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Test
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17.01.2021

Roland TR-6S Rhythm Performer Test

Drum Machine & Sampler

Die große TR-06 oder die kleine TR-8S ?!

Roland überrollt uns förmlich mit Neuankündigungen: Die TR-6S ist dabei ähnlich zur bereits vor kurzen getesteten TR-06 Boutique, fügt sich aber dennoch mehr in den Aira-Kosmos.

Ähnlich wie bei der großen MC-707 und der kleinen MC-101 Groovebox, möchte man meinen, gibt es die TR-8S nun auch als „kleine“ TR-6S. Ist der schwarze Block damit eine vollständige Drum Machine?

Details

Die kompakte TR-8S

Die Roland TR-6S ist im Prinzip eine um Hardware-Bedienelemente reduzierte Variante der TR8-S und bietet viele klassische Roland-Modeling-Sounds, FM-Klänge und Sample-Support.

Es gibt also nicht nur jede Menge 606, 707, 727 808 und 909 Kicks, Snares, Claps, Hats, Cymbals, Toms sondern auch einige ziemlich fette Synth-Sounds. Letzteres ist ein dickes Plus gegenüber der Boutique 606.

Wie die TR-06 lässt sich auch die TR-6S mit Batterien betreiben, ein Miniklinken-Anschluss für Kopfhörer ist ebenfalls vorgesehen. Einen eingebauten Speaker hat die 6S nicht, dafür aber große Klinke hinten!

7-Spur Sequenzer

Der kompakte 7-Spur Sequenzer mit seinen sechs frei wählbaren Instrumenten und der Attack-Spur kann mit klassischem Lauflicht programmiert werden, um Beats und kleinere Melodien bzw. Bässe per Step zu formen.

Einen Keyboard Mode gibt es nicht, man kann entsprechende Synth Sounds aber mit Coarse/FM-Tune um bis zu +/-24 Halbtonschritte per Step verschieben.

Es gibt außerdem 16 Pattern à acht Bänke, was in Summe 128 Pattern macht. Der Sequenzer bietet 16-Steps pro Spur und Pattern, wobei jedes Pattern acht Variationen (A-H) sowie zwei Fill-Ins beinhaltet, was allein für einen kompletten Song ausreicht!

Die Variations kann man wie Pattern chainen, um komplexere Beats zu programmieren. Die TR-8S hatte dafür dedizierte Tasten, bei der TR-6s hingegen muss man Variations drücken um die Funktion "Variations A-H" mit den Step-Tastern zu erreichen.

Sechs Instrumente

Sechs Instrumente gibt es gleichzeitig und werden als Kit organisiert, wovon es max. 128 gibt. Das passende Kit wird zum Pattern geladen und bietet pro Instrument zum dedizierten Volume-Fader noch drei weitere Parameter im Direktzugriff: Tune, Decay und CTRL, wobei letzterer verschiedene Gastrollen innehat. 

Je nach ausgewählten Instrument sind die drei Regler für das entsprechende Instrument oder die Master-Effekte nutzbar – mehrere Instrumente gleichzeitig bedienen, wie bei TR-8S oder TR-8 geht also nicht. Mit Hinblick auf den kompakten Formfaktor und eine gute Haptik wäre aber auch kein Platz für noch mehr Regler.

Die Bewegungen der Potis und einiger Schalter können außerdem als „Motions“ in die Pattern als eine Automation aufgenommen werden; Instrumente, Reverb, Delay sowie Master-FX werden damit allesamt via Motion spielbar.

Unter der Haube, sprich im Instrument-Menü, gibt es noch viele weitere Optionen pro Instrument bzw. Sound, wie bei der TR-8, nämlich: Tune, Decay, Morph, Level, Gain, Pan, Reverb Send, Delay Send, LFO, LFO Depth und FX. 

 

Sehr viele, gute Effekte

Der FX wiederum bietet die Unterarten: Spread, Ring Mod, Freq Shift, Saturator, Crusher, Comp+Drive, Drive, Compressor, Transient, Isolator, L/H Boost, L Boos, H Bosst, LPF/HPF, LPF, HPE, THRU. Alter Verwalter, dass ist ne ganze Menge! Mit dem VALUE Push-Encoder Bedienkonzept ist der Umfang jedoch gut zu bewerkstelligen. Der Compressor allein ist äußerst komplex und sorgt für den "Production Ready Sound" auch auf der Bühne

Erwähnenswert sind zudem die Step-Effekte für den Sequenzer in Form von Step-Loop, bei dem ein Step für die Haltedauer mit 1/16, 1/32 und 1/64 gespielt wird, oder Sub-Step, das zu einem Repeat einer einzelnen Note führt, sprich der 1/16-Step wird zu 2/32, 3/48 oder 4/64 bzw. Flam. Shuffle rundet die Sache ab, Propability oder dergleichen sucht man vergebens.

Neben Stromversorgung mit Batterien steht alternativ USB bereit, Batterien sind Teil des Lieferumfangs. Es gibt außerdem den dicken und bewährten USB Typ-B Anschluss am Gerät zu vermelden, welcher zusätzlich die Übertragung von Audio und MIDI übernimmt. Entweder in Verbindung mit dem Computer, wenn entsprechende Treiber geladen sind, oder direkt mit dem Roland MX-1 Mischpult. Eigene Samples kann man per SD-Card-Slot einladen, einen Storage-Mode via USB gibt es ebenfalls. Der Power-Schalter macht, was man erwartet.

Audioseitig gibt es große Klinke für den Stereo-Main-Out sowie eine frontseitige Miniklinke für den Kopfhörer. Beide werden gemeinsam im Volume geregelt. MIDI-Buchsen und Kensignton-Lock runden das Ganze ab, einen Audio-In wie bei der TR-06 hat es nicht und eine Einzelzuweisung der Instrumente für die beiden Ausgänge ist ebenfalls nicht vorgesehen. Man kann das allerdings mit dem L/R faken, kommt sich dann jedoch mit den Send-FX in die Quere. Roland macht es einem aber auch echt nicht leicht …

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Kompakt und solide, aber nicht fummelig

  • Mobil dank Batterien und USB Typ-B
  • 6-Spur Sequenzer mit Motion Record

  • Fette Sounds, viele Effekte
  • Üppiger Pattern-Speicher

  • Kein Keyboard-Mode

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