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04.11.2020

Spotify promotet jetzt Musik und zahlt euch im Gegenzug noch weniger!

Streaming-Dienst kündigt "Experiment" an

Musik wird innerhalb der Discovery-Funktion bevorzugt

Diese News dürfte einen gewaltigen Aufschrei innerhalb der Industrie nach sich ziehen! Spotify kündigt in einem Statement ein "Experiment" an, bei dem das bisher nicht angerührte Erfolgsrezept des Streaming-Dienstes verändert werden soll. Es geht um die Discovery-Funktion, die Spotify bei Konsumenten mitunter so erfolgreich macht. Laut Spotify selbst schlägt der Dienst seinen Nutzerinnen und Nutzern nämlich monatlich über 16 Billionen (!) neue Künstler vor. Der Algorithmus basiert dabei bisher vor allem auf dem Musikgeschmack des Konsumenten und gleicht diesen mit anderen Nutzerdaten ab, um möglichst treffsichere Vorschläge machen zu können. 

Nun hat sich das Unternehmen dazu entschieden in den viel zitierten Algorithmus eine neue Variable einfließen zu lassen: Geld. Wenn ein Künstler oder dessen Label sich also bereit erklärt einen Teil der – eh schon verschwinden geringen – Lizenzgebühren, die Spotify pro Stream an Künstler ausschüttet, an den Streaming-Dienst abzutreten, werden bestimmte Songs bevorzugt behandelt. Zunächst trifft das nur für die Discovery-Funktion, das personalisierte Spotify-Radio und Autoplay-Formate zu. 

Über die genaue Summe, die Spotify für die zusätzliche Reichweite verlangt, schweigt das Unternehmen natürlich. Allerdings soll es zumindest die Möglichkeit geben, dass Künstlerinnen und Künstler ein Mitspracherecht bekommen, wenn es darum geht, welcher Song von Spotify bevorzugt behandelt werden soll. Die von Spotify selbst kuratierten und sehr einflussreichen Playlisten betrifft dieses "Experiment" allerdings nicht. Auch räumt das schwedische Unternehmen ein, keine Garantie für Platzierungen geben zu können. Wenn ein bevorzugt vorgeschlagener Song den Hörern nicht gefällt, fliegt er umgehend wieder aus dem Programm. 

Auch wenn Spotify es in seinem Statement so darstellt, als sei diese neue Funktion von den Musikern gewünscht worden, dürfte diese Nachricht für reichlich Unmut sorgen. Bereits seit dem Start des Streaming-Dienstes beklagen sich die Künstlerinnen und Künstler über die viel zu geringen Lizenzgebühren, die das Unternehmen an sie ausschüttet. Einige große Künstler und Bands sind daher bis heute nicht auf Spotify zu finden. Auch spielt diese neue Funktion vor allem namenhaften Musikern und den finanzstarken Major-Labels in die Karten. Wie die Spotify-Nutzer diesen Eingriff in den allzu häufig gelobten Algorithmus aufnehmen werden, bleibt ebenfalls abzuwarten. 

 

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