Hersteller_Studiologic
Test
3
07.12.2017

Studiologic Numa Compact 2 Test

Stagepiano / Masterkeyboard

Rückenfreundlicher Dauerbegleiter

Studiologic hat sein 88-Tasten-Masterkeyboard Numa Compact nach 5 Jahren einer Frischzellenkur unterworfen. In der neuen Version, Numa Compact 2 genannt, erhält es jetzt einige Verbesserungen. Nach wie vor besitzt es eine leicht gewichtete 88-Tasten-Klaviatur, einige Masterkeyboard-Funktionen und auch eine eigene interne Klangerzeugung. Die Anzahl der Sounds wurde im Zuge des Modellwechsels von 10 auf jetzt 88 erhöht, die Effekt-Möglichkeiten wurden erweitert und das Bedienkonzept wurde gründlich überarbeitet. Zwei kleine Lautsprecher auf der Rückseite erlauben es nun, das Instrument für Übungszwecke ohne separate Verstärkung zum Klingen zu bringen. Der Preis wurde letztendlich auch erhöht, das Numa Compact 2 kostet jetzt ca. 500 € und damit ungefähr 100 € mehr als das Vorgängermodell.

Der italienische Hersteller Fatar ist seit vielen Jahren bekannt für dessen hochwertige Tastaturen. Viele Keyboard- und Digitalpiano-Hersteller verbauen Fatar. Seit über 30 Jahren vertreiben die Italiener unter dem Namen Studiologic eigene Masterkeyboards, Digitalpianos und Orgeln. 1986 erschien mit “STUDIO 88” das erste Produkt auf dem Markt. Mittlerweile gibt es mit der Numa-Serie eine Vielzahl an Instrumenten, teils mit nur leicht gewichteten Tasten, teils mit Hammermechanik-Tastaturen. Mein Keyboarder-Kollege Xaver Fischer hat übrigens in einer legendären Aktion und zwecks besserem Transport, ein Numa Nano zersägt. Das in unserem Test besprochenen Numa Compact 2 verfügt über eine leicht gewichtete Tastatur, ist kaum größer als dieselbe und wiegt lediglich 7,1 kg. Was in diesem neuen Leichtgewicht steckt, untersuchen wir in diesem Test.

Details

Aufbau

Die Form des Pakets lässt schon erahnen, wie sich die Formgebung des Numa Compact 2 gestaltet: Es ist extrem lang und schmal, im Grunde genommen eine 88-Tasten-Klaviatur mit ein bisschen was Drumherum. Das Drumherum besteht aus einer Reihe von Tastern und Drehreglern, einem kleinen OLED-Display und zwei sogenannten Sticks auf der linken Gehäuseseite, die als Ersatz für Modulations- und Pitchbend-Räder dienen.

Das Gehäuse besteht aus schwarzen Kunststoff, der nicht besonders stabil und wenig verwindungssteif wirkt. Man kann das extrem schmale Instrument sogar ohne große Anstrengung geringfügig um seine Längsachse verdrehen. Die Formgebung und die Beschaffenheit des Materials im Bereich um die Tastatur herum, erinnert mich lustigerweise an ein altes Wurlitzer 200 Piano. Das war es aber auch schon mit den Vintage-Parallelen. Optisch bietet das Numa Compact 2 orange-farbene Applikationen an den Seiten, diese Farbe findet man auch bei den Drehreglern sowie bei den Einfassungen der beiden rückseitig eingebauten Mini-Lautsprecher wieder.

Die verschiedenen Ansichten des Studiologic Numa Compact 2 in der Fotostrecke. (Fotos: Bonedo)

Anschlüsse

Auf der Rückseite des Instruments findet man auch alle notwendigen Anschlüsse. Das heißt, man findet sie nur, wenn man sich mit einer Taschenlampe und einer Lupe bewaffnet und sich hinter das Gerät begibt. Die Bezeichnungen der Anschlüsse sind nämlich nicht sonderlich gut lesbar in den schwarzen Kunststoff eingestanzt. Schwarze Schrift auf schwarzem Untergrund - das macht nicht sehr viel Sinn! Außerdem lässt die Stabilität der Anschlüsse zu wünschen übrig: Eingesteckte Klinkenkabel sitzen zwar fest in den Buchsen, das nützt aber wenig, wenn die Buchsen selbst nicht fest mit der Gehäuserückwand verbunden sind. Neben dem Ein-/Ausschalter und dem Anschluss des externen 12V-Netzteils liegen die MIDI-In/Out-Buchsen, der USB-To-Host-Anschluss, die beiden Pedal-Buchsen, die Audio-Ausgänge L/R sowie der Kopfhörer-Anschluss.

Die Gehäuserückseite des Studiologic Numa Compact 2 mit allen Anschlüssen und dem Lautsprecherpaar. (Fotos: Bonedo)

Tastatur

Das Studiologic Numa Compact 2 ist mit der Fatar TP/9 PIANO-Klaviatur ausgestattet, einer leicht gewichteten 88er Tastatur mit monophonem Aftertouch. Natürlich darf man von einer solchen Tastatur keine Wunder erwarten, was das Spielgefühl angeht. Das Numa Compact 2 besitzt auch das Attribut “kompakt” bereits im Namen. Das Gewicht von  7,1kg ist eben nur erreichbar, wenn man keine Hammermechanik-Tastatur verbaut, sondern auf den Kompromiss in Form einer leichteren Tastatur zurückgreift. Die TP/9 Piano-Tastatur bietet leicht angeraute schwarze Tasten, was die Griffigkeit erhöht. Ich empfand das Spielgefühl auf dem Numa Compact 2 gut, eine dynamische, pianistische Spielweise ist auf diesem Keyboard obendrein gut möglich, nichts klapperte, die Tastatur machte einen robusten Eindruck. Nach kurzer Recherche fand ich heraus, dass genau diese Fatar-Tastatur mit 76 Tasten auch z.B. in meinem alten Roland Masterkeyboard A-33 verbaut ist. Das kam 1996 auf den Markt. Bei einem Vergleich beider Keyboards konnte ich nur feststellen, dass die brandneue Tastatur des Numa Compact 2 etwas strammer ist. Entweder hat Fatar die Härte der Federn im Laufe der Zeit etwas verändert oder die 20 Jahre Nutzung haben beim A-33 ihre Spuren hinterlassen.

