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17.08.2018

Sound Tipps für Gitarristen - Metal

Metal Gitarren-Sound Workshop - Gitarre, Amps und Effekte

Metal Gitarre - Amp Einstellungen und Settings für Effekte

Equipment - Gitarre, Verstärker, Effektpedale - Setups und Settings für den Sound der perfekten Metal Gitarre. Heavy Metal, Black Metal, Death Metal oder Power Metal - wie viele andere Genres, die aus dem Rock und ursprünglich Blues stammen, hat sich auch der Metal in diverse Sparten aufgesplittet. Seine Geschichte geht zurück bis weit in die Siebziger Jahre und alle seine Stilistiken, die seither entstanden sind, stellen natürlich auch unterschiedliche Anforderungen an den Gitarrensound der Metal Gitarre.

Weil wir die naturgemäß nicht alle in diesem Special erschöpfend behandeln können, wollen wir uns einer Übersicht widmen, die sich mit den wichtigsten Grundvoraussetzungen für den Sound von einer  amtlichen Metal Gitarre beschäftigt.

Equipment - Gitarre für Metal Sounds

Schon die Frage nach der Gitarre für Metal Sounds ist nicht einfach zu beantworten, denn wenn man die Geschichte des Metal betrachtet, geht es bei ihm stetig tiefer in den Keller, zumindest, was das Tuning betrifft. Die meisten Klassiker aus den 70er und 80er Jahren wurden noch im Standard-Tuning gespielt, aber auch da gab es mitunter Ausnahmen. Tony Iommi zum Beispiel stimmte bei Black Sabbath seine SG ab und zu komplett drei Halbtöne tiefer (Sabbath Bloody Sabbath) und bei Led Zeppelin durfte die Gitarre öfters in Drop D an den Amp (Moby Dick). Aber richtig los ging es eigentlich mit den Nu Metal Bands der 90er, bei denen das Instrument gerne auf C# oder sogar auf C heruntergestimmt wurde. Und für diese Stimmungen reichte die "normale" Gitarre irgendwann nicht mehr aus. Immer mehr Vertreter des Schwermetall-Gewerbes verlegten sich auf 7-Saiter, und mittlerweile sind auch achtsaitige Gitarren keine Ausnahmen mehr zur Erzeugung von einem kernigen Metal Gitarrensound. Ein weiteres wichtiges Kriterium sind die Pickups. Da bei Metal-Sounds in der Regel ein starker Zerrfaktor gefragt ist, sind Pickups mit hoher Ausgangsleistung relativ wichtig. Auf jeden Fall sind normalerweise Humbucker Pflicht, unter anderem auch, weil Singlecoils zu viele Nebengeräusche erzeugen. Bei vielen Gitarristen sind aktive Pickups (z.B. EMG) im Einsatz, denn diese Typen sind extrem resistent gegenüber Einstreuungen und liefern auch ein sattes Pfund an Leistung, mit dem sie den Amp noch mehr anfeuern. Wer zwischendurch gerne mal seine Gitarre umstimmt, dem rate ich von einem Tremolo-System ab, denn besonders mit freischwebenden Systemen ist ein schnelles Umstimmen nicht möglich. Beim Testen der Gitarre solltet ihr auch ein Augenmerk auf die Brücke und deren Saitenreiter legen, denn für die rechte Hand benötigt man eine solide Auflagefläche, um alle feinen Facetten des Palm-Mute-Sounds abrufen zu können.

Equipment - Metal Amp

Auch die Amps haben sich im Laufe der Zeit stark verändert. Zu Beginn waren Marshalls angesagt, in den Siebziger Jahren das Nonplusultra. In den 80ern kamen dann die JCM 800 und 900 Modelle, die gerne für noch mehr Zerre frisiert wurden. Den großen Paukenschlag gab es in den 90ern, als Mesa Boogie seine Rectifier-Amps vorstellte und damit definierte, wie die moderne Metal-Gitarre zu klingen hat. Auch in unseren Breitengraden gibt es einigeHersteller, die sich in diesem Gewerbe einen guten Namen gemacht haben. Engl- und Diezel-Amps sind sehr beliebt, und auch die Boutique-Amps von Reinhold Bogner sind bei Metal-Acts im Einsatz. Immer öfter sieht man bei tourenden Bands auch digitale Systeme wie das Axe-Fx von Fractal Audio oder den Kemper Profiler. Sie sind für viele zweifellos eine Glaubensfrage, haben aber auch ihre Vorteile: Man muss nicht mehr mikrofonieren und das Signal ist an jedem Abend gleich. Außerdem sind diese Systeme nicht so anfällig und wartungsintensiv wie Röhrenamps und erheblich leichter und kleiner - bei Tour-Unternehmen sind das klare Argumente.

