Gitarre Hersteller_RockBoard
Test
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23.09.2019

Rockboard MOD 5 Test

Cab-Sim und DI-Patchbay

Smarter Strippenzieher

Beim Rockboard MOD 5 Cab-Sim und DI-Patchbay handelt es sich um eine weitere Modul-Option für die Pedalboards aus dem Hause Warwick. Das Konzept ist sehr funktional und gleichzeitig flexibel, denn die Rockboards sind allesamt mit einem Einschub versehen, in den man das entsprechende Modul, genannt MOD, einstecken kann. Der Zweck liegt vor allem darin, die Verbindungen vom Bord in Richtung Amp, Rack oder FOH zu patchen und damit kürzere Kabelwege zu generieren.

Mehrere unterschiedliche MOD-Varianten sind erhältlich, beginnend mit Klinken- und XLR-Patchbays bis hin zu einer Patchbay-MIDI-Kombination. Das MOD 5 geht aber noch einen Schritt weiter, denn es kombiniert eine dreifache Patchbay mit einer DI-Box und einer Cabsimulation, die das Benutzen von Impulsantworten gestattet, die sogar selbst importiert werden können. Hier erfahrt ihr, wie das MOD 5 sich klanglich und funktional präsentiert.

Details

Gehäuse/Optik

Das Rockboard MOD 5 steckt in einem rechteckigen, schwarzen Metallgehäuse mit den Maßen 160 x 38 x 77 mm (inkl. Potis und Frontplatte) und reiht sich damit in die genormten Maße der übrigen MOD-Einheiten ein. Die gut beschriftetet Frontplatte ist abnehmbar, sodass die Einheit auch auf Pedalboards anderer Hersteller ihren Platz findet.
Frontseitig zeigen sich vier Klinkeneingänge, ein XLR-Out, zwei Kippschalter, ein Miniklinken-Kopfhörerausgang, ein Mikro-USB-Eingang und zwei Drehregler. Eine grüne LED rechts oben signalisiert, dass das MOD 5 mit Strom versorgt wird. Rückseitig befinden sich ebenfalls vier Klinkenbuchsen, der Anschluss für das optional erhältliche 9V-Netzteil und ein Kippschalter.

Insgesamt wirkt das MOD 5 sehr robust und wertig verbaut. Die Anschlüsse sind mit Kunststoffmuttern am Gehäuse verschraubt und die Potis machen einen zuverlässigen Eindruck. Einzig bei der Verschraubung der Frontplatte am Gehäuse hätte man sich höherwertige und evtl. weniger fest angezogene Schrauben gewünscht, da das Abmontieren extrem schwerfällt und die Gefahr sehr groß ist, dabei die Kreuzschlitze zu beschädigen.

Zum Lieferumfang gehören Montageschrauben inklusive Kontermuttern, wobei Warwick hier sogar eine Ersatzschraube beigefügt hat, sowie den passenden TX-Schlüssel und ein passendes USB-Kabel. Zum Montieren des MOD im Rockboard-Rahmen wird es einfach in die dafür vorgesehene Öffnung eingeführt, wobei die Montageschrauben beim Eindrehen ein Gewinde in die vorgebohrten Löcher schneiden.

Bedienung

Das MOD 5 kann in Kombination mit dem Pedalboard nun mehrere Aufgaben übernehmen:

