Hersteller_Roland
Test
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20.06.2014

Praxis

Bedienung

In der Praxis ist die bereits erwähnte unscharfe Trennung zwischen Single-Modus und Studio-Set zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, bietet aber einen großen Vorteil: Tastatur-Splits und -Layers gehen extrem schnell von der Hand. Will man dem gerade gespielten Sound einen weiteren hinzufügen, braucht man nur den zusätzlichen Klang auszuwählen, Key-Range einzustellen und los. Effekte müssen nicht extra kopiert werden, da diese ja bereits vorliegen. Problematisch ist allerdings der Umgang mit Hall-Effekten. Denn da sich alle Sounds den gleichen Reverb-Send-Effekt teilen, ist beim Durchskippen von Sounds immer der gleiche Hall und vor allem der gleiche Hall-Anteil zu hören. Das Upright-Piano hat also den gleichen großen Raum wie ein Orchester oder die Blechbläser. Somit klingen einige Sounds beim ersten Hören schlechter als sie eigentlich sind.

Praktisch ist hingegen die Favoriten-Liste, die bei 2000 Sounds die Orientierung erleichtert und schnellen Zugang zu lieb gewonnenen Sounds ermöglicht. Außerdem lässt sich hier auch eine Abfolge von Sounds etwa für eine Setlist erstellen. Dabei ist auch eine Kombination aus Einzelsounds und Studio-Sets möglich.

Mit der Sound Modify Matrix und ihren sechs Drehpotis hat man schnellen Zugang zu diversen Parametern wie beispielsweise einem Lowpass-Filter, EQ und einem globalen Effekt, den man per Poti auswählen und dessen Effekttiefe man regeln kann.

Schade ist, dass in einem Studio-Set keine externen MIDI-Parts integriert werden können. Der FA-08 als Schaltzentrale in einem kompletten MIDI-Setup wird also nicht funktionieren. Auch einen Software-Editor sucht man (bislang) vergeblich.

Sounds

Die Klangpalette des FA-08 ist umfangreich und deckt alle Brot-und-Butter-Bereiche ab. Zunächst wären da drei gut klingende Flügel, und auch das Upright Piano ist (nachdem man den Reverb gewechselt hat) nicht übel. 

E-Pianos und Orgeln sind in großer Zahl vorhanden und klingen ebenfalls sehr gut.

Bei den Streichern gibt es Brauchbares und weniger Brauchbares:

Insgesamt jedoch wenig Überraschungen. Blechbläser sind ja traditionell ein schwieriges Feld und der FA-08 macht da leider keine Ausnahme. Hier zu hören mit dem Original-Reverb:

Die Synthesizer-Palette hingegen ist sehr breit aufgestellt und bietet sowohl sehr schöne Flächen als auch warme Lead- und Brass-Sounds. Hier ist sehr viel Gutes dabei, vor allem bei den SuperNATURAL Synth Tones.

Insgesamt kann man festhalten, dass der FA-08 sich klanglich keine Blöße gibt, aber jetzt auch nichts wirklich Neues oder Herausragendes liefert. Ein solider All-Inclusive-Soundlieferant, mit dem man für die meisten Anforderungen gut gerüstet ist.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • große, solide Soundauswahl
  • gute, gewichtete Tastatur
  • unkomplizierte Erstellung von Splits und Layers
  • Verwendung als USB-Audiointerface möglich
  • integrierter Pad-Sampler

  • kein Import von Files über USB-Stick
  • Sample-Pads können keine MIDI-Noten senden
  • Reverb-Effekt nur als Aux-Weg

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