Hersteller_Roland Gitarre
Test
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26.04.2013

Roland Cube Lite Test

E-Gitarren Modeling-Übungsverstärker

Wohnzimmer-Sparringspartner

Der Roland Cube Lite im bonedo-Test - Roland hat die beliebte Cube Amp Serie um ein weiteres Exemplar vergrößert, das im Gegensatz zu den Standard Cube-Amps nicht unbedingt nach Rock´n´Roll aussieht. Die Begründung dafür erfährt man gleich auf der Herstellerwebsite, denn hier wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Cube Lite in einem attraktiven Design für moderne Wohnräume konzipiert ist.

Rock ‘n’ Roll ade? Langweilig und uncool oder eher der bekannte Wolf im Schafspelz, der mit unauffälligem Aussehen nach dem Ok der Gattin Einzug in die gute Stube hält und dann bitterböse Metall-Riffs ausspuckt? Im folgenden Test werdet ihr mehr darüber erfahren.

Details

Gehäuse/Optik

Zur optimalen Abstimmung mit dem Interieur des Raumes ist der Wohnzimmer-Amp in den drei Farben Weiß, Rot und Schwarz erhältlich. Zwei Stereolautsprecher und ein Subwoofer dienen der Soundübertragung, alle Speaker messen drei Zoll und die Gesamtleistung beträgt 10 Watt. Das reicht zwar schon für eine leicht erhöhte Zimmerlautstärke, für den Bandeinsatz ist das Gerät aber definitiv nicht geeignet. Der Cube Lite dient ausschließlich dem Training in den heimischen vier Wänden und dafür gibt es noch ein nettes Feature obendrauf, doch dazu später mehr.

Der Stubenhocker hat auch keinen Tragegriff, steht aber relativ sicher auf seinen vier Gummifüßen. Man muss aber dazu sagen, dass der Miniaturamp aufgrund seiner Maße und seines geringen Gewichts von 1,7 Kilo durchaus in einer kleinen Tasche oder einem Korb transportiert werden kann. Die Vorderseite ist komplett mit schwarzem Boxenbespannstoff versehen, lediglich die Bassreflex-Öffnung am unteren Rand bleibt frei. Auf der Oberseite befindet sich das Bedienfeld nach hinten versetzt, hier sind fünf Regler und ein Taster zum Umschalten der COSM-Ampsimulationen beheimatet. Die Anschlüsse sind am oberen, leicht abgeschrägten Teil der Rückseite geparkt.

Bedienfeld

Der Cube Lite ist mit drei unterschiedlichen Amp-Simulationen ausgestattet, die eine große Bandbreite an Gitarrensounds abdecken und über den Amp-Taster aufgerufen werden können. JC Clean steht für unverzerrte Töne, Crunch deckt alles zwischen leichter Übersteuerung und Mid Gain ab, und mit Extreme hat man ein Amp-Model für die hochverzerrten Sounds. Die Farbe der LED über dem Taster zeigt an, welches Modell gerade klingt: JC Clean - grün, Crunch - orange, Extreme - rot. Mit dem Drive-Regler wird der Verzerrungsgrad eingestellt und Volume bestimmt die Endlautstärke. Die Klangregelung findet mit Bass- und Höhenpoti statt. Ganz rechts außen wartet außerdem ein Split-Regler, der für die integrierte Effektsektion zuständig ist. Er bietet die Wahl zwischen Chorus und Reverb, wobei die Chorus-Intensität auf der ersten Hälfte (7 bis 12 Uhr) eingestellt wird, der Reverb startet kurz nach 12 Uhr und je weiter der Regler dann aufgedreht wird, desto stärker ist der Hall-Effekt zu hören.

