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Workshop
7
13.01.2015

Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs - Incognito: "I Couldn’t Love You More"

Legendäre Bass-Riffs zum Nachspielen

Die berühmtesten Bass Riffs in Noten und Tabs

In dieser Woche widmen wir uns einem typischen Acid Jazz Fingerstyle-Bassgroove, den ich auf dem brandneuen 2014er-Album „Amplified Soul“ der britischen Erfolgsband Incognito gefunden habe. Der Titel mit dem coolen Basspart heißt „I Couldn’t Love You More“ und wurde von Francis Hylton eingespielt, dem aktuellen Tourbassisten von Incognito.

Francis ist seit 2005 in der Band – auf seiner Credit-Liste stehen aber auch so illustre Namen wie Chaka Khan, Anastasia, Gianna Nannini oder Galliano, für die er bereits in den frühen 1990ern die Bassgrooves lieferte. 

Der Song

Der Song „I Couldn’t Love You More“ beginnt mit dem Chorus, allerdings zunächst ohne Gesang. Francis Hylton spielt hier bereits den Bassgroove des Refrains, den er in den späteren Wiederholungen dann nur leicht (hauptsächlich rhythmisch) variiert. Der Groove beinhaltet viele Sechzehntelnoten und Pausen, die genau platziert und trotzdem extrem entspannt gespielt werden müssen, damit es groovt und nicht zappelig rüberkommt. Dabei sind auch die Längen der Töne und die Phrasierung extrem wichtig. Den Grundton D im ersten und fünften Takt solltet ihr lang spielen und auf der A-Saite bis kurz vor den Sattel nach unten sliden. Die restlichen Töne werden eher abgesetzt bzw. sogar staccato gespielt. Passagen mit mehreren aufeinanderfolgenden Sechzehntelnoten kommen smoother, wenn man nicht immer alle Töne mit der rechten Hand anschlägt. In der Sechzehntel-Passage im zweiten, vierten und sechsten Takt solltet ihr deshalb das E – also den zweiten Ton – mit einem Pull-Off vom F spielen.

Damit ihr den Song ganz spielen könnt, habe ich euch außer dem Refrain auch den Verse und den Pre-Chorus aufgeschrieben. Der Verse ist in Sachen Notenmaterial deutlich dünner als der Refrain, er kommt nämlich mit lediglich vier Tönen aus, die zudem nur sehr sparsam eingesetzt werden. Das macht die Sache aber nicht unbedingt einfacher, denn abgesehen vom H im ersten Takt werden alle Töne auf Sechzehntel-Offbeats gespielt. Wer Probleme damit hat, die Zählzeiten entspannt und exakt zu treffen, sollte zunächst unbedingt das Tempo verlangsamen und das Metronom in möglichst kleinen Einheiten laufen lassen – also auf Achtel- oder Sechzehntel-Schlägen.

Im Pre-Chorus geht es wieder lebhafter zu: Francis Hylton spielt hier einen rhythmisch dichteren Groove als im Verse und verwendet auch deutlich mehr Töne. Es handelt sich aber lediglich um chromatische Anspielungen zum A oder zum H, meistens von unten zum Zielton (G,G#,A bzw. A,A#,H), im dritten Takt aber auch von oben zum A (also H, B, A). 

Der Sound

Francis Hylton spielt hauptsächlich Jazz-Bässe und ist Endorser der japanischen Boutique-Bassschmiede Atelier Z., die sehr hochwertige von Fender inspirierte Instrumente in Handarbeit herstellt. Auf der Aufnahme hat Francis einen sehr trockenen und eigentlich unspektakulären Jazz Bass-Sound, der sich sehr gut durchsetzt. Ich habe mir für die Audios einen Fender Jazz Bass aus der Road Worn-Serie geschnappt und den vorderen Tonabnehmer etwas leiser gedreht, damit die Mitten des Bridge-Pickups etwas in den Vordergrund rücken. Nach dem Einspielen wurde der Bass mit einem Kompressor-Plugin etwas in der Dynamik begrenzt und hinterher durch die Markbass-Ampsimulation von Overloud gejagt, damit der Sound wärmer, runder und voller wird. Die genauen Einstellungen der Plugins könnt ihr wie immer in den Screenshots sehen:

Gehört zu dieser Serie

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