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Test
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16.12.2016

Steinberg Cubase Pro 9 Test

DAW-Software

Steinberg reagiert auf die Wunschzettel der Anwender

Die professionelle DAW-Software Cubase geht in die neunte Runde und bringt einige Neuerungen, die bei vielen Anwendern ganz oben auf dem Wunschzettel standen. Mit dabei sind eine Sampler-Funktion, eine Undo-History für den Mixer, und ein neuer, flexibler Equalizer, die nun zur Standardausstattung der großen Pro-Version gehören.

Ob sich das Update lohnt, muss jeder selbst für sich entscheiden. Mit unserem Test wollen wir für diese Entscheidung eine kleine Hilfestellung bieten.

Details

Auch Elements wird geupdatet

Cubase ist wie gehabt in den drei Ausbaustufen Elements, Artist und Pro erhältlich, die in dieser Reihenfolge einen immer weiter gesteigerten Funktionsumfang bieten und dabei natürlich auch kostspieliger werden. Cubase Artist und Cubase Pro werden regelmäßig alle zwei Jahre im Dezember auf die neue Versionsnummer gehoben, die Anwender von Cubase Elements mussten bisher dagegen immer noch ein paar Monate warten. Die gute Nachricht für all diese Anwender lautet: Dem ist jetzt nicht mehr so! Auch das Update auf Cubase Elements 9 wurde in einem Zug mit den größeren Varianten veröffentlicht.

Der Kopierschutz läuft nach wie vor über den eLicenser, einen Kopierschutzstecker, der zum Betreiben von Cubase in einen USB-Port des Rechners gesteckt werden muss und beim Kauf der Vollversion enthalten ist. Das kleine Cubase Elements lässt sich dagegen auch mit dem Soft-eLicenser verwenden – also ohne Dongle. Eine allgemein bei Cubase und seinen verschiedenen Ausbaustufen sehr lobenswerte Eigenschaft ist die Möglichkeit, Projektdateien, die mit einer größeren Version erzeugt wurden, auch in kleineren oder älteren Versionen öffnen zu können. So ließ sich ein Song, der mit Cubase Pro 9 erstellt wurde, problemlos in Cubase Elements 8 öffnen, die Echtzeit-Bearbeitungen, die mit erweiterten Features der neueren Pro-Version umgesetzt wurden (z.B. VariAudio), gingen dabei aber natürlich verloren.

Ab jetzt nur noch 64 Bit

Steinberg geht mit der Zeit und trifft eine klare Entscheidung: Cubase ist ab Version 9 nur noch als 64 Bit Anwendung verfügbar. Dies bedeutet einerseits, dass die Software nicht mehr unter 32-Bit-Betriebssystemen läuft, und andererseits, dass auch keine 32-Bit-Plug-Ins mehr genutzt werden können. 

Auch von der VST Bridge, die bisher zum Bereitstellen von Effekten und Klangerzeugern im alten Format zuständig war, verabschiedet sich Steinberg also – und in diesem Fall ist der Abschied wohl nicht allzu schmerzlich, denn das Modul hat sich seinen nicht ganz so hervorragenden Ruf durchaus verdient. Eine gewisse Instabilität gepaart mit erhöhtem Ressourcenhunger wurde der Plug-In-Brücke völlig zu Recht vorgeworfen, weshalb viele Anwender zu Alternativen wie der jBridge wechselten. Diese soll in der neuesten Version und unter Windows angeblich noch laufen. Getestet habe ich dies jedoch nicht, und auch Steinberg distanziert sich ausdrücklich von Dritthersteller-Bridges. Da die meisten halbwegs aktuellen Plug-Ins mittlerweile im neuen Format vorhanden sind, hat der Bedarf an einer solchen Funktion aber ohnehin drastisch abgenommen. Meiner Meinung nach ist der Rückzug aus dem 32-Bit-Bereich durchaus nachvollziehbar, denn 64 Bit sind mittlerweile nun einmal die Norm.

Ein Wachposten für den Plug-In Ordner

Wenn wir schon beim Thema „Plug-Ins und Stabilität“ sind, ist es naheliegend, vor den ganz großen Neuerungen einen Blick auf den Plug-In Sentinel zu werfen, der in der 9er-Version von Cubase beim Programmstart die Plug-In-Ordner auf schwarze Schafe durchsucht. Verwendet Steinberg jetzt Poizeistaat-Methoden? Nein, darum geht es nicht! Die Aufgabe dieses kleinen Wachpostens ist es, Plug-Ins zu identifizieren, die ein potenzielles Problem für die Stabilität von Cubase darstellen und für Abstürze sorgen könnten.

Wird ein solches Plug-In erkannt, dann setzt der Sentinel es auf eine Blacklist, so dass es zunächst nicht mehr verfügbar ist. Diese Blacklist lässt sich aber direkt aus Cubase heraus bearbeiten, und wer risikofreudig genug ist, kann die Problemkinder im zugehörigen Dialog wieder „whitelisten“ und damit weiterhin nutzen. Um ein revolutionäres neues Feature handelt es sich hier sicherlich nicht, prinzipiell ist es aber natürlich eine gute Sache, von vornherein zu wissen, dass ein Plug-In aus der Reihe tanzen könnte.

Bevor es nun wirklich an die großen Neuerungen geht, möchte ich als Windows-User noch meine ungehemmte Freude darüber ausdrücken, dass Cubase nun Plug&Play-Support von USB-Geräten bietet. Für alle Mac-User: Richtig, unter Windows musste man Cubase nach Anschluss eines USB-Controllers oder vergleichbarer Hardware bisher tatsächlich neu starten, um diesen zu nutzen. Und für alle Windows-User: Richtig, das muss man jetzt nicht mehr!

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Undo-History für den Mixer
  • Sampler-Spur bietet grundlegende Sampling-Funktionen
  • Neuer und flexibler EQ
  • Erweiterte Möglichkeiten zum Fenster-Layout
  • Gleichzeitiger Mixdown mehrerer Bereiche eines Projekts über Marker
  • Plug&Play für USB-Geräte unter Windows

  • kein Contra

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