Test
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11.11.2019

Soundboks the new Soundboks 3 TEST

Tragbares Outdoor-Lautsprechersystem

Die erste SOUNDBOKS wurde ursprünglich erschaffen, um auf dem Gelände des dänischen Roskilde-Festival die lautesten Spontanpartys zu veranstalten. Das gefiel auch vielen anderen und inzwischen besitzen laut Website des Herstellers über 50.000 Menschen in über 40 Ländern eine SOUNDBOKS. Nun kommt im November 2019 die dritte Version des wahrscheinlich lautesten Bluetooth-Lautsprechers auf den Markt. 

 

 

Details

Die SOUNDBOKS 3 kommt im sehr aufgeräumten und wohl-designten Karton und der fängt erst mal an zu diskutieren: „Start your adventure here!“ (OK!), „Just one question...“ (was denn jetzt noch?): „Wo sollen wir zuerst hingehen?“ (weiß ich doch jetzt noch nicht ...). Also erstmal hiergeblieben, alle weiteren Fragen im Keim erstickt und auspackt. Im Lieferumfang befinden sich neben der „SOUNDBOKS“ noch der Akku „BATTERYBOKS“, das Ladegerät „CHARGER“ sowie Netzkabel für Europa und USA/Japan.

Neues Logo, wertiger Look und viele kleine Verbesserungen: Die Kopenhagener haben genau hingeschaut, wo der Vorgänger SOUNDBOKS 2 seine Schwächen hatte. Die erste SOUNDBOKS glich optisch noch eher einem DIY-Projekt. Die neue Version 3 hat nun eine fast schon edle Anmutung. Dazu kommen viele neue Features für unterschiedlichste Anwendungsbereiche. Grund genug, die dritte Inkarnation der beliebten SOUNDBOKS erneut unter die Lupe zu nehmen.

Gitterzaun

Zuerst fällt rein optisch das neu gestaltete Logo auf dem ebenfalls neuen, gewölbten mattschwarzen Frontgitter mit wabenförmigen Öffnungen auf. Das Gitter ist abnehmbar, ein 4,5-mm-Inbusschlüssel liegt bei. So kann man also ruckzuck ein Logo aufs abgeschraubte Gitter sprühen oder es sonstwie individuell gestalten.

Eckball

Als nächstes überraschen die Eckbälle. Diese sind nicht mehr aus Metall, sondern aus robustem Silikongummi, absorbieren Vibrationen und bieten der SOUNDBOKS 3 einen absolut sicheren Stand auf den meisten Oberflächen. Sie sind ungefärbt, sodass sie keine Spuren auf dem Untergrund hinterlassen.

Schwarzes Kabinett

Auch das Gehäuse weist viele Neuigkeiten auf. Zuerst mal haben sich die Dänen für Pappelsperrholz statt Birkensperrholz entschieden und versprechen sich davon weniger Gewicht bei gleicher Festigkeit. Das Holz ist mit einer dünnen Plastikschicht überzogen, um die SOUNDBOKS 3 vor Feuchtigkeit zu schützen. Die Kanten sind mit schwarzen, pulverbeschichteten Aluminiumkanten geschützt, die geschmeidig mit den Oberflächen abschließen. Die mattschwarze Anmutung wirkt cool und edel und so gar nicht mehr selbstgebastelt.

Der DIY-Look der ersten SOUNDBOKS war zwar absolut charmant, aber das coole Styling der SOUNDBOKS 3 gefällt mir persönlich eindeutig besser, soviel darf schon mal verraten sein. Dennoch folgt der Speaker nicht dem Trend nach gewölbten Formen, sondern kommt immer noch als kantige Box daher, in exakt den gleichen Maßen von 660 x 430 x 320 mm, allerdings trotz leichterer Gehäusekonstruktion mit 900 Gramm mehr Gewicht, weil im neuen Modell mehr Technik verbaut ist.  

Bassröhre

Spektakulär ist auch die neue Bassreflexröhre. Jetzt kann man tatsächlich durch die SOUNDBOKS durchgucken. Ein großer Spaß für Jung und Alt. Vor allem versprechen sich die Dänen von diesem kleinen Gimmick eine bessere Bass-Wiedergabe: Das Rohr ist in der Mitte perforiert, sodass Luft durch das Rohr und das Netz strömen kann.  Darüber hinaus stabilisiert die neue Konstruktion auch das Gehäuse der SOUNDBOKS 3.

