Bass Hersteller_MusicMan
Test
7
26.11.2018

Praxis

Der erste Sterling Ray34, den ich vor etwa drei Jahren für bonedo getestet habe, besaß einen richtig schweren Korpus aus Esche. Der Bass wog insgesamt satte 4,8 kg und ging nach längerer Spieldauer schon ordentlich auf den Rücken. Der Mahagoni-Korpus des Ray34 Koa ist erfreulicherweise deutlich leichter, sodass mein Testexemplar insgesamt nur 4 kg auf die Waage bringt. Das ist ein Gewicht, mit dem die meisten Tieftöner sicherlich gut leben können.

Ausserdem hängt der Bass gut ausbalanciert am Gurt, der Korpus drückt dank eines deutlichen Shapings auf der Rückseite nicht in Rippen, und auch die tiefen Lagen sind leicht zu erreichen - insgesamt lässt sich der elegante Ray34 Koa also sehr angenehm und leicht spielen.

Das Setup konnte ich noch leicht optimieren, indem ich etwas Krümmung aus dem Hals nahm und die Saitenlage tiefer justierte. Der Ray34 spielt sich so eingestellt super komfortabel, und dank der guten Bundierung rasselt trotzdem kein Ton auf dem Griffbrett.

Trocken gespielt produziert der Ray34 von Sterling bereits einen kräftigen Sound und verfügt über ein sattes Sustain in allen Lagen. Die Konstruktion ist also sehr schwingungsstark und ich bin wirklich gespannt, wie sich der schicke Viersaiter an meinem Amp macht. Als erstes hören wir uns den puren Sound des Ray34 mit neutraler EQ-Einstellung an:

Der geneigte Stingray-Fan weiß, welcher Sound von einem klassischen Tonabnehmer-Setup mit einem Humbucker zu erwarten ist und wird deshalb vom Sterling by Music Man Ray 34 Koa nicht sonderlich überrascht sein. Er liefert einen klaren Sound mit ordentlich Punch und Durchsetzungkraft, so wie man es auch vom Klassiker kennt.

Durch den Mahagoni-Korpus klingt der Ray34 vielleicht eine Spur wärmer und runder als ein typischer Esche-Stingray. Allzu breit ist das Klangspektrum bei einem Bass mit nur einem Tonabnehmer natürlich nicht, für Anpassungen an den Spielstil oder an den eigenen Geschmack hat der Ray34 aber immerhin einen potenten Equalizer an Board. Mit einer leichten Höhenabsenkung wird der Fingerstyle-Sound beispielsweise noch ein Spur weicher und runder:

Dreht man die Höhen komplett zu und die Bässe gleichzeitig ordentlich auf, liefert der Ray34 fette Sounds für Reggae etc.:

Für den nachfolgenden Slapsound habe ich die Bässe und die Höhen fast komplett aufgedreht. Den EQ des Ray34 kann man durchaus beherzt einsetzen, ohne den Sound aus der Spur zu bringen. Die Ergebnisse sind zum Teil zwar extrem, aber durchaus noch praxistauglich, und die Elektronik produziert auch bei starken Anhebungen erfreulich wenig Rauschen. 

Im letzten Clip kommt der Mittenregler des Preamps zum Ensatz. Der ohnehin schon mittenbetonte Sound des Ray34 wird durch den Mittenboost noch durchsetzungsstärker und aggressiver. Mit dieser Einstellung kann man sich auch in dichten Bandsounds problemlos Gehör verschaffen!

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • elegante Optik
  • klassische Stingray-Sounds
  • gute Ergonomie, hoher Spielkomfort
  • effektiver Equalizer
  • fehlerlose Verarbeitung
  • gepolsterte Gigbag als Zubehör

  • keins

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