Rückseite

Wie schon erwähnt sind alle Anschlussmöglichkeiten auf der Rückseite zu finden, neben der Buchse für das Netzteil und dem Gitarreneingang auch zwei Miniklinken-Anschlüsse. Dabei handelt es sich um den Kopfhörer-Ausgang und einen Aux-In mit regelbarer Lautstärke. Hier können MP3-Player oder andere Line Level-Zuspieler angeschlossen werden. Dieser Anschluss hat aber noch eine Zweitfunktion, die sich über das mitgelieferte 4-Pol Miniklinken-Kabel erschließt. Mit ihm kann eine Verbindung mit einem iOS-Gerät (iPhone, iPad, iPod Touch) hergestellt werden, die es ermöglicht, mit der Boss Cube Jam App Songs zum Jammen abzuspielen und eine Gitarrenspur dazu aufzunehmen. Das klingt interessant und macht neugierig.

Cube Jam App

Die App kann kostenlos für die entsprechenden Geräte im iTunes Store heruntergeladen werden. Das Haupt-Display des Players ist sehr übersichtlich gestaltet, links der Fader für den Eingangspegel mit virtueller LED-Kette, auf der rechten Seite der Master Level, ebenfalls mit Aussteuerungsanzeige. Dazwischen sind zwei fette Buttons für Record und Mix. Wenn man zum geladenen Song etwas aufgenommen hat, ändert der Rec-Level Fader seine Funktion und dient zum Justieren des Pegels der aufgenommenen Spur. Stimmen die Lautstärkeverhältnisse, muss einfach nur der Mix Down Button gedrückt werden und beide Signale werden zusammengemischt und intern in der Library unter einem neuen Namen abgelegt. Jetzt kann man entweder den neuen Song laden und eine weitere Gitarrenspur einspielen oder den Song ins Netz stellen (Facebook, Soundcloud, Dropbox, etc.), damit zum Beispiel ein Kollege seinen Senf dazugeben kann. Ein sehr gutes Tool, um auf einfachste Weise Ideen auszutauschen. Zum Üben gibt es noch ein paar nette Funktionen, die man bei den Bedienelementen findet:

Speed

Das Tempo des geladenen Tracks kann in Zehn-Prozent-Schritten nach unten und oben verändert werden. Dazu gleich ein Beispiel, einmal der Backing Track im Originalzustand und dann mit veränderter Geschwindigkeit (80% und 70% langsamer).

Center Cancel

Signale in der Stereomitte lassen sich mit der Aktivierung dieser Funktion ausblenden, je nach Aufnahme sind das in der Regel Soli oder Lead-Vocals.

Pitch

Die Tonhöhe des aufgenommenen Songs kann in Halbtonschritten (-6 bis +6 Halbtöne) nach oben und unten verschoben werden. Auch hier gibt es eine akustische Kostprobe, das vorher bereits angespielte Backing einmal einen Halbton und dann drei Halbtöne nach unten verschoben.

A/B

Wer nur eine kurze Passage im Song heraushören oder üben möchte, kann mit den Markern A und B die Stellen markieren und dann im Loop abspielen lassen.

Die Jam App macht einen guten Eindruck, vor allem, weil sie grafisch sehr übersichtlich gestaltet ist und sich dadurch sehr einfach bedienen lässt. Sie ist mit allen nötigen Funktionen ausgestattet, die man zum Üben und Jammen benötigt. Einziges Manko ist die Tatsache, dass man immer nur zu einem bestehenden Track aufnehmen kann. Wem jetzt gerade das Killer-Riff einfällt und es mal eben schnell ganz isoliert aufnehmen möchte, der kommt hier nicht weiter. Bei der Aufnahme kann man zwar den geladenen Track ausblenden, aber im Mixdown Modus ist die Lautstärke des Backings nicht einstellbar, sodass man es herunterregeln und nur das Monster-Riff archivieren könnte. Das ist aber nicht so dramatisch, denn mit der Sprachmemo-Funktion aus den iPhone-Dienstprogrammen zum Beispiel geht das einwandfrei.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • einfache Bedienung
  • klein und unauffällig
  • Cube Jam App

  • Klangübertragung
  • dynamische Ansprache der Amp-Modelle

Gehört zu dieser Serie

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