Wir haben hier eine Auswahl von Gitarristen aus der Metal-Szene und deren Werkzeuge, die sich natürlich immer mal wieder verändern.

Gitarrist Band Gitarre Amp
Eric Peterson Testament Dean Eric Peterson Signature Modelle Kemper Profiler
Tosin Abasi Animals As Leaders Ibanez (7&8 String) Signature Model Fractal Audio Axe-FX II
Daron Malakian System Of A Down Ibanez Iceman Gibson SG Marshall Mode Four Mesa Boogie Rectifier
Dave Mustaine Megadeth Dean Dave Mustaine Signature Model Marshall JVM 410H
Dimebag Darrel Panthera Dean ML Randall Warhead Krank Krankenstein
James Hetfield Metallica ESP Iron Cross Diezel VH4
Kerry King Slayer BC Rich Warlock & Metal Master V Signature Models Marshall JCM 800
Marten Hagstrom Meshuggah Ibanez Custom Shop 8-String Fractal Audio Axe FX II
Michael Amott Arch Enemy Dean Michael Amott Tyrant Signature Marshall JVM 410H
Mick Thompson Slipknot Ibanez MTM20 Signature Model Rivera KR7 Knucklehead Signature Amp
Munky Korn Ibanez Apex 200 Signature Model Mesa Boogie Triple Rectifier
Scott Ian Anthrax Jackson Scott Ian Signature Models Randall Scott Ian Nullifier Head
Tony Iommi Black Sabbath Diverse SG Modelle Laney T100

Equipment - Effektpedale für Metal Sounds

Die Effektboards sind bei Metal-Gitarristen in der Regel nicht sonderlich groß. Ein Wah-Wah gehört dazu, dann eventuell noch ein Modulationseffekt (Chorus, Phaser oder Flanger) für die düsteren Cleansounds, bevor das Gewitter losgeht, und ein Delay für mehr Atmosphäre bei Leadsounds. Das wären die Klangveredler. Ebenfalls wichtig sind außerdem die kleinen Helfer. Zum Beispiel ein Noise Gate, das den Krawall in den Spielpausen unter Kontrolle hält oder auch ein einfacher Booster, um per Knopfdruck auf Sololautstärke umzuschalten. Außerdem kann der Einsatz eines grafischen Equalizers sehr sinnvoll sein, mit dem der Mid Scoop Metal Sound optimal eingestellt wird. Aber prinzipiell ist der Metalsound nicht effektüberladen, sondern sehr puristisch: Gitarre und verzerrter Ampsound, den Zerrgrad und die Klangcharakteristik bestimmt der eigene Geschmack.

Metal Sounds

Verstärker Grundsound

Es gibt definitiv nicht DEN Metal-Gitarrensound. Und auch wenn viele Gitarristen in diesem Gewerbe das gleiche Besteck benutzen, klingen sie nicht gleich, und das ist auch gut so. Es gibt aber einige grundlegende Dinge, die man beachten sollte. Los geht es mit der Einstellung des Zerrgrades und der Frage, wie viel Gain ein satter Metal-Sound benötigt? Klar, ordentlich sägen muss es schon, aber Vorsicht ist angesagt, denn zu viel Zerre macht den Sound matschig und undefiniert. Wenn man seinen Klang in Zimmerlautstärke einstellt, neigt man oft dazu, den Zerrgrad einen Tacken zu hoch einzustellen - das Hörerlebnis im Proberaum ist dann normalerweise bitter. Deshalb gilt, dass man den Sound eher im Proberaum, und dann in Spiel-Lautstärke einstellen sollte.

