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Test
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04.01.2020

Softube Console 1 Fader Test

Hybrider DAW-Controller mit Drive

Die Softube Console 1 wird kompletter!

DAW-Controller mit Motorfader gibt es reichlich und die Idee der Symbiose aus Hard- und Software ist nicht neu. Viel getan hat sich seit der Mackie Control Universal aber leider nicht – und das ist nun 17 Jahre her! 

Verschiedene Hersteller haben das zugrunde liegende Protokoll zwar aufgegriffen und für ihre Zwecke genutzt – so richtig „flawless“ war das aber alles nicht, zu universell der Ansatz und kaum ein DAW-Hersteller hat sich die Mühe gemacht, wirklich bessere Konzepte zu entwickeln, Presonus vielleicht einmal explizit ausgenommen. Um ein Mischpult-Workflow zu emulieren, gehört schließlich mehr als Automationskurven malen zu können. Nun kommt Softube überraschend um die Ecke und bittet mit Console 1 Fader zum Tänzchen mit den Schiebereglern.

Details

Proprietäre Lösung

Console 1 Fader ist ein geschlossenes Paket aus Hard- und Software von Softube. Fader 1 versteht sich perfekt mit „Console 1 ohne Fader“ und bildet mit ihn zusammen eine tolle Symbiose zum umfangreichen Mischen am Computer.

Fader 1 ist für die Volume Automation sowie die übergreifende Verzerrung/Sättigung einzelner Kanäle gedacht – „Console 1 ohne Fader“ hingegen zeigt sich für die Bedienung der Channelstrips inklusive EQ, Gate und Compressor verantwortlich. Bei beiden handelt es sich um einzeln und eigenständig nutzbare Produkte inklusive großen frei skalierbaren GUI-Overlay am Computerbildschirm. Die passende Grund-Software, ein Universal-Netzteil und USB-Kabel gehören bei beiden zum Lieferumfang.

Für Console 1 ohne Fader im Besonderen – und im Prinzip teilweise auch für Console 1 Fader – gibt es außerdem Erweiterungen und Software-Add-Ons, die den klassischen Klang von analogen Größen wie API, Neve, Summit und SSL in den Rechner holen. 

Major Players Support

Console 1 und Console 1 Fader sind dabei keine Universal-Controller im eigentlichen Sinne, sondern Speziallösungen, die sich aber trotzdem teilweise mit UA UAD-2-Plugins verstehen und sich ziemlich gut mit ausgewählten DAWs verzahnen. Dazu gehören: Presonus Studio One 3.3, Sonar, Reaper 5.50, Cubase 9.5.10 und seit neustem auch Ableton Live 10 in der aktuellen Beta-Version. Hintergrund: Damit das alles richtig geil funktioniert, braucht es VST3 mit „PreSonus VST extensions“. DAWs wie Logic, Pro Tools und weitere werden zwar ebenfalls unterstützt, verschmelzen aber noch nicht so gut.

Solide Hardware

Bevor wir in die Tiefen absteigen ein paar Worte zum Offensichtlichen: Der Console 1 Fader ist ein solider Blechkasten mit 10 motorisierten Fadern. Das bedeutet: Änderungen in der Software werden an die Hardware in Form von sich allein bewegenden Fadern zurückgegeben, es können Automationen geschrieben und überschrieben werden und man kann natürlich unkompliziert zwischen mehr als nur 10 virtuellen Kanälen hin und her springen – die Motorfader stellen sich ruck zuck auf ihre neue Position ein.

Die Haptik ist ziemlich gut und die Fader relativ schnell und leise. Hinzu kommen viele kleine Taster und LEDs, die klar verteilt sind und ihre Funktion auch ohne Studium des Handbuchs verraten. Das graue Design ist hübsch, nordisch-kühl, aber leider etwas zu minimalistisch. Die Taster sind mir also etwas zu fummelig geraten und hätten wuchtiger ausfallen dürfen. Das stört vielleicht das Auge – die Finger freut es aber umso mehr, vor allem wenn sie die Funktionen „blind“ erspüren können.

Dedizierte Kontrolle

Jeder Kanal verfügt neben dem Fader über eine 10 Segment LED Level-Anzeige sowie Taster für Solo, Mute, Bypass und Focus/Select, ja sogar Phase-Reverse ist am Start. Auch die meisten Buttons haben LEDs, einige bieten sogar Farbänderungen, was zusätzlich bei der Navigation hilft. Die Pegel-LEDs helfen ebenfalls bei der Navi, sind von der Seite aber schlecht zu erkennen. Außerdem gibt es eine kleine, frei belegbare Transport-Sektion, einen Encoder für Detail-Einstellungen und Panorama sowie Width der Stereoverbreiterung.

Das allermeiste wird flink über die Fader eingestellt, für die es gleich mehrere Direkttaster für den Funktionswechsel gibt. Das wären zunächst die Funktionsschalter: VOLUME, DRIVE und CHARACTER (Tone), ferner gibt es sechs Taster für Send 1, Send 2 und Send 3 sowie (Input) Gain, Low-Cut und High-Cut. Die Hauptfunktionen schaltet man um, die anderen Taster muss man gedrückt halten – ansonsten wechselt man in einen der drei Hauptmodes Volume, Drive, Character zurück. So bewaffnet kann man schnell und intuitiv mixen. Die Details der Software und die DAW-Integration schauen wir uns am besten gleich direkt in der Praxis an.

Video

Pro & Contra

  • gute Verarbeitung, klares und kompaktes Layout
  • Low-Cut, High-Cut und Drive im Direktzugriff
  • Motor-Fader-Controller für schnelles Mixing
  • VST3 „Presonus VST Extension“ Integration
  • Discrete und Tube Drive Option

  • funktioniert nicht mit jeder DAW kompromisslos
  • kein Steuerung anderer Plugins möglich

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