Kontrolle

Herzstück der Bedienung ist das Kontrollpanel auf der rechten Seite. Im Vergleich zum früheren Panel gibt es nun nur noch einen großen, geriffelten Endlosregler, der schwergängig genug ist, um ihn nicht versehentlich gleich auf volles Volume aufzudrehen. Die Lautstärke wird auf einem Kreis mit zehn Segmenten angezeigt. Links daneben der Power-Schalter, rechts daneben der orangefarbene Schalter zur Kopplung mit anderen SOUNDBOKSen. Unterschiedliche Modi für Indoor und Outdoor gibt es jetzt übrigens nicht mehr. Als Verstärker dienen drei Class-D-Verstärker vom Typ Mercus Audio Eximo mit je 72 Watt, welche die drei Lautsprecher laut Hersteller „intelligent“ bespielen. 

Bluetooth

Die SOUNDBOKS wollte schon immer „der lauteste Bluetooth-Speaker der Welt“ sein. Zu diesem Zweck lassen sich jetzt per „TeamUP“ bis zu fünf SOUNDBOKS 3 via Bluetooth 5.0 zu einem drahtlosen System vernetzen. Die Dänen nennen das SKAA-Technologie. Wir nennen das Fünfpunkt-Beschallung für den Outdoor-Dancefloor und finden das grundsätzlich gut, auch wenn wir die Funktionsweise mit nur einem Testexemplar natürlich nicht ausprobieren konnten. Zusätzlich verfügt die neue SOUNDBOKS über Bluetooth Low Energy (BLE). Dadurch sind bei geringerem Energieverbrauch Entfernungen zwischen den Geräten von bis zu zehn Metern möglich. Ältere SOUNDBOKS-Generationen bleiben bei TeamUP übrigens außen vor.

Auf der Rückseite der jeder SOUNDBOKS befindet sich eine sechsstellige Nummer. Diese sogenannte „Team-ID“ identifiziert jede einzelne Box und erscheint auch auf dem Endgerät, mit dem eine Verbindung via Bluetooth hergestellt wird.

DJ-APPs

DJ-APPs für Tablet und Smartphone

Anschlüsse

Die SOUNDBOKS 3 hat endlich professionelle Anschlüsse. Anscheinend hat es sich bis zum Hersteller herumgesprochen, dass Musiker die SOUNDBOKS nicht nur als Bluetooth-Speaker, sondern auch sehr gerne als Instrumentalverstärker z. B. für Straßenmusik nutzen. Früher gab es da nur einen suboptimalen Miniklinkenanschluss. Vorbei, vorbei: Die SOUNDBOKS 3 kommt mit zwei symmetrischen Kombieingängen, an denen sowohl XLR- als auch 6,35-Klinke-Stecker Anschluss finden. Somit ist eine professionelle Verbindung per XLR z. B. von einer tragbaren DJ-Konsole an die SOUNDBOKS möglich. Sogar Mikrofone können angeschlossen werden. Den 3.5mm-Ministereoklinkeneingang gibt es nach wie vor, außerdem einen 3.5mm-Ministereoklinken-AUX-Ausgang.

Im Übrigen ist es möglich, Bluetooth und physikalische Anschlüsse gemeinsam zu betreiben. Dazu mehr im Praxisteil.

Über den Kombianschlüssen befindet sich noch ein hintergrundbeleuchteter, trapez-förmiger Schalter für die sogenannte „Bond-Funktion“. Hat nix mit 007 zu tun, sondern indiziert, dass sich die Host-Soundboks die zuletzt per TeamUP verbundenen weiteren Boksen gemerkt und gefunden hat. Mit einem fünfsekündigen Halten des Schalters kann man dieses Wissen aber auch wieder „wegzappen“, ganz á la „Men in Black“.

Sound

Um die Musik hörbar zu machen, verfügt die SOUNDBOKS 3 über zwei Zehnzoll-Speaker und einen Einzoll-Eminence-Kompressionstreiber-Hochtöner mit extra langem Horn. Die beiden Zehnzöller bedienen jedoch verschiedene Frequenzbereiche. Während der obere für Mitten und Tiefen zuständig ist, überträgt der untere ausschließlich die Bässe. Der Hersteller verspricht uns dafür ein ausgewogenes Klangbild. Vor allem ist Version 3 nun noch lauter: 126 dB, ein Zugewinn von vier Dezibel, verglichen mit dem Vorgänger, bei einer Batteriespieldauer unter Volllast von fünf Stunden. Angetrieben wird jeder einzelne Speaker von einem speziell für die SOUNDBOKS 3 entwickelten, 72 Watt RMS starken Class-D-Verstärker vom Typ Mercus Audio Eximo. Der Frequenzgang der Box reicht von 20 KHz runter bis zu 40 Hz.