Das zweite Problem (wie bei fast allen Gitarrensounds) ist der Bassbereich. Hier sollte man sehr vorsichtig und weitsichtig agieren. Wenn die Gitarre tiefer gestimmt ist oder wir eine 7-Saiter, Bariton oder 8-Saiter im Einsatz haben, bewegen wir uns schon im unteren Frequenzspektrum. Das typische Szenario: Der Gitarrist hat den Rat befolgt, stellt seinen Sound auf Proberaumlautstärke und freut sich über flatternde Hosenbeine beim Anschlagen der tiefen B-Saite seiner 7-Saiter-Gitarre. Bässe weit aufgedreht, denn es muss ja untenrum kesseln. Aber Vorsicht, ihr seid nicht allein. Es gibt eine Bass-Drum (die heißt deswegen auch so) und den Bass. Wenn nun die Kollegen ebenfalls loslegen, dröhnt es gewaltig und von den schnellen Riffs auf der tiefen B-Saite bleibt nur ein undefiniertes Grollen. Meine Empfehlung: Stellt euren Sound so ein, wie ihr ihn gerne hättet und auch so, dass er gut knallt. Dann nehmt ihr die Bässe mit einem beherzten Dreh am Bassregler zurück. Da mögen alleine gespielt die Cojones fehlen, aber die hat in diesem Fall der Bassist, und der Bandsound ist gerettet.

Auch die Mitten spielen eine wichtige Rolle, und ihr solltet diesen Bereich nach eurem Geschmack einstellen. Kleiner Tipp: Mehr Mitten haben eine bessere Durchsetzungskraft. Da muss man mitunter auch wieder im Zusammenspiel mit der Band experimentieren.

Hier nun einige Vorschläge, wie ihr mit Amp und Effekt-Pedalen typische Sounds erzeugen könnt:

Old School Metal Sound - Black Sabbath

Für die alten Sounds ist kein großes Besteck notwendig, ein Amp und ein Distortionpedal sind absolut ausreichend. Der Charakter des Distortions ist dabei ausschlaggebend. Er muss vintage-mäßig klingen, die Verzerrung fast in Richtung Fuzz tendieren, und die Klangcharakteristik sollte warme Mitten enthalten. Für solche Einsätze nehme ich gerne den Big Muff von Electro Harmonix. Ihr hört ihn hier in Verbindung mit einer SG. Für diese Art von Sounds ist eigentlich keine hohe Verzerrung notwendig, man sollte noch in der Lage sein, durch den Anschlag Einfluss auf das Zerrverhalten nehmen zu können.

Gitarre Volume Tone Sustain
SG 12 12 9

Das wäre der Bühnensound. Wenn ihr solche Sounds aufnehmen möchtet, empfehle ich euch, noch ein Plate-Reverb über einen hinzugemischten Aux-Weg hinzuzufügen und Gitarre und Hall im Panorama zu verteilen. Die Gitarre ist nach links gepannt (Regler ca. 10 Uhr), der Aux-Weg mit dem Hall nach rechts, Panorama auf 14 Uhr. Die Lautstärke des Hall-Signals liegt unter dem Gitarrensignal, denn sonst wird es zu matschig. In diesem Setting gibt es eine herzhafte Prise blechernes Plate-Reverb, das für einen scheppernden Raum sorgt. Hier die Einstellungen der EMT-Simulation der UAD-Karte.

Thrash Metal Sound - Metallica

Wir wandern nun soundmäßig in die späten achtziger Jahre, als Metallica einen neuen Maßstab in Sachen Gitarrensounds setzte. Zu Beginn waren die Herren Hetfield und Hammett mit Marshall-Amps unterwegs, aber seit dem Master Of Puppets Album sind Boogies mit dem bekannten grafischen EQ im Einsatz. Mit dessen Hilfe wurde ein Sound kreiert, der bis heute in der Metal-Szene Gültigkeit hat. Es war der sogenannte Mid Scoop Sound, bei dem der Mittenbereich (beim Boogie EQ 750 Hz) drastisch abgesenkt und die Bässe und Höhen leicht angehoben werden. Dadurch hatte die EQ-Kurve die Form eines Vs, eine Einstellung, die als "Metallica V" in die Metal-Geschichte einging. Ihr könnt diesen Sound recht gut mit einem Distortionpedal und einem dahintergeschalteten grafischen Equalizer nachahmen. Ich habe das mit einem Boss GE-7 (7-Band EQ) gemacht und die äußeren Frequenzen (100 Hz, 6.4 kHz) unangetastet gelassen, die mittleren Bänder aber mit einer leichten V-Kurve versehen. Hier muss man besonders beim Anheben der Bässe und Höhen etwas vorsichtiger sein, denn die meisten grafischen EQ-Pedale gehen da sehr beherzt zur Sache.

