Test
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13.02.2020

Innere Werte

Das SSL 2+ ist ein durchdachtes, kleines USB-Interface mit vielfältigen Qualitäten. Neben den hochwertigen Komponenten wie den Alps-Potentionmetern auf der Außenseite, wurde auch Augenmerk auf innere Werte gelegt. Als Wandler arbeiten im SSL 2+ AK4621 von AKM, welche bereits positiv in der SSL Alpha Link-Serie aufgefallen sind. 

Bemerkenswert für ein bus-powered Interface ist, wie beherzt die Kopfhörer-Amps zur Tat schreiten: Sie haben absolut keine Probleme damit, auch hochohmige Studio-Kopfhörer zu mächtigen Lautstärken anzutreiben. Die Preamps sind laut Hersteller ein teildiskretes Design aus diskreten Komponenten und ICs. Sie produzieren mit -130,5 dBu ein sehr gutes äquivalentes Eigenrauschen und liefern mit einer maximalen Verstärkung von 62 dB genug Power, um auch Mikrofonen mit niedrigem Übertragungsfaktor bei leiseren Signalen auf die Sprünge zu helfen. 

Klingt das SSL 2+ nach SSL?

Die Mikrofon-Preamps klingen neutral mit leichter Höhenbetonung. Im Vergleich mit dem SSL VHD Preamp schlägt sich das SSL 2+ recht gut. Mit der Auflösung und Transparenz des VHD kann der SSL 2+ nicht ganz mithalten, was angesichts des Preispunktes auch niemand fordern kann. Eine klangliche Verwandtschaft ist aber nicht abzustreiten. Auch der Instrument-Input des Preamps macht Spaß und wird mit scharfen Anschlägen an der Gitarre problemlos fertig. 

Der 4K-Modus soll mittels Zuschaltung analoger Komponenten den Klang der legendären SSL-4000-Mischpulte nachbilden. Hierbei treten eine Höhenbetonung in Form eines High-Shelf-Boosts sowie harmonische Verzerrungen auf. Ein sehr ähnliches Konzept hat Focusrite letztes Jahr in seinen Scarlett-Interfaces als Air-Modus vorgestellt. Das kann angenehm klingen, etwa bei Mikrofonen, die von Natur aus einen eher belegten Charakter haben. Es kann auch Anfängern helfen, ein “fertigeres” Signal aufzunehmen. Auf brillanteren Mikrofonen ist der Effekt, aber auch schnell zu viel des Guten. Insgesamt kann der 4K-Modus ein nützliches Tools sein.

Die Round-Trip Latenz liegt bei 7 ms bei 32 Samples Buffergröße und 96 kHz Samplerate. Bei 128 Samples und 44,1 kHz liegt die Latenz bei etwa 15 ms. Das ist für die Preisklasse und USB-2.0 in Ordnung. 

Zubehör

Wie die meisten Hersteller von Interfaces legt auch SSL in dieser Preisklasse ein Software-Bundle bei. Hier bekommt man zunächst die kostenlosen Versionen von Pro Tools und Ableton Live, mit denen Einsteiger direkt ihre ersten Schritte wagen können. Von Native Instruments gibt es das Komplete Start Bundle und eine Lizenz für Hybrid Keys im Wert von knapp 50 Euro. Abgerundet wird das Paket von SSLs eigenen Effekt-Plug-ins Vocalstrip 2 und Drumstrip.  

Die einzigen benötigten Kabel liegen in Form von einem USB-C- und einem USB-C- auf USB-B-Kabel bei. Das umfangreiche Handbuch erklärt die Funktionen des SSL 2+ auf 31 Seiten vorbildlich detailliert und auf deutsch. Treiber werden nur unter Windows benötigt, Mac OS und iOS unterstützen das SSL 2+ ohne Installation. 

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • gut klingende Preamps
  • hochwertige Wandler
  • solides Desktopgehäuse
  • starker Kopfhörerausgang
  • monitoring Möglichkeiten
  • MIDI-In/Out
  • detailliertes Handbuch
  • umfangreiches Software-Bundle

  • Bedienbarkeit der Schalter

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