Workshop_Folge
Workshop
7
09.03.2016

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs - Beatles: "Paperback Writer"

Legendäre Bass-Riffs zum Nachspielen

Die berühmtesten Bass Riffs in Noten und Tabs

Zum Auftakt unserer neuen Bass-Workshopserie "Sound Workshop Bass" wollen wir symbolisch mit einem Track beginnen, der in vielerlei Hinsicht ein neues Zeitalter der Musikproduktion einleitete. Mit den Recordingsessions der Beatles für das Album "Revolver" in den Londoner Abbey Road Studios begannen sich Musiker und Tontechniker gleichermaßen für neue, radikale Sounds zu interessieren und verwandelten ihre Aufnahmestudios in Forschungslabore. Nicht selten mussten dabei Toningenieure erst einmal Prototypen von Wandlern, Mischpulten, Audioprozessoren und dergleichen "erfinden" und oft auch noch "bauen", wollten sie ihre Ideen umsetzen.

Laut den Aufzeichnungen Mark Lewisohns in seinem wundervollen Buch "The Complete Beatles Recording Sessions" stand zu Beginn der Aufnahmen zu "Revolver" die Frage, warum der Bass auf amerikanischen LPs viel dominanter zu hören sei als auf britischen. John Lennon soll dabei speziell auf Wilson Pickett verwiesen haben.

Aus diesem Grund verwendete Paul McCartney zum ersten Mal einen Rickenbacker 4001 statt seines berühmten Höfner Halbresonanzbasses. Zudem schlug Engineer Ken Townsend für die Bassaufnahmen ein Verfahren vor, bei dem ein Lautsprecher quasi als Mikrofon verwendet werden sollte. Dafür wurde vor den Speaker von Paul McCartneys Bassbox ein zweiter Lautsprecher platziert, der wie ein überdimensionales Mikrofon die akustischen Schwingungen des Basssignales aus der Box in ein elektrisches Signal zurückwandelte. Das Resultat war offensichtlich hervorragend, wenngleich der Abbey Road Chefingenieur den Tontechniker dafür rügte, die Impedanzunterschiede zwischen "Lautsprechermikrofon" und Mischpult nicht korrekt angepasst zu haben. Vor Selbstversuchen dieser Art sei also gewarnt, wenn einem die Eingangswandler seines eigenen Mischpultes lieb sind.

Erstmalig kamen auch Kompressoren und Limiter zum Einsatz. Auch war es damals riskant, Vinylplatten mit übermäßig starkem Bassanteil zu mastern, weil es dazu führen konnte, dass die Nadel des Plattenspielers aus der Rille sprang. Nichtsdestotrotz wurde der Song "Paperback Writer" der erste mit einem verbesserten Limiting-Verfahren und einem daraus resultierenden lauteren und druckvolleren Sound. "Paperback Writer" wurde am 14. und 15. April 1966 aufgenommen. Der Song war nicht Bestandteil des Albums "Revolver", sondern wurde als Vorabsingle mit dem Titel "Rain" auf der B-Seite veröffentlicht.

"Paperback Writer" erreichte in mehreren Ländern Platz 1 der Single Charts, unter anderem auch in Deutschland:

Paperback Writer - Main Riff

Dieses Riff wiederholt sich im Wesentlichen während des gesamten Songs. Die Auftaktfigur im ersten Takt variiert ebenso wie kleine Details im Riff selbst. Generell kann es aber immer genau so gespielt werden wie die hier notierte Version der ersten Strophe. Der Basspart verwendet durchgehend Tonmaterial aus G-Mixolydisch, also G-Dur mit einer kleinen Septime.

Hier die Noten als PDF-Download:

Wie genial der Basspart ist, entpuppt sich erst, wenn man ihn in Verbindung zur Gesangsmelodie hört. Wieder haben wir die Noten als PDF hinterlegt:

Sound

Wie erwähnt, spielte Paul McCartney einen Rickenbacker 4001 Bass. Dieser war höchstwahrscheinlich mit Flatwoundsaiten bestückt, außerdem spielte er wohl mit Plektrum und auch die verstellbaren Saitendämpfer des Basses kamen ziemlich sicher zum Einsatz. Die Vermutung liegt nahe, dass ein Vox Röhrentop mit einer 15" oder 18" Box als Verstärkung diente, wie es damals im Abbey Road Studio üblich war.

Ich habe den Basspart auf einem Rickenbacker, allerdings mit Roundwoundsaiten, aber mit Saitendämpfer eingespielt. Da der Halstonabnehmer weniger authentisch klang als erwartet, verwendete ich den Stegtonabnehmer. Das Ganze lief über eine Röhren-DI-Box mit zwei aktivierten Notchfiltern, also Frequenzabsenkungen mit sehr engem Q-Faktor, und zwar bei 2,4 kHz und 6,5 kHz. Um die Höhen der Roundwound-Saiten weiter zu entschärfen, habe ich die passive Tonblende etwas zurückgedreht.

Das Basissignal klingt dann so:

Für einen noch authentischeren Sound liefert die CLA-2A Simulation eine dezente Kompression:

Zuletzt dämpft eine Amp & Speaker Simulation den Ton vor allem in den Höhen ab und verleiht ihm mehr Bassvolumen:

Bass DI/Amp/Box
Rickenbacker 4001 Röhren DI
Stegtonabnehmer Absenkung bei 2,4 und 6,5 kHz
Saiten abgedämpft leichte Kompression mit CLA-2A Simulation
Volume 10 Tubeamp Simulation mit 15“ Speaker
Tonblende 5 Mic Simulation EV RE-20
Klangregelung Bass angehoben, Mitten und Höhen abgesenkt

Gehört zu dieser Serie

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