Die Tastatur des Studiologic Numa Compact 2. (Foto: Bonedo)

Bedienung

Das Frontpanel des Numa Compact 2 ist in vier Bereiche unterteilt. Auf der linken Seite befindet sich das OLED-Display, das von 7 beleuchteten Tastern und einem sogenannten Encoder umgeben ist. Mit diesen Bedienelementen werden alle Einstellungen in den verschiedenen Menüs durchgeführt. Das Display ist so klein, dass Parameter teilweise nur mit Mühe zu erkennen sind. Beim Encoder handelt es sich um einen Endlos-Regler, der auch eine Taster-Funktion beinhaltet. Durch einen “Klick” mit dem Encoder springt der Cursor im Hauptmenü des Displays auf die nächste der drei Hauptpositionen: Program, Lower oder Upper. Dabei dient die Position des Cursors im oberen Bereich des Displays für die Auswahl des aktuellen Programs, während die beiden unteren Positionen die beiden Parts bzw. Zonen repräsentieren, aus denen ein Program besteht. Mit dem Encoder kann dann die Lautstärke des angewählten Parts eingestellt werden.

Es können zwei interne Sounds gleichzeitig im Layer- oder Split-Modus gespielt werden und zusätzlich zwei Zonen programmiert werden, die externe Midi-Klangquellen ansteuern. Über die Tasten SOUND und MIDI schaltet man zwischen den beiden Ansichten intern/extern um. Mit der SPLIT-Taste kann schnell zwischen dem Layer- und Split-Modus gewechselt werden. Die Taster UPPER (ZONE A) und LOWER (ZONE B), die unmittelbar unter dem Display angeordnet sind, dienen dazu, den entsprechenden Part (Zone) anzuwählen, und anschließend auch ein- oder auszuschalten. Interessanterweise kann man im die Sounds auch so programmieren, dass der Upper-Part unten liegt und der Lower-Part oben. Dazu später mehr.

Das Bedienpanel des Studiologic Numa Compact 2. (Fotos: Bonedo)

Über die Taste EDIT (GLOBAL) gelangt man bei kurzer Betätigung in die tiefere Menü-Ebene des aktuellen Programs oder Parts, in der viele Parameter der Sounds und Midi-Zonen eingestellt werden können. Bei längerem Tastendruck erscheint das Global-Edit-Menü, in dem Parameter verändert werden können, die das gesamte Instrument betreffen. Hier stellt man beispielsweise ein, wie der Wert für Transpose, Tuning, Anschlagsdynamik oder wie stark der Saitenresonanz-Effekt für den akustischen Klavierklang sein soll. Diese Werte werden beim Verlassen des Global-Edit-Menüs automatisch gespeichert. Will man ein Program mit allen Sounds und Parametern dauerhaft sichern, so funktioniert das mit der STORE-Taste. Es stehen insgesamt 99 Speicherplätze zur Verfügung, von denen 40 Programs bereits werksseitig vorbereitet sind, welche aber auch überschrieben werden können. Die Bedienung des Numa Compact 2 ist nicht ganz einfach. Man muss sich schon etwas mit dem Encoder, dem Cursor auf dem kleinen Display und den unterschiedlichen Edit-Ebenen befassen.

1 / 3
.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Gute Piano-Sounds
  • Umfangreiche Effektsektion
  • Eingebaute Kleinstlautsprecher
  • Kompakte Abmessungen und geringes Gewicht
  • Günstiger Preis

  • Wenig robustes Gehäuse
  • Nur ein Splitpunkt
  • Sehr kleines Display
  • Fummelige Sticks
  • Rückseitige Anschlüsse wackelig und schlecht beschriftet
  • Externes Netzteil
Zur Produktseite bei Thomann

Verwandte Artikel

Studiologic Numa Concert Test

Mit dem Numa Concert haben die italienischen Tastaturexperten von Studiologic ihre Stagepiano-Palette erweitert. Kann sich das Piano gegenüber der Konkurrenz behaupten?

Korg SP-280 Test

Mit dem SP-280 hat Korg ein preisgünstiges Digitalpiano in Retro-Optik im Angebot. Wir haben es für euch getestet.

Korg Grandstage Test

Mit dem Grandstage läutet Korg seine neue Stagepiano-Generation ein. Das mit 88 oder 73 Tasten verfügbare Grandstage bedient sich teilweise der Sound Engines aus dem Kronos, was auf einen guten Sound hoffen lässt. Wir haben es getestet.

Nord Stage 3 Test

Mit dem Nord Stage 3 ist die neue Generation des beliebten Bühnen-Arbeitstiers erschienen. Im Test erfahrt ihr, welche Neuheiten das Nord Stage 3 gegenüber den Vorgängern bietet.

User Kommentare

Zum Seitenanfang
Impressum
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X