Workshop
7
09.11.2015

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs - "James Bond Theme"

Legendäre Bass-Riffs zum Nachspielen

Die berühmtesten Bass Riffs in Noten und Tabs

Heute unternehmen wir einen Ausflug in die Welt der Filmmusik und der großen Aufnahmestudios, in denen Orchesteraufnahmen komplett live eingespielt werden. Und das bedeutet für alle beteiligten Musiker: Kein Netz, kein doppelter Boden, jede Note zählt.

Ein Mann, der diese Form von Anforderung gewohnt ist, ja seit ca. 40 Jahren mit ihr und von ihr lebt, ist der englische Studiobassist Steve Pearce, der mehr Sessions gespielt hat, als man auf einer Credit-Liste aufzählen könnte. 

Steve begann mit 14 Jahren Bass zu spielen, und weil sein Vater Musiker und Arrangeur war, begann auch er sehr frühzeitig, Noten zu lesen. 1977 kam er in die Hausband des berühmten Londoner Tanztheaters Lyceum (in dem heute das Musical „Lion King“ spielt). 1985 war das legendäre Live Aid Konzert für ihn ein Schlüsselerlebnis und er entschied sich an diesem Tag, ein guter Studiobassist zu werden und sich voll auf dieses Ziel zu konzentrieren: „Ich wollte immer ein Top-Session-Player sein. Mein Handwerk ist es, ein Stück Musik auf einem Blatt Papier vor mir zu haben und dieses Stück Musik sehr schnell auf hohem Niveau umzusetzen. Wenn das rote Aufnahmelicht erscheint, dann bin ich da draußen und spiele es. Das ist es, was ich immer tun wollte“.

Seit vielen Jahren arbeitet Steve Pearce immer wieder auch für den Komponisten und Arrangeur David Arnold, der neben unzähligen Filmmusikaufträgen seit 1997 die Musik für alle Bond-Filme schreibt. Das James Bond Thema wird seit der ersten Bond-Folge „Dr. No“ im Jahr 1962 verwendet. Komponiert von Monty Norman, seinerzeit arrangiert und orchestriert von John Barry, der seitdem wiederum sämtliche Bond Musik bis 1997 schrieb.

 

In allen Bondtiteln findet das berühmte Ur-Thema stets Verwendung. So auch in der 2008 erschienenen Folge „A Quantum of Solace“ (Ein Quäntchen Trost). Steve Pearce spielte hier unter anderem den Endtitel (Abspann) ein: „Mit dem E-Bass wird man selten für komplette Filmsessions gebucht, meistens sind es End-Titel, einzelne Szenen im Film, Verfolgungsszenen und solche Dinge. Das James Bond Thema wird traditionell immer als Letztes aufgenommen und es herrscht immer eine feierliche und ehrerbietende Stimmung während der Session. Jeder ist stolz, Teil einer so ikonenhaften Aufnahme zu sein.“ 

Youtube: Quantum of Solace – End Credits Music

Main Riff

Netterweise stellte uns Steve mit freundlicher Genehmigung von David Arnold die original Bassnoten zur Verfügung mit dem Hinweis: „Es ist kein besonders interessanter Basspart, aber es gab keinen Platz für Fehler, denn es wurde live mit einem 70-köpfigen Orchester eingespielt. Wir haben es insgesamt vielleicht fünf Mal gespielt. Konzentration ist die größte Herausforderung. Die wenigen mit Bleistift eingezeichneten Takte gegen Ende wurden vom Dirigenten instruiert, der wollte, das ich nach Takt 96 weiterspiele“.

Entweder wurde der Endtitel später noch stark verkürzt, denn im Filmabspann fehlen viele Takte, oder sie wurden bereits bei der Aufnahmesession weggelassen, aber nicht entsprechen gestrichen.

Hier die Noten des korrekten Ablaufs, wie im Film:

Der dazugehörige Basspart als Audio: 

Das Tempo im Original schwankt zwischen 139 und 135 BPM. Speziell, wenn es ins Swingfeeling geht, wird es sehr laid-back, zieht aber sofort an, sobald es wieder herausgeht. 

Um die Gitarrenmelodie möglichst authentisch auf dem Bass zu imitieren, sollte sie mit dem Plektrum ganz nah am Steg gespielt werden. Auf diese Weise erhält man einen metallischen Ton, wie er charakteristisch für die Originalaufnahme ist.

Sound 

Basspart

Steve Pearce verwendete für diese Session einen 1976er Fiesta Red Fender Precision Bass, bestückt mit DR-Saiten (45-105). Steve spielte den Part gemeinsam mit Drummer Charlie Morgan in der Drumbooth ein, während das Orchester in der Haupthalle spielte.

Im Studio und live kommt bei Steve nahezu immer ein SansAmp Bass DI Driver zum Einsatz, bei dem alle Regler auf Mittelstellung stehen. Das ist der Sound, der für ihn die beste Ausgangsposition bietet. Ich habe für die Aufnahme exakt die gleichen Komponenten und Einstellungen verwendet. 

Melodie 

Den Sound der Melodie, die im Original 1962 vom Gitarristen Vic Flick auf einer Halbresonanzgitarre über einen 15-Watt Vox-Verstärker gespielt wurde, habe ich hier mit einem MusicMan 25th Anniversary Bass rekonstruiert. Der Bass verfügt über einen Humbucker-Tonabnehmer in Stegposition und ich habe bei der 4-Band Elektronik die Bässe herausgefiltert, sodass er fast wie eine Gitarre klingt. Zusätzlich wurden die Frequenzen bei ca. 310 Hz abgesenkt und bei 4000 Hz breitbandig angehoben.

Als nächstes folgt eine Amp- und Boxensimulation mit Federhall. Simuliert wurde ein offener 30W Combo Amp mit 12“ Speaker.

Wichtig ist, dass man sich gedanklich in die Aufnahmesituation versetzt. Dadurch, dass früher alle Musiker gemeinsam in einem großen Raum ohne scharfe Signaltrennung aufgenommen wurden, gab es gegenseitiges Übersprechen auf andere Mikrofone, sodass die Gitarre in einer interessanten Räumlichkeit erscheint. Das kann man mit einem Plug-In simulieren. Das mit Federhall versehene Signal aus der Ampsimulation wird jetzt also zusätzlich durch eine Raumsimulation geschickt. So erhält man ein relativ authentisches Ergebnis.

Hier das Ganze Im Zusammenklang:

In diesem Sinne: Viel Vergnügen, „im Namen ihrer Majestät ...“

Gehört zu dieser Serie

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
Impressum
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X