Um die Leistung des Akkus voll auszureizen, haben sich die SOUNDBOKSer ein smartes Powermanagement ausgedacht: Wenn der Musikpegel über einem bestimmten Schwellenpegel liegt, schaltet sich der integrierte 12,8-zu-24-V-DC-DC-Wandler ein und liefert die Spannung, die benötigt wird und nur dann. Das alles geschieht automatisch, wodurch die Leistungsverluste auf ein Minimum reduziert werden. User muss sich um nichts Weiteres kümmern, als mit dem großen angenehm geriffelten Volume-Regler die gewünschte Lautstärke zu wählen.

Akku & Charger

Vom Prinzip hat sich hier im Vergleich zu den beiden früheren SOUNDBOKS-Generationen nichts geändert. Mit einem Spezialnetzteil, dem „Charger“, wird entweder das Akku „Batteryboks“ geladen oder die SOUNDBOKS direkt mit Strom versorgt, wenn zum Beispiel eine Steckdose in der Nähe ist.

Es handelt sich um einen 12,8-V-LiFePO4-Akku, der durch 110 V bis 230 V Wechselstrom mit 14,6 V Gleichstrom aufgeladen wird. Wird bei höheren Lautstärken mehr Saft gebraucht, wandelt die SOUNDBOKS automatisch auf 24 V um, um eine höhere Lautstärke zu erzielen. Als User muss man sich um nichts anderes kümmern, außer Volume lauter zu drehen.

Die Laufzeit soll bei voller Lautstärke von 126 dB fünf Stunden betragen, bei halber Lautstärke sogar satte 40 Stunden. „Drei Tage wach“ und Sound dabei ist also kein Problem mehr.

Der Akku sitzt wie bei den ersten beiden SOUNDBOKSen links in einem Schacht und wird mit dem Stromstecker fixiert. Möchte man die SOUNDBOKS 3 per Netzteil betreiben, wird der Netzteilstecker ebenfalls in diese Buchse gesteckt. Ein eher mechanisches Prinzip, aber es funktioniert ausgezeichnet. Der CHARGER kann auch ohne Akku zum Betrieb der SOUNDBOKS verwendet werden. „Ohne Akku“ ist hier wörtlich zu nehmen: Der Akku muss aus dem Einschubschacht entfernt werden, damit der Stecker in die Buchse passt.

Die Akkus können auch einzeln erworben werden, damit im mobilen Einsatz ein geladener zur Verfügung steht, wenn der erste leergespielt wurde. Die neue BATTERYBOKS ist satte 60,– Euro teurer als die erste Generation, dafür leistungsstärker und abwärtskompatibel zu älteren SOUNDBOKSsen. Die alte BATTERYBOKS (1st Gen) kann mit der SOUNDBOKS 3 nicht verwendet werden.

Flansch

Dank der neuen Anschlüsse spricht nun auch wirklich nichts mehr dagegen, die SOUNDBOKS als Mini-PA oder Monitorbox zu nutzen. Dank des robusten Zylinders aus ABS-Kunststoff im Boden kann sie auf die handelsüblichen Monitorstative geflanscht werden. Der Hersteller empfiehlt den Einsatz von Stativen auch beim Einsatz von mehreren SOUNDBOKSen im Bluetooth-Verbund, um Störungen der drahtlosen Verbindung – zum Beispiel durch tanzende Menschen – zu vermeiden. Dadurch sei ein größerer Abstand zwischen den einzelnen Einheiten möglich.

App

Per App können eine oder mehrere SOUNDBOKSen auch via Smartphone konfiguriert und kontrolliert werden. Hier kann das Gainlevel für Line-oder-Mikrofonsignale justiert und drahtlos die Gesamtlaustärke kontrolliert werden. Sogar Firmware-Updates werden über die App durchgeführt und von denen soll es laut Hersteller in Zukunft noch einige geben. Weitere Einstellungen (z. B. Equalizer) oder Anzeigen (z. B. Batteriestatus) habe ich leider nicht vorgefunden.

Backpack

So richtig mobil wird die Party erst mit dem zusätzlich erhältlichen Backpack. Es handelt sich hierbei um eine für die SOUNDBOKS optimierte Kiepe, in welcher die Box eingehängt und relativ komfortabel auf dem Rücken getragen werden kann. Da alle SOUNDBOKS-Generationen die gleichen Abmessungen haben, ist das Backpack auch abwärtskompatibel.

Pro & Contra

  • sehr laut
  • sehr lange Akkulaufzeit
  • universell einsetzbar
  • gute Verarbeitung
  • austauschbarer Akku
  • professionelle Audioanschlüsse
  • Verkopplung von bis zu fünf Einheiten via Bluetooth Low Energy (BLE)
  • App fürs Smartphone
  • hoher Spaßfaktor

  • weniger Basswiedergabe bei voller Lautstärke
  • hoher Preis

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