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Test
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21.05.2020

Roland KC-600 Test

Keyboardverstärker

Neuer Sound für Bühne und Übungsraum

Lautstärke und Reserven sind in fast jeder Bandprobe wichtig, besonders wenn man als Keyboarder mit anderen Instrumentalisten zusammen spielt. Schließlich gilt es oft, sich gegen eine Klangwand aus E-Gitarren und Schlagzeug durchzusetzen. Aber auch ein guter und ausgewogener Klang sind heutzutage bei Keyboard-Verstärkern ebenfalls Pflicht, gilt es doch den Sound des Tasteninstrumentes möglichst detailreich und clean an den Zuhörer zu bringen. Und das nicht nur im Übungsraum, sondern auch live auf der Bühne, wo der Keyboard-Amp entweder als alleiniges Abstrahlmedium verwendet wird, oder als Monitor Einsatz findet, wenn das Keyboard-Signal von dort an eine Pa weitergeleitet wird.

Das Marktangebot an Keyboard-Amps zeigt sich recht vielschichtig; es gibt sie in den unterschiedlichsten Ausführungen und Preisklassen. Um hier mitzuhalten, muss ein Keyboardverstärker neben Leistung und Leistungsreserven auch klanglich in der oberen Liga spielen, was Roland mit einem Update der KC-Keyboard-Verstärker-Serie in die Tat umgesetzt hat. Wir schauen uns im Test einmal den KC-600 an, der im Reigen der Roland-Keyboardamps die goldene Mitte darstellt.

Details

Äußeres Erscheinungsbild

Zu den Kompaktverstärkern gehört der KC-600 definitiv nicht mehr. Alleine das Gewicht mit 29 kg, aber auch die Maße von 59 x 59 x 44,5 cm (H x B x T) machen das deutlich. Dafür ist der Verstärker extrem robust aufgabaut, ein kleiner Panzer. Somit eignet er sich auch als Sitzmöbel, unter Umständen sogar für zwei Leute, besonders, weil auch alle Anschlüsse auf der Rückseite zu finden sind. Im Auslieferungszustand steht der KC-600 auf stabilen Gummifüßen, wer den Weg zur Bandprobe allerdings schiebend absolvieren will, kann die ebenfalls im Lieferumfang befindlichen Rollen montieren. Eine kurze Anleitung dazu ist dem Handbuch zu entnehmen. 

Hinten, oben und an den Seiten wurde der Verstärker in den oft für diesen Zweck verwendeten, sehr robusten Stoff eingekleidet. Das erfüllt definitiv seinen Zweck und sieht auch gut aus, allerdings lässt dieses Material Schmutz nur sehr ungern wieder los. Schon kurz nach dem Auspacken sind auf der Oberseite des Gerätes Staub- und Schmutzpartikel zu sehen, die sich nur unter Einsatz geeigneter Mittel entfernen lassen kann. 

Der Hingucker schlechthin ist definitiv der große 15‘‘-Custom-Tieftöner, der rein optisch schon eine Menge her macht. Gut geschützt vom stabilen schwarzen Metallgitter, kann man dessen Dimensionen nur erahnen, der Eindruck bleibt aber imposant. Durch den auf der Oberseite angebrachten, groß dimensionierten Transportgriff lässt sich der KC-600 auch ohne Rollen zielsicher manövrieren. Wer mit Rückenproblemen zu kämpfen hat, sollte davon aus Sicherheitsgründen aber lieber Abstand nehmen und die Rollen montieren, mit denen sich der Amp mühelos schieben lässt.

Anschlüsse und Bedienelemente

Die Anschlüsse des KC-600 auf der Rückseite des Gerätes sind in zwei Reihen organisiert. In der oberen Reihe finden wir vier Eingänge, die jeweils entweder Stereo oder Mono betrieben werden können. Kanal 1 verfügt zusätzlich über einen XLR-Mono-Eingang, an den ein Mikrofon direkt angeschlossen werden kann. Das ist für kleine Combos oder die, die alleine performen möchten praktisch, um darüber zum Beispiel Ansagen zu machen oder einfach zu singen. Das Output-Signal kann entweder über Klinke- oder über XLR-Buchsen ausgegeben werden. Der GND-Switch (Ground Lift Switch) kann dabei helfen, Netzbrummen, das durch das Anschließen verschiedener Instrumente entstehen kann, zu verhindern.

Die untere Reihe bietet zusätzliche Ein- und Ausgänge. Da ist zuerst einmal der Kopfhörer-Ausgang, gefolgt vom sogenannten Stereo-Link. Über Letzteren lassen sich zwei KC-Amps zu einer kleinen PA zusammenschließen. Dadurch erhält man zusätzlich Eingänge und durch die beiden Lautsprecher-Systeme auch eine Stereo-Wiedergabe. Als nächster Port folgt ein Sub-Out, für einen zusätzlichen Subwoofer. Aux-In bietet die Möglichkeit, Klangquellen wie ein Smartphone oder Laptop anzuschließen, entweder über kleine Klinke oder mittels Cinch.  

Die Bedienelemente befinden sich praktischerweise dagegen auf der Oberseite des Verstärkers. Die Lautstärke der vier Kanäle ist über die korrespondierenden Regler unabhängig voneinander einstellbar. Über den Output-Selektor wird das Ausgabeziel gewählt: Nur Kopfhörer, Kopfhörer und Lautsprecher, oder Kopfhörer, Lautsprecher und Line-Out gleichzeitig. Die nächsten beiden Regler stehen für das Aux-In- und das Kopfhörer-Output-Level und daneben folgt der drei-bandige EQ, nebst Shape-Funktion. Dadurch werden die Höhen und Tiefen des Signals angehoben, ähnlich wie bei der Loudness-Funktion alter Stereoanlagen. Master-Regler und Power-Knopf runden die Bedienelemente ab.   

Pro & Contra

  • Ausgewogener, neutraler Klang
  • Leistung satt
  • 4-Kanal-Mixer für schnelle Balance aller angeschlossenen Klangerzeuger
  • Drei-Band-EQ und Shape-Funktion ermöglichen präzise klangliche Korrekturen
  • Anschluss eines zweiten baugleichen Verstärkers für Stereo-Wiedergabe über Stereo-Link
  • Robust gebaut

  • Hohes Gewicht
  • Keine integrierten Effekte

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