Hier sind die Einstellungen des Distortionpedals (AMT E-Drive) und der Sound nur mit dem Distortion:

Gitarre Level Tone Gain
SG 11 11 14

Jetzt kommt der EQ mit folgender Einstellung dazu. Der Gesamtpegel wurde zum Ausgleich etwas angehoben:

100 Hz 200 Hz 400 Hz 800 Hz 1.6 kHz 3.2 kHz 6.4 kHz Level
0 0 -5 -15 -5 +5 0 +5

Modern Metal Sound

Für moderne Metal-Sounds ist der Mid Scoop Geschmacksache, je nach Band und Gitarrist gibt es die unterschiedlichsten Facetten der Mittenabsenkung. Sehr charakteristisch ist dabei auf jeden Fall der "grobkörnige" Zerrsound, der seinerzeit von den Boogie Rectifier Amps geliefert wurde und in dieser Kategorie einen neuen Standard setzte. Wer das Ganze mit kleinem Equipment erzeugen möchte, dem empfehle ich einen Distortion mit moderner Klangcharakteristik. Gute Ergebnisse liefern hier die Mesa Boogie Pedale oder auch der Bogner Ecstacy Red, den ihr im nächsten Beispiel hört. Beim Einstellen des Sounds solltet ihr den Fokus zuerst auf den Zerrgrad legen, mittleres Gain einstellen und dann langsam aufdrehen. Ich teste das Ganze mit Dur- und Moll-Akkorden auf den tiefen Saiten, die klar zu erkennen sein müssen. Das wird gespielt - die E-Saite ist nach D heruntergestimmt (Drop D Tuning):

So sollte es klingen, die Akkordwechsel müssen auch bei hohem Gain hörbar sein:

Nächster Fokus wäre dann der Bassbereich, dort darf es nicht wummern. Zum Test solltet ihr einfach immer die leere E-Saite mit leichtem Palm-Mute anschlagen und darauf achten dass es nicht stark dröhnt.

Das wäre ein gutes Setting: Eine amtliche Portion Gain, die tiefe E-Saite wummert nicht, der Bassregler wurde etwas zurückgenommen und auch Terzen sind noch zu hören. Hier ist jetzt eine Ibanez RG mit aktiven EMG-Pickups im Einsatz, denn für diese modernen Styles werden heiße Tonabnehmer benötigt, die einen hohen Pegel liefern. Das sind die Einstellungen des Bogner Ecstacy Red:

Gitarre Volume Treble Middle Bass Gain Variac Mode Pre EQ Structure
Ibanez RG 13 13 10 11 13 On Full B1 101

Downtuning / 7-String Gitarre

Wenn das Bedürfnis nach tiefen Gitarrensounds vorhanden ist, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, ans Ziel zu kommen. Die simpelste Lösung ist, die vorhandene (6-Saiter) Gitarre nach unten zu stimmen. Da wird es aber, je nach Instrument, ab einem bestimmten Punkt undefiniert, denn vor allem die tiefen Saiten sind irgendwann zu lose und das Tracking für schnelle Riffs ist nicht mehr optimal. Man könnte zwar dickere Saiten aufspannen, aber irgendwann ist trotzdem Schluss. Wer zum Beispiel bis zum tiefen B runterstimmen, aber weiter auf einer sechssaitigen Gitarre spielen möchte, der sollte einmal eine Baritongitarre zur Hand nehmen. Die hat eine längere Mensur, ein besseres Tracking auf der tiefen Saite und eben nur sechs Saiten, und deshalb auch keinen breiteren Hals. Wer dabei gerne auch noch in den höchsten Tönen fiedeln will, der ist allerdings limitiert und wäre mit einer 7-Saitigen doch besser bedient. Die besitzt zusätzlich zu den sechs Saiten in Standard-Tuning noch eine tiefe B-Saite, wofür man aber einen breiteren Hals in Kauf nehmen und sich entsprechend umgewöhnen muss.

