Test
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12.11.2020

SPL Control One & SPL Marc One Test

Monitor-Controller & Audio-Interface


Mit oder ohne USB – was darf es sein?

Vor Kurzem hat SPL die neue, preisgünstige One-Serie vorgestellt, die aktuell vier Modelle bietet: Phonitor One, Phonitor One D, Control One und das Topmodell Marc One. Design und Prinzip ist bei allen vier ähnlich und unterscheidet sich hauptsächlich in der Anzahl der Anschlüsse, der Zielgruppe und natürlich im Preis.

SPL setzt trotz des günstigen Preispunktes weiterhin auf „Made in Germany“ und die schicke schwarze Verarbeitung sowie das pragmatische Industriedesign der Serie ist durchaus sexy. Obwohl es die vier Gerätschaften von der Funktion her schon mal in irgendeiner ähnlichen Form von SPL gab, so schön straff wie heute hat sich das Portfolio noch nie gezeigt! 

Details

Mit oder ohne USB, aber immer ohne Preamps

SPL Control One und SPL Marc One sind beide „Made in Germany“ und unterscheiden sich ausschließlich durch das eingebaute USB-Audiointerface, wodurch sie verschiedene Produktkategorien bedienen. Da wäre Monitorcontroller auf der einen Seite sowie puristisches Audiointerface mit analogem Monitoring als „Recording Controller“ auf der anderen Seite. 

Firmenintern stehen beide Produkte sogar ein wenig in Konkurrenz zu 2Control, Volume8, SMC, MTC und Crimson sowie den teuren Phonitor 2 und Phonitor X. Das 1,5 kg schwere Metallgehäuse fühlt sich jedenfalls solide an und ist mit Maßen von 210 x 49,6 x 220 mm im Verhältnis als sehr kompakt zu bezeichnen.

SPL Control One und SPL Marc One liegen mit einem moderaten Straßenpreis von 489 und 689 Euro genau zweihundert Euro auseinander. Der Mehrwerts des USB-Interfaces zugunsten des Marc One erklärt sich dabei nicht über seine Kanalanzahl (2 In/2 Out), sondern über den AKM AK4490 Chip, der bis zu 32 Bit/768 kHZ bringt und DSD4 und DSD256 bedient. 

Beim SPL Phonitor (389 Euro ) und Phonitor D (589 Euro) ist die Preisdifferenz gleich, allerdings gibt es – anstatt AD/DA wie hier – dort nur DA-Wandlung. Preamps sucht man in der gesamten Serie bisher vergeblich. Via Stereo-Line-In kann man bei Bedarf aber durchaus einen Mikrovorverstärker vor den AD-Wandler packen. Für puristische Stereoaufnahmen sollte das ausreichen.

Solider 2- und 2.1-Monitorcontroller

Beide Units bieten durchgängig große Klinke, zum einen für den direkten Anschluss zweier Stereo-Monitorpaare zum anderen für die beiden analogen Quellen. 

Mit dem linken Kippschalter an der Front wird zwischen den Speakern und auch zwischen Mute gewechselt (A, OFF, B). Speakeranschluss A bietet drei symmetrische Ausgänge in Form von Links und Rechts sowie ungefiltertem Mono für einen Subwoofer. Lautsprecheranschluss B hingegen ist unbalanced, was in der Praxis aber ausreichend sein dürfte.

Rückseitig finden sich die Monitoranschlüsse sowie die zwei Stereo-Lineeingänge und auch noch ein weiterer Stereo-Lineausgang. Die Line-Ins sind beim Control One übrigens umschaltbar (1, 2, 1+2) beim Marc One gibt es ein Monitorregler, der das zusätzliche USB-Signal mit den beiden Inputs mischt. Der Ausgangspegel wird immer mit dem großen Poti links bestimmt. Zusätzliche -10 dB sind via DIP-Schalter auf der Rückseite abzurufen, sodass man über einen möglichst großen Bereich gemütlich pegeln kann.

Der Line-Out gibt – im Gegensatz zu den umschaltbaren Speaker-Outs – das Ausgangssignal unabhängig vom Volumepoti aus, sodass beispielsweise weitere Kopfhöreramps als Slave betrieben oder Control One und Marc One in bestehende Setups eingeschleift werden können. Der erste Input ist symmetrisch, Eingang 2 und der Line-Out sind hingegen unsymmetrisch. Und logisch: Nur der Marc One hat einen USB-Anschluss, ansonsten gleicht sich die Rückseite 1:1. Das mitgelieferte externe Netzteil und der Stromschalter sind ebenfalls identisch.

Die angegeben Messwerte sind auf einem hohen Niveau, der Gleichlauf des Potis ist ebenfalls gut. Für die Freaks die Zahlen: Der Frequenzgang beläuft sich auf 10 Hz bis 200 kHz bei -3 dB, bei einem Dynamikumfang von 120 dB sowie einem A-bewerteten Rauschen von -99 dB an 600 Ohm. Der Klirrfaktor liegt bei 0,002 % (0 dBu, 10 Hz–22 kHz, 600 Ω) sowie das Übersprechen unter 75 dB @ 1 kHz. Der L/R-Unterschied belief sich, von mir gemessen, im Mittel bei 0,2 dB Abweichung in den oberen 50 Prozent Regelweg. Sehr gut!

Kräftiger Crossfeed/Kopfhörerausgang

Werfen wir einen Blick rechts auf die Front finden wir den 6,35mm-Kopfhörerausgang. Er verfügt über eine eingebaute SPL-Phonitor-Matrix mit festem -1dB-Center-Level sowie fixem 30°-Öffnungswinkel und einem regelbaren Crossfeed.

Die Phonitor-Matrix macht den Kopfhörersound lebendiger, weil das Übersprechen zwischen L und R simuliert wird, wie man es sonst vom Hören über Lautsprecher kennt. Damit klingt der SPL weniger künstlich als es sonst mit Kopfhörern üblich ist – insbesondere bei guten geschlossenen Modellen. Dreht man den Crossfeed zu, wird die gesamte Phonitor-Schaltung aus dem Signal genommen, was mit dezentem Relaisklicken quittiert wird.

Zum Kopfhöreramp gibt es natürlich auch noch Zahlen, wobei alle Nicht-Nerds gern bereits jetzt in die Praxis wechseln dürfen. Ansonsten ist im Prinzip alles wie beim Line-Out jedoch mit 0,013 % THD bei maximaler Ausgangsleistung sowie folgende abrufbare Leistung: 2 x 190 mW (1 kHz, 600 Ω), 2 x 330 mW (1 kHz, 250 Ω) und 2 x 400 mW (1 kHz, 47 Ω). Reichlich Leistung, würde ich mal sagen.

Pro & Contra

  • simples, analoges Bedienkonzept
  • Phonitor-Kopfhörerausgang
  • sehr unauffälliger Klang
  • hochwertige Wandler

  • kein unabhängiges Monitoring von Kopfhörer und Speakern möglich

Gehört zu dieser Serie

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