Keyboards
Test
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12.01.2021

SND ACME-4 Test

MIDI-Clock-Master/Shifter

Alles im Groove, oder was?


Es gibt Probleme, von denen weiß man lange Zeit gar nicht, dass man sie hat. MIDI Timing- Schwankungen beispielsweise sorgen besonders zwischen modernen Computern und Drummachines für unangenehmes Eiern, Driften und Stolpern. Das allein bereitet bei der Aufnahme Kummer und Sorge. Mal kommt die Kick zu früh, mal zu spät, und bei Takt 33 ist spätesten alles seltsam außer Sync. Und überhaupt – gestern groovten meine Machines ohnehin viel zusammen besser! Alles Einbildung?

Keineswegs, die Probleme sind technischer Natur. MIDI war als kontinuierlicher serieller Datenstrom angedacht und stößt als solcher bei USB mit variablen Puffern an sein Limit. Dann ‚No-Name‘ USB-Hubs oben drauf und gute Nacht. Keine guten Voraussetzungen jedenfalls um musikalisch-tighte 16tel oder gar externe MIDI-Clocks zu generieren. 

Aber Hilfe naht! Der aktuelle „Trick 17“ ist es jedenfalls Audio anstatt USB für Timing-kritisches zu nutzen. Audioströme werden – ganz vereinfacht gesagt – mit deutlich höherer Priorität in den verschiedenen Datenbussen des Computers behandelt und driften damit deutlich weniger.

Details

Viermal MIDI-Clock zum Grooven

ACME-4 steht für Advanced Clock Management Engine und die Zahl ‚Vier‘ für die Anzahl der unabhängigen Ausgangschannels. Jeder Channel bietet je zwei Ausgänge, wovon einer immer als DIN-MIDI-Out-Buchse ausgelegt ist. Ausgang 1/2 bieten zusätzlich DIN-Sync-24-Buchsen und die Ausgänge 3/4 dann entsprechend Trigger-Outs (Clock/Reset).

Alle erhalten die gleiche gobale MIDI-Clock, die man zwischen den vier Ausgängen aber noch grob und fein mit individuellen Potis verschieben kann. Beispielsweise kann man angeschlossene Drummachines auf diese Weise im Groove gegeneinander verschieben. Zum einen aus rein technischen Gründen – falls unterschiedliche Maschinen unterschiedliche Latenzen haben – zum anderen aus kreativen Gründen, um unterschiedliche Sequenzer miteinander „grooven“ zu lassen. 

Eine Verschiebung von von bis zu +/-30 ms und in 16tel Schritten ist dabei gleichzeitig möglich. Ferner kann man den Speed eines Kanals halbieren oder verdoppeln. Darüber hinaus lässt sich für jeden Out außerdem ein anderer Swing einstellen und jeder Kanal auch individuell starten und stoppen – alles tight zu einem Master! Mit der neuen Editor-Software lassen sich sogar unterschiedliche Swing-Groove-Pattern laden. Ziemlich viel musikalischer Spielraum für ein derart nüchternes Gerät.

MIDI-Master

Die Master-Clock kann die ACME-4 selbst erzeugen oder aus einem analogen Trigger bzw. externen MIDI ableiten. Letzteres ist aus der Eingangs beschriebenem Problematik jedoch nicht unbedingt zu empfehlen. Es braucht also einen analogen Trigger – und denn kann man relativ simpel erzeugen.

Zum einen gibt es ein dediziertes Plug-In zum anderen ein Sample, was man in den Sampler einer DAW laden kann und mit 16tel spielt. In Ableton Live und auch in meiner Maschine+ hat das alles wunderbar geklappt – hat mich allerdings auch einen Audioausgang des Interfaces gekostet. Via Mono-Klinke habe ich die AMCE-4 dann verbunden – und schon klappte es mit dem Sync sowie Start/Stop ohne Probleme.

Clock only?!

Die ACME-4 nutzt den analogen Audio-Eingang nur zur Zuführung der Clock via Trigger. MIDI-Daten werden über Audio hier nicht mit übertragen, was man beispielsweise mit Expert Sleepers USAMO machen kann.

Möchte man weitere MIDI-Daten, wie Noten und Control-Changes senden bietet die ACME noch ein USB-Interface, was quasi ganz konventionell verwendet werden kann. Die Daten werden dabei in den MIDI-Clock-Stream getunnelt, wenn man so will. Jeder der vier Ausgänge kann mit einem eigenen Port angesprochen werden, die ACME selbst wird über einen fünften Port angesprochen. Natürlich kann die ACME auch MIDI Clock über USB senden, allerdings ist das aus denselben Jitter-Gründen wie andersherum nicht zu empfehlen.

Video

Pro & Contra

  • Individuell shiffbare MIDI-Clock auf vier Ausgängen

  • Umschalter für doppeltes oder halbes Tempo

  • Ultra-präzise MIDI-Clock aus Audio-Trigger

  • Solides Metallgehäuse

  • Duale Ausgänge

  • Hoher Preis

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