Eine weitere Option ist ein elektronisches Helferlein in Form eines Pitch-Shifters. Da die Prozessoren mittlerweile sehr leistungsfähig sind, können einige Gerätschaften auch polyphone Signale durch den Tuning-Fleischwolf drehen. Ich hatte kürzlich das Drop-Pedal von Digitech im Test, das eine gute Performance ablieferte. Um euch die klanglichen Unterschiede vor Augen zu führen, habe ich ein Riff in verschiedenen Kombinationen aufgenommen. Ich habe dafür zwei Ibanez RG Modelle benutzt, einmal ein sechssaitiges und dann die 7-saitige, beide mit identischer Ausstattung. Ihr hört zuerst die 7-saitige, dann die 6-saitige, die ich um fünf Halbtöne heruntergestimmt habe, damit das B auf der tiefen Saite klingt. Den Abschluss macht dann wieder die 6-saitige, diesmal mit Standard-Tuning und dem dazwischengeschalteten Drop-Pedal, das das Ganze elektronisch um fünf Halbtöne nach unten setzt.

Noise Gate - Nebengeräuschbekämpfung bei High Gain Settings

Pickups

Das Problem bei hohen Zerrgraden und Lautstärken sind eindeutig die Nebengeräusche, die sich in unterschiedlicher Form bemerkbar machen. Erste Problemstelle sind die Pickups und ihr tut gut daran, Humbucker zu benutzen. Singlecoils sind zu empfindlich gegenüber Einstreuungen und liefern außerdem zu wenig Output. Aktive Pickups sind bei den Humbuckern am stressfreiesten, obwohl auch die passiven EMGs schon eine sehr nebengeräuscharme Performance liefern.

Saiten schwingen mit

Ein Problem, das man oft im Studio hat, sind mitschwingende Saiten. Zum einen die, die man nicht spielt und deshalb abdämpfen muss, aber oft sind es auch die Schwingungen hinter dem Sattel oder Steg. Wenn kurz klingende Powerchords gespielt werden, ist das besonders nervig. So wie im folgenden Beispiel. Da hört ihr nach dem Abstoppen ein hohes Schwingen. Legt der Tontechniker beim Mix darauf noch einen harten Kompressor, wird es um so schlimmer.

Das Geräusch kommt von den schwingenden Saiten hinter dem Sattel, und das Problem kann sehr simpel mit einem Haarband oder ähnlichem behoben werden, das man unter die Saiten legt. Bei Aufnahmen bin ich übrigens komplett schmerzfrei und dämpfe mit einem Stück Stoff die hohen Saiten ab, wenn sie nicht benötigt werden. Und so klingen die Akkorde nun mit Haarband unter den Saiten.

Rauschen vom Amp oder Distortion Pedal

Ihr habt das andere Übel bereits gehört - es rauscht! Beim Spielen fällt das nicht so stark auf, aber in den Spielpausen wird es kritisch. Deshalb ist ein Noise Gate eigentlich Pflicht und es stellt sich zu allererst die Frage, wie es verschaltet werden soll. Gehört es vor die Zerreinheit (direkt hinter die Gitarre) oder dahinter, oder sollte es in den Einschleifweg des Amps. Wenn Amp oder Distortion-Pedal rauschen, dann bringt es nichts, das Gate direkt hinter die Gitarre zu schalten. Manchmal macht es auch tatsächlich Sinn, zwei Gates zu benutzen, eines hinter der Gitarre und das andere hinter der Zerreinheit. Der Hersteller Decimator hat zum Beispiel Modelle mit zwei Gates in einem Gerät im Angebot.

Ein Gate hat meist zwei Einstellmöglichkeiten. Threshold bestimmt den Schwellenwert, ab dem das Gate einsetzt. Decay oder Release bestimmt die Zeitdauer, wie lange es nach Erreichen des Schwellwertes offen bleibt. Beim Einstellen des Noise Gates solltet ihr nicht spielen. Der Volume-Regler an der Gitarre sollte komplett aufgedreht und Amp und Distortion-Pedal auf das normale Bühnensetting eingestellt sein. Dreht dann den Threshold-Regler langsam auf. Sobald das Gate einsetzt und das Rauschen komplett unterdrückt, habt ihr den richtigen Wert erreicht. Achtet darauf, dass der Anschlag nicht zu stark abgeschnitten wird und auch beim Ausklingen sollte es sich nicht unnatürlich anhören, gegebenenfalls etwas höhere Release-Werte nehmen. Generell bevorzuge ich bei solchen Sounds aber ein schnell schließendes Gate (geringer Release-Wert). Beim folgenden Beispiel war ein Boss Noise Suppressor im Einsatz, Threshold stand auf 14, Release auf 7 Uhr. Das Gate war hinter dem Distortion Pedal verschaltet.

Gitarre > Distortion > Noise Gate > Amp

Hier derselbe Sound wie vorher, jetzt mit Noise Gate:

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