Hersteller_Roland
Test
3
21.05.2020

Praxis

Wie klingt der Amp?

Die Beschallung erfolgt beim KC-600 über ein Zwei-Wege-Lautsprechersystem, bestehend aus einem 15‘‘-Custom-Tieftöner und einem Horn-Tweeter. Angetrieben werden diese über die komplett überarbeitete Verstärkersektion, deren Leistung auf 200 W erhöht wurde, das sind 20 Watt mehr als beim Vorgänger. Das Eigenrauschen ist auffällig leise und wird eigentlich erst hörbar, sobald man den Master-Regler auf über 5 regelt. Im Test-Einsatz macht der KC-600 eine super Figur. Klaviere, E-Pianos, Orgeln und auch Synths klingen brillant und einfach gut. Der Drei-Band-EQ und die Shape-Funktion ermöglichen blitzschnelle Eingriffe, falls ein Bell-Sound dann doch ein bisschen zu brillant in den Höhen erscheint, oder man aus einer Orgel störende Bässe herausnehmen möchte. Genauso gut klingt ein angeschlossener Drum-Computer. Die Transienten der Sounds kommen gut durch, sind tight und knackig. Der Verstärker bildet einen lebendigen Drum-Groove ab, der den Kollegen in der Bandprobe absolut als Taktgeber dienen kann. Besonders fällt auf, dass die gespielten Sounds bei der Wiedergabe fast keinerlei Verfärbungen unterliegen, was den KC-600 von günstigen Pendants deutlich unterscheidet. Die Sounds klingen recht neutral, so, wie man sie von Recordings, oder über den Kopfhörer-Ausgang des verwendeten Instruments her kennt.

Auch die Wiedergabe aktueller Chart-Musik mittels Smartphone und Laptop über den Aux-In des KC-600 lässt das Ohr des Testers nicht schlecht staunen. Man vergisst fast, dass man seinen Sound ‚nur‘ über einen Keyboard-Verstärker hört, wodurch mit dem KC-600 auch jede Privat-Party beschallt werden kann. Die Leistung reicht dafür definitiv.

Final teste ich noch den direkten Anschluss eines Mikrofons über den ersten Kanal des Gerätes. Ein SM-58 liefert über den KC-600 ebenfalls einen klaren und druckvollen Sound, den ich durch die Verwendung des integrierten EQs noch an meine Stimme angepasst habe. Der verbaute Verstärker kommt sehr gut mit dem nicht übermäßig lauten Ausgangssignal des meist genutzten dynamischen Mikrofons der Welt klar, denn Leistung ist reichlich vorhanden. Ich regle den Eingang auf 7 (0-10) und das Master-Volume auf 5, wodurch bereits eine satte Lautstärke erreicht wird. Spaßeshalber drehe ich das Master-Volume weiter auf und erhalte spätestens bei 8 ein Signal, das auch der Nachbar auf der anderen Straßenseite selbst bei geschlossenen Fenstern hören dürfte. Wer über den Amp singen möchte, sollte ein Effektgerät haben, denn der Amp bietet keine internen Effekte, die man den einzelnen Kanälen zumischen könnte. Das ist ein bisschen schade, zumal Digitaltechnik heute nicht teuer ist und einige andere Hersteller dieses Feature in ihren Amps an Bord haben.

Pro & Contra

  • Ausgewogener, neutraler Klang
  • Leistung satt
  • 4-Kanal-Mixer für schnelle Balance aller angeschlossenen Klangerzeuger
  • Drei-Band-EQ und Shape-Funktion ermöglichen präzise klangliche Korrekturen
  • Anschluss eines zweiten baugleichen Verstärkers für Stereo-Wiedergabe über Stereo-Link
  • Robust gebaut

  • Hohes Gewicht
  • Keine integrierten Effekte

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