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Test
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05.01.2015

Samson MixPad MXP 144 FX Test

14-Kanal-Analogmischer mit FX-Board und USB-Schnittstelle

Der gut klingende Notizblock für den Proberaum

Samson Audio brachten 2014 zwei neue Analogmischpulte in der Kompaktklasse heraus. Zum einen das MXP 124 und zum anderen das MXP 144, welches Gegenstand dieses Testberichts ist. Es verfügt über 14 Kanäle, einen integrierten FX-DSP, ein USB-Audiointerface und kostet 249 Euro (UVP). Die Maßgabe bei Samson Audio für das MixPad war, einen günstigen, leichten 14-Kanal-Mischer mit Effekten und bidirektionalem USB-Anschluss zu bauen, der hohen Qualitäts-Ansprüchen genügt, einen klaren, satten Sound bereitstellt, einfach zu benutzen ist und eine Premium-Performance bietet, die seriöse Musiker von einem Mischpult erwarten. Dies alles gilt es, im Test auf den Prüfstand zu stellen.

Details

Das MixPad 144 FX macht schon beim Auspacken einen guten Eindruck, denn aus der Hochglanz-Verpackung kommt nicht nur ein rock-solides Mischpult mit einer metallenen Frontplatte und einem Kunststoffkorpus im schicken Design zum Vorschein, sondern auch das Layout ist auf dem ersten Blick übersichtlich und schlüssig. Kurzum: Ich habe das Gefühl, ein hochwertiges Produkt in den Händen zu halten. Erste Probedrehungen der Potis bestätigen diesen Eindruck.

Der Name MixPad ruft in mir direkt eine Assoziation zu einem Notepad oder einem Notizblock auf und tatsächlich unterstreicht die spartanische Ausrüstung des MXP 144 FX diesen Eindruck: 14 Eingangskanäle und vier Ausgangskanäle plus ein FX-Board hören sich vorerst nach viel an, aber ziehen wir den Stereo-Return von den Eingängen ab, bleiben noch 12 Kanäle übrig, von denen acht Kanäle auch noch vier Stereo-Inputs sind. Sollte das Mischpult mit einzelnen Monosignalen beschickt werden, bleiben noch acht reale Kanäle übrig, die per Klangregelung beeinflussbar sind. Das Eingangs/Ausgangsterminal des MXP 144 FX ist recht komplex für einen Kompaktmixer und liefert eine Menge Optionen hinsichtlich der Kombination von Stereo- und Monosignalen. Daher ordne ich die Kanäle in sieben Gruppen: Die Gruppen 1-3 unterscheiden sich nur in den Eingängen. Alles ab der Klangregelung ist hier identisch. Mehr dazu im Abschnitt: „Klangregelung - Busse – Fader“.

Gruppe 1: Kanal 1-4

Die ersten vier Kanäle können sowohl mit Mikrofonen als auch mit Mono-Line-Signalen belegt werden. Zusätzlich gibt es pro Kanal eine Insert-Buchse, an der sich externe Effekte einschleifen lassen. Der Gain-Regler pegelt eine Verstärkung für Mikrofone von +5 dB bis +45 dB sowie für Line-Signale von -20 dB bis +20 dB ein. Das zuschaltbare Hochpassfilter (HPF) greift bei 80 Hz abwärts ein und hat eine Flankensteilheit von 12 dB pro Oktave. Abgerundet wird diese Gruppe von einem "One-Knob-Kompressor“. Dreht ihr den Kompressor auf, steigert sich die Kompressor-Ratio von "weich" auf "hart". Leise Töne sollen also verstärkt und laute Peaks weich abgefedert werden. Dazu mehr im Praxisteil.

Gruppe 2: Kanal 5-8

In dieser Gruppe sind die Kanäle 5/6 und 7/8 zu jeweils einem Kanalzug zusammengefasst. Der Insert-Kanal ist einem zweiten Line-Input gewichen, daher können pro Kanalzug entweder ein Mikrofon, ein Monosignal oder ein Stereosignal angelegt werden. Das Gain-Poti und das Hochpassfilter weisen die gleichen Werte auf wie in Gruppe 1. Auf eine Kompression wurde für diese Kanalzüge leider verzichtet.

Gruppe 3: Kanal 9-12

Bei dieser Gruppe sind wieder vier Kanäle zu zwei Stereospuren zusammengefasst, wobei jede Stereospur auch mit jeweils einem Monosignal betrieben werden kann. Im Eingang befinden sich je ein Stereo-Cinch-Pärchen und zwei Klinkenbuchsen. Gain-Regelung, Insert, HPF und Kompressor fehlen gänzlich.

Gruppe 4: Tape Optionen/USB

Das MXP 144 FX verfügt über je einen Tape-In und -Out im Stereo-Cinch-Format. Auf der Rückseite des Pultes ist eine USB-Buchse Typ-B verbaut, die den digitalen, bidirektionalen Tape-In/Out des Pults realisiert. Beide Eingänge lassen sich entweder parallel auf den Main-Mix oder auf den Mix 2 und den Kopfhörerausgang schalten und per Potenziometer in der Lautstärke regeln. Der Tape- und USB-Ausgang sind fest mit dem Main-Mix verbunden und senden mit einer Verstärkung von -10 dBV.

