, die Bewegung der Teller geht locker und äußerst geschmeidig von der Hand. Die Potis fühlen sich gut an, durch die Einkerbungen lassen sie sich rutschfrei drehen, der Einrastpunkt ist gut zu treffen und nicht zu stark. Durch das großzügige, luftige Layout haben die Regler genügend Abstand zueinander, lediglich die mittleren FX-Potis beider Seiten sind sehr nah am Jogwheel platziert. Das könnte unter Umständen zu Unfällen führen.

Die Pitchfader sind angenehm schwergängig, dank 14 Bit lässt sich die Geschwindigkeit der Decks gut und exakt regeln. Mit weniger Widerstand lassen sich die der Sampler- und die beiden Channelfader bedienen, noch einmal eine Stufe leichtgängiger ist der Crossfader. Unterschiede, die gewünscht und logisch sind.

Die Drumpads bestehen aus Gummi und machen einen robusten Eindruck. Um Samples abzufeuern oder Loops zu setzen, reichen sie aus. Besondere Feinfühligkeit ist durch einen ungenauen Druckpunkt damit nicht zu erreichen, wird aber in der Regel wohl auch nicht benötigt. Im Gegensatz dazu stehen die restlichen Taster aus Kunststoff: Diese bestehen nur aus Druckpunkt, wirken stabil und sind, wie alle Taster des Geräts, beleuchtet. An der Rückseite des Beatmix 2 sind ein USB-Port und ein Stereo-Cinch-Out zu finden. An der Vorderseite wurde ein Mikrofoneingang samt Level-Gain platziert. Außerdem bietet der Controller praktischerweise gleich zwei Kopfhörerbuchsen in 3,5 und 6,35 Millimeter Größe. Praktisch, wenn mal wieder der Kopfhöreradapter verschwunden ist. Das ist ein extra Lob wert! 

Installation

Die Installation Serato DJ Intros ging leicht vonstatten, lediglich das Zusenden des Download-Links via E-Mail funktionierte nicht reibungslos, man war sich nicht recht sicher, ob ein einmaliges Anfordern gereicht hat, da die Mail sehr zeitverzögert und erst nach mehrmaligem Anfragen ankam. Nach dem Erhalt des Download-Links und der Installation der Software auf dem Testrechner (iMac, 21,5", Ende 2013, 2,7 GHz Intel Core i5, 8 GB RAM) funktionierte der Beatmix plug´n´play.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Tolle, berührungsempfindliche Jogwheels
  • Dualer Kopfhörerausgang für Mini- und Standardklinke
  • Aufgeräumtes Layout
  • Robuste Verarbeitung

  • Keine Pegelanzeigen (Kanäle/Master)
  • Keine FX-On/Off-Buttons

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