Software
Test
10
10.05.2019

Praxis

Schlauer Equalizer


Der smart:response Algorithmus des Sonible smart:EQ2 verstärkt nicht nur den Frequenzbereich, sondern senkt störende Bereiche auch ab. Dadurch werden diese – auch bei einem „positiven Gain“ – stärker abgesenkt. Die Range der Anpassung ist variabel, man kann aber auch sagen, dass der Algorithmus bei komplexem Material wie einem ganzen Song kaum über 6 dB boostet bzw. max. 4 dB absenkt – es sein denn, euer Mix ist totale Grütze. Bei Einzelsignalen sieht es jedoch drastischer aus, was aber irgendwie auch zu erwarten war. 

Ohne, Mit und Mit-noch-mehr

Zunächst gibt es den unbearbeiteten Song, aufgeteilt in sieben Stems und weitestgehend gut ausgelevelt. Anschließend pack ich den Smart:EQ2 im zweiten Beispiel auf die Summe – alles auf Automatik versteht sich. Das gleiche passiert dann auch beim dritten Beispiel, jedoch habe ich nun in jede der sieben Spuren einen smart:EQ 2 gepackt und rödeln lassen. Beispiel vier ist dann dasselbe nochmal, allerdings mit einem achten Smart:EQ 2 in der Summe. Klingt doch aber schon mal gut!

Bei den Einzelsignalen hat der Algorithmus mit seinem „Spectral Balance“ Ansatz natürlich seine Problemchen: Es macht bei markanten Signalen eben relativ wenig Sinn, fehlende Informationen zu boosten und Charakter wiederum abzusenken. Beispiel Bass: Geht es nach dem smart:EQ Standard-Algorithmus, muss hier Bass raus und Höhen rein, um spektrale Balance zu erzielen. Aber ein Bass ohne Bass ist – ihr habt es erraten – eben kein richtiger Bass. Macht aber auch nix, man muss in dem Fall die Gewichtung nur nach unten ziehen und schon klingt alles wieder fett. Oder man benutzt eben die Profile. Beispielsweise habe ich bei den folgenden Einzelbeispielen die Profile für Bass Guitar und Distorted Guitar genutzt.

Bei einem vollen Mix klingt das „invertierte“ Signal irgendwie immer falsch, logisch, denn es versucht die Imbalance noch größer zu machen, also den worst-case herzustellen. Sprich, den Mix mit dem Küchenradio in der Badewanne wiedergegeben und dann mit dem Telefon aufnehmen und anschließend dreimal falsch komprimieren. Zeit gespart hat der smart:EQ allerdings in beiden Fällen :-) Hierzu ein paar weitere Audiobeispiele, in denen ich per Hand invertiert und angepasst sowie ein paar mit Absicht „falsche Sounds“ erstellt habe.

Ganz schön gut

So ein smartes Band ist viel Wert, gerade wenn es schnell gehen soll. Wer hohen Durchsatz anstrebt, ist mit dem smart:EQ 2 bestens beraten. Sein adaptives Band ist das Alleinstellungsmerkmal. Zwar lässt es sich auch mit dem Soundtheory Gullfoss vergleichen, beide arbeiten jedoch anders. Im direkten Vergleich kann man sagen, dass der Gullfoss noch mehr automatisch macht, aber auch Kontrolle vermissen lässt, wenn es doch mal nicht passt. Der smart:EQ 2 ist nebenbei außerdem auch einfach noch ein sehr guter „normaler“ EQ. 

Jedoch möchte ich euch auch nicht verschweigen, dass es auch noch andere „gute“ EQs gibt, die weit über das Normale hinausgehen. Der Fabfilter Pro-Q 3 fällt mir da direkt ein. Dieser verbucht auf der Haben-Seite beispielsweise noch den Dynamic EQ Mode sowie den Natural Phase Mode. Ob der Fabfilter nun auch noch besser aussieht und sich flüssiger bedienen lässt, bleibt Geschmacksache – manch einem ist es bereits zu viel und zu verspielt. Gut also, dass man die Wahl hat!

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • adaptives achtes Band mit States
  • schlanke, cleane und skalierbare GUI
  • 7-Band-Linearphase-EQ mit Tilt-Filter
  • neue M/S-Funktionalität und Pre/Post-Analyzer

  • kein Contra

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