Gruppe 5: Send/Return

Der Return-Kanal (13/14) wird über zwei Klinkenbuchsen gefüttert und mit einem 60-Millimeter-Fader auf den Bus gemischt. Es macht sogar Sinn, den Stereo-Return als Kanalzug zu nutzen, obwohl weder eine Gain- noch Klangregelung oder Bus-Routing angeboten werden. Ich muss noch vorwegnehmen, dass das Pult über zwei Busse verfügt, die mit „MON“ für Monitor und „FX“ für Effekte beschriftet sind. Die Summen der jeweiligen Busse werden über je eine Klinkenbuchse in der Sends-Gruppe bereitgestellt. Da bei diesem Pult eine Effektsektion integriert ist, brauchen wir nicht unbedingt einen externen Effekt zurückzuführen und den Bus Nr.1 tatsächlich als Monitorweg für eventuelle Live-Situationen nutzen. Das bedeutet, dass wir einen ganzen Stereokanal für einen weiteren Musiker nutzen dürfen. Beispielsweise für einen Keyboarder, der normalerweise ohnehin mit gutem Klang, Effekten und einem ordentlichem Pegel vorangeht. An dieser Stelle könnte aber auch die Summe eines vorgeschalteten Mischpultes eingeschliffen werden, etwa von einem Drummer. Die Möglichkeiten sind hier offen, aber wunderbar übersichtlich im Mastermix einzubinden. Über dem Fader des Return-Kanals befinden sich die Master-Potis für MON und FX. Hier wird die generelle Lautstärke der jeweiligen Busse global geregelt.

Gruppe 6: FX-Kanal

Wie in Gruppe 5 beschrieben, füttert der FX-Kanal bei geöffnetem FX-Bus Master-Poti den internen Effekt-Chip, der eine Sammlung von 100 Effekten in 10 Kategorien bereithält und mit einem eigenen Fader auf den Masterbus zumischbar ist. Zusätzlich können die erzielten Effekte noch auf den Monitorbus geroutet werden, damit die Mitmusiker die Atmosphäre fühlen und eventuell beim Performen mit dem Effekt "arbeiten" können. Der Effektkanal verfügt zusätzlich über einen Einschalter (ON). Mit dem Select-Wahlschalter lassen sich die einzelnen Effekte anfahren, abzulesen an der zweistelligen LCD-Anzeige. Zu den einzelnen Gruppen und deren Klang, Sinn und Zweck kommen wir später im Praxisteil.

Gruppe 7: Master-Terminal

Der Master-Ausgang ist in „Main-Mix“ und „Mix 2/ Phones“ aufgeteilt. Der Main-Mix verfügt über ein Paar XLR-Buchsen und zwei zusätzliche Klinkenbuchsen für das linke und rechte Signal. Eine Insert-Möglichkeit für Master-Effekte wie Summenkompressor, Equalizer oder Ähnliches ist nicht vorgesehen. Die Lautstärke wird über den Masterfader geregelt. Parallel dazu steht der Output „Mix 2“ mit zwei Klinkenbuchsen für das linke und rechte Signal zur Verfügung, welches mit einem Potenziometer über dem Masterfader geregelt wird. Gleichzeitig dient dieses Poti auch für die Kopfhörerlautstärke, die mit einer Stereoklinkenbuchse aus dem Pult geführt wird. Darüber kommt die bereits in Gruppe 4 erwähnte Regelung des Tape/USB-Eingangs. Gekrönt wird die Master-Sektion von einer achtstelligen LED-Kette zur Anzeige der Master-Lautstärke. Daneben befinden sich die Power-LED und der Schalter für die globale Phantomspeisung der sechs Mikrofoneingänge.

Klangregelung - Busse - Fader

Für die zuvor genannten Gruppen 1-3 stehen in jedem Kanalzug eine Klangregelung, ein Monitorbus, ein FX-Bus, der Balance-Regler, eine Peak-Anzeige, ein Mute-Schalter und ein 60 Millimeter langer Kanal-Fader zur Verfügung. Als Klangregelung kommt ein Dreiband-Equalizer mit fest eingestellten Werten bei 12 kHz für Hi, 2,5 kHz für Mid und 80 Hz für Low zum Einsatz. Die Frequenzen lassen sich entweder um bis zu 15 dB absenken oder um 15 dB anheben.

Pro & Contra

  • Guter Klang im neutralen Modus
  • Mute-Schalter pro Kanal
  • Guter Kompressor-Algorithmus
  • 100 hervorragende Effekte
  • Zwei getrennt regelbare Main-Mixes
  • Gute Rauschabstandswerte

  • Keine PFL-Funktion
  • Equalizer klingen hart
  • Keine Mittenparametrik
  • Digitale Störgeräusche am USB-Ausgang

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