Zum einen lassen sich Setups so patchen, dass man z.B. die Vier-Kabelmethode mit einem Amp mit Einschleifweg benutzt.
Dazu schließt man die Gitarre an die Pedale an, die vor der Vorstufe sitzen, geht von diesen in den rückseitigen Input A und schleift sie über die Frontseite in den Amp. Nun geht man vom Send des Amps in den Input B an der Front, führt das Kabel über die rückseitige Buchse B in die Effektsektion, die hinter der Vorstufe sitzt (z.B. Modulations- und Delay-Effekte), geht von dort in den C an der Rückseite und schleift das Signal vom Front C in den Return des Amps. Der Vorteil ist bei diesem Setup, dass ich bei Amps mit FX-Loop meine Effekte optimal platzieren kann, ohne viel Kabelgewirr am Board in Kauf nehmen zu müssen. Zum anderen kann ich aber auch Amps ohne Einschleifweg nutzen, indem ich frontseitig die Buchsen A und B einfach patche. In diesem Fall hängen dann zwar alle Effekte vor der Preamp-Sektion, aber dennoch kann ich mit dem gleichen Board beide Amp-Varianten bespielen.
Übrigens ist der MOD 5 kein Lastwiderstand, d.h., niemals den Speaker-Out eures Amps mit dem Modul verbinden!

Das MOD kann aber noch mehr, denn als DI-Box bietet es die Möglichkeit, das Signal direkt in ein Mischpult oder die DAW zu führen. Hierzu muss der Signalfluss in den rückseitigen IR/DI In und über den frontseitigen XLR-Out geführt werden. Nun kann ich bei Brummproblemen den Groundlift-Schalter zurate ziehen und auch auswählen, ob das Signal den XLR-Out symmetrisch (BAL) oder asymmetrisch (UN) verlässt. Von Herstellerseite wird die symmetrische Variante (BAL) bei Monosignalen empfohlen. Ob Stereo- oder Monobetrieb eingesetzt wird, lässt sich rückseitig anwählen.
Der große Clou des MOD ist allerdings, dass man das DI-Signal mit einer Speakerfaltung belegen kann, die an dem siebenfach gerasterten Drehschalter an der rechten Frontseite ausgewählt wird. Zur Auswahl stehen sechs Onboard-Impulsantworten der gängigen Cab-Modelle, inklusive eines Bass-Cabs, und man hat natürlich auch die Möglichkeit, die Frequenzkorrektur gänzlich zu deaktivieren. Der Parallel-Out an der Front, der nicht mit der Cabsimulation belegt ist, ermöglicht sogar, Direkt- und Speakersimulationssignal simultan auszugeben.

Folgende Speaker-Modelle kommen mit dem MOD 5:

USB Anbindung und Laden eigener IRs

Das MOD 5 ist mit einem USB-Anschluss versehen, der Firmwareupdates oder aber das Speichern eigener Impulsantworten ermöglicht. Dazu lädt man den Editor von der Website herunter, wobei hier sogar noch ein kostenloses IR-Erweiterungspaket der Firma Mooer zum Download bereitsteht.
Die Installation sowie das Update auf die aktuellste Version erweist sich als vollkommen problemlos und die grafische Aufmachung der Software wirkt ansprechend und intuitiv:

Das Laden eigener IRs mit maximal 1024 Samples gestaltet sich ebenso barrierefrei: Einfach auf das Plus-Symbol klicken, eine Drittanbieter-IR auf der Festplatte auswählen und schon wird diese auf dem entsprechenden Platz abgelegt. Die Werks-IR ist jedoch nicht verloren, sondern kann durch das Minus-Symbol wieder zurückgeholt werden, wobei die neue, selbstgewählte IR natürlich wieder gelöscht wird.

Für das heimische Üben mit Pedalboard bietet der MOD 5 auch einen Kopfhörerausgang mit eigenem Lautstärkeregler. Auch dieses Signal ist mit der Speakersimulation belegbar und der Klang ist über meinen AKG K240 tadellos.

Kombiniert man nun alle im MOD 5 befindlichen Möglichkeiten, sind komplexe Setups möglich, wie z.B. die Vierkabel-Methode, die das Durchschleifen des Signals ohne Cab-Simulation an einen Amp und gleichzeitig die Weitergabe mit Cab-Simulation an ein Mischpult erlaubt, so wie im folgenden Beispiel:

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • flexible Routingmöglichkeiten
  • saubere Verarbeitung
  • Laden eigener Impulsantworten
  • Kompaktheit
  • Kopfhöreranschluss

  • Schrauben zum Entfernen der Frontplatte schwer lösbar

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