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Test
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21.01.2010

Welcher Numa Typ bist Du?

Beim Numa Nano finde ich neben dem Mod-Wheel sogar ein Pitchwheel, auf das beim Numa Nero verzichtet wird. Das Display ist für sämtliche Anwendung ausreichend groß. Die gesamte Bedienung und Editierung erfolgt recht einfach und intuitiv, das gute und übersichtliche, gerade einmal 15 Seiten starke Handbuch deutet bereits darauf hin.
Beide Numas haben vergleichsweise wenig Controlleranschlüsse. Gerade einmal zwei programmierbare Klinkeneingänge, Jack 1 und Jack 2, sind für Steuerungspedale und Ähnliches vorgesehen. Für das reine Klavierspiel geht das in Ordnung, aber für das Erstellen von komplexeren Soundpatches ist das einfach zu dürftig. In diesem Zusammenhang frage ich mich auch, warum beim Numa Nero das Pitchwheel wegrationalisiert wurde, schließlich hat man über das reine Klavierspiel hinaus noch die Möglichkeit, vier weitere Zonen mit Sounds zu belegen.

Innereien
Zwei Modi stehen dem Numa Nero- beziehungsweise Numa Nano-Eigner zur Verfügung: der Play- und der Edit-Modus. Der Play-Modus ist auf das Aufrufen der 64 Patches, das Ein- und Ausschalten einzelner Zonen und einige Möglichkeiten, ein Patch „live“ zu editieren, beschränkt. Dazu zählt die Änderung des MIDI Kanals, die Wahl des Zone-Programs, die Zone-Volume und die Patch-Transpose. Bleibende Änderungen müssen jedoch im Edit-Modus gemacht werden. Hier stehen dann alle wichtigen Masterkeyboard-Funktionen zur Verfügung und können als Patch gespeichert werden:

MIDI Channel 1 - 16
Program Change
Key Range
Volume
Transpose
Dynamic Shapes (Erklärungen dazu siehe unten)
Wheel Control
Aftertouch Control (deaktivierbar und auch anderen MIDI Controllern zuweisbar)
Controller Jack 1 Zuweisung
Controller Jack 2 Zuweisung
Store
Patch Name
System-Software Version, LCD Contrast, Empfindlichkeit des virtuellen Drehrades

 

Stromversorgung per Netzteil oder USB
Beide Probanden funktionierten einwandfrei mit USB-Strom und sämtliche Daten lassen sich auf einen Mac oder PC hin- und herschaufeln. Für den Fall, dass der Computer einmal zu Hause bleiben muss, wird auch ein Netzteil mitgeliefert.

An diesem Punkt sollte sich diese Frage eigentlich nicht mehr stellen, aber der Klarheit soll es noch einmal erwähnt werden: Über Features wie Automapping (= Programm, das PlugIns und Software-Instrumente erkennt und Controller automatisch zuweist) oder DAW-Steuerung vom Masterkeyboard aus verfügt die Numa-Serie nicht. Hier wird der Schwerpunkt ganz auf Tastatur und reduziertes, edles Finish gelegt.

Tastatur
Das Herzstück der Modellreihe sind natürlich die Tastaturen von Fatar. Im Numa Nero ist das Beste verbaut, was die Firma Fatar zu bieten hat: eine gewichtete Holzkerntastatur mit Hammermechanik. Diese Tastatur ist wunderschön und definiert zu spielen. Schnelle Tonrepetitionen und sämtliche Dynamikstufen lassen sich problemlos darstellen. Natürlich kommen hier besonders Instrumentalisten zum Zuge, die im Laufe ihrer Karriere ein akustisches Instrument kennen und schätzen gelernt haben. Leider hat eine solch ausgefeilte Technik auch ihre natürlichen Schattenseiten. So wiegt das Numa Nero satte 26 Kilo, zusammen mit einem adäquaten Flightcase auch gerne einmal weit über 30. Das ist für ein Gerät, das zunächst nicht einmal einen „Piep“ von sich geben kann, eine Menge Holz, wenn man bedenkt, was man als Live-Keyboarder noch so alles mit durch die Nation schleppen muss. Entlohnt wird man allerdings mit einer (Achtung Wortspiel!) hammermäßigen Tastatur und einer sehr schönen Optik. Ich denke, der Firmenname "Studiologic" ist hier Programm und die Numa-Serie wird ihre Heimat eher im anspruchsvollen Studio finden.

Beim Numa Nano könnte das anders sein. Denn dass die hochwertige Tastatur der "großen Serie" der Verursacher ihres Übergepäcks ist, merkt der Kunde schnell, wenn er einmal das Numa Nano näher unter die Lupe genommen hat. Das ansonsten technisch baugleiche Instrument kommt nämlich im Vergleich dazu mit luftigen 11 Kilo aus. Doch auch die gewichtete Kunststofftastatur des Nano bewerte ich als sehr gut. Sie ist zwar für Pianistenaufgaben bei Weitem nicht so feinfühlig und definiert wie die Tastatur des Numa Nero, jedoch stellt sie für die unterschiedlichsten Beanspruchungen auf der Bühne einen guten Mix dar. Somit ist der Numa Nano eindeutig der geeignetere Begleiter für Liveauftritte.

Dynamic Shapes
Eine sehr gute Pianotastatur ist eine feine Sache, aber auch eine sehr spezielle, da sie für die meisten anderen Anwendungen wie beispielsweise Beatprogramming, Orgel- oder Synthesizerklänge weniger geeignet ist. Studiologic geht auf diese Problematik zumindest in elektronischer Hinsicht ein, indem sie dem User die Möglichkeit veränderbarer „Dynamic Shapes“ zur Verfügung stellt. Anhand der wählbaren Velocitystufen lässt sich damit das Dynamik-Anschlagverhalten anderer Instrumente simulieren. Im Falle einer Orgel, die ja naturgemäß nicht über Velocity verfügt, können die "Dynamic Shapes" bewirken, dass der Ton bereits viel früher angetriggert wird, als man es bei einem Klavierton wünschen würde. Der Kunde hat auf diese Weise die Möglichkeit, die Velocity der Tastatur auf seine Lieblingssounds abzustimmen. Die Numa-Serie bietet dem User drei fest eingestellte Dynamikkurven, darüber hinaus stellt der Hersteller 15 weitere User-Speicher für eigene Dynamic-Shapes zur Verfügung. Das tolle Tastaturfeeling bleibt natürlich gleich.

Pro & Contra

  • Numa Nero
  • Edles Design
  • Spitzen-Pianotastatur
  • Einfache Bedienung
  • Numa Nano
  • Gute Allround-Tastatur
  • Kompakt und leicht
  • Einfache Bedienung

  • Numa Nero
  • Relativ hohes Gewicht
  • Spielhilfe an der Außenseite
  • Oberfläche empfindlich gegen Kratzer
  • Numa Nano
  • im Vergleich zum Nero leichte Abstriche beim Tastaturkomfort

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