Hersteller_RME
Test
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16.10.2013

Praxis

Das MADIface hat entgegen der alten RME-Tradition kein gedrucktes Handbuch mehr an Board. Dieses braucht man aber auch gar nicht: Die Installation war denkbar einfach, wobei ich trotz der mitgelieferten Treiber-CD lieber gleich die neueste Version geladen habe, welche mittlerweile auch nur noch aus einem kleinen Installer besteht. 

Am Rande der positive Hinweis, dass man bei RME nicht „genötigt“ wird, sich zu registrieren, was Download-Zugriffe ungemein beschleunigt und bei vielen amerikanischen Firmen leider oftmals nicht der Fall ist. Eigentlich hätte ich als treuer Fireface UFX Nutzer die „zusätzlichen Treiber“ nicht wirklich gebraucht, da sie im Grunde identisch zu denen des MADIfaces sind. Praktisch: Kennst du ein RME-Interface, kennst du quasi alle! Genauso einfach verhielt sich dann für mich auch die restliche Bedienung. Am Gerät selber gibt es aufgrund der kompakten Maße ja auch nichts einzustellen. Zum Vergleich nochmal ein schönes Gruppenfoto mit meinem iPhone.

Mit dem MADIface alleine kann man nur relativ wenig anfangen. Deswegen war ich froh, dass mir während des Testzeitraums in meinem Studio der SPL Madison zur Seite stand, womit ich auch den ein oder anderen „analogen Test“ realisieren konnte. Kurzum: Hierbei gab es keine besondere Vorkommnisse zu vermelden, alles lief wunderbar und wie erwartet. Unterschiedliche MADI-Modes einstellen, Routing-Varianten ausprobieren, etc. -  alles das war kein Problem!

Nur wer wirklich umfangreiche, digitale Set-Ups auffährt oder Wandler „stückelt“, könnte einen Wordclock-Anschluss - den das MADIface XT übrigens zu bieten hat - am hiesigen USB-Gerät vermissen. Ich lehne mich in Unkenntnis der technischen Hintergründe also einfach mal weit aus dem Fenster und behaupte: Zwei umschaltbare Wordclock-I/Os hätten den BNC-Buchsen sicherlich besser gestanden als das coaxiale MADI und die vielen Repeater/Routing-Funktionen.

Apropos Routing, hier bietet RME verschiedene, umfassende Möglichkeiten: Standard ist ein 64-Kanal Routing mit dem TotalMix DSP-Mixer (jeweils 64 Eingang-, Playback- und Ausgangskanäle), wobei entweder der coaxiale oder der optische Eingang zur Verfügung stehen.

Dann gibt es noch den 128-Kanal-Ausgangs Modus, der im Prinzip identisch zum Standard ist, aber von TotalMix aus auf 128-Ausgangskanäle routen kann. Der optische und der coaxiale Ausgang kann hierbei also unabhängig von Playback und MADI-Input voneinander genutzt werden.

Außerdem gibt es das sogenannte 1:1 Routing, was ohne TotalMix auskommt und auch Stand-Alone zur Verfügung steht: Der mit Kabeln belegte Eingang geht dann direkt zur Aufnahme, und die Wiedergabe wiederum geht parallel zu den beiden Ausgängen, welche demnach gespiegelt werden.

Als kleines Sicherheitsfeature bietet es sich außerdem an, Auto-Select auszuwählen, was zwischen zwei angeschlossenen Eingängen automatisch wählt. Bei Redundanz-Betrieb schaltet das MADIface so auch in Echtzeit auf den anderen Eingang um, sobald der aktuell ausgewählte Übertragungsweg ausfällt. Was will man mehr?

Pro & Contra

  • Günstig
  • USB-Anschluss
  • Äußerst Kompakt
  • pragmatische Ausstattung

  • Kein Wordclock I/O

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