Workshop_Folge
Workshop
3
10.06.2013

Vibrato Lead

Der zweite Sound, den wir in dieser Folge programmieren, ist ein Leadsound, dem man mit dem Modulationsrad etwas Vibrato hinzufügen kann. Das ist ein klassisches Einsatzgebiet für einen LFO – so klassisch, dass es bei fast allen Preset-Klängen der meisten Synthesizer voreingestellt ist. Und so klassisch, dass der Tyrell einen speziellen Vibrato-Parameter besitzt. Hier hört ihr den fertigen Sound:

Als Ausgangspunkt dient wieder das Blanko-Preset bonedo_01_Start. Als erstes wählt ihr für den ersten Oszillator am Regler SHAPE 1 eine Rechteckschwingung aus (Regler ganz nach rechts) und dreht den Oszillator 1 im Mixer auf 0.00 auf. Das sollte so klingen:

Für diesen Sound brauchen wir nur einen Oszillator (keep it simple!) – daher bleiben die Regler für OSC 2 und SUB im Mixer unten und wir brauchen hier keine weiteren Einstellungen zu machen. Es geht gleich weiter mit dem Filter. Der Cutoff wandert auf einen mittleren Wert (etwa 90.00) und die Resonanz geht hinauf auf großzügige 70.00, was dem Sound in Verbindung mit der gleich folgenden Filtermodulation Schärfe gibt.

Weiter geht's mit den Hüllkurven. Die Lautstärken-Hüllkurve (ENV 1) bekommt diese Werte: Attack = 20.00, Decay = 50.00, Sustain = 80.00, Release = 30.00. 

Für die zweite Hüllkurve, die gleich das Filter modulieren soll, stellt ihr folgende Werte ein: Attack = 30.00, Decay = 50.00, Sustain = 50.00, Release = 30.00. Der Regler VELO wandert auf etwa 70.00, wodurch die Intensität der Hüllkurve von der Anschlagstärke abhängt. Dann wählt ihr in der Filtersektion aus der Liste SOURCE 1 die ENV 2 aus (ADSR2) und dreht den Regler MOD 1 nach rechts auf etwa 60.00. Nun wird die Filterfrequenz von der zweiten Hüllkurve beeinflusst und zwar je nach Anschlagstärke unterschiedlich stark.

In der Standardeinstellung wird die Hüllkurve mit jedem Tastenanschlag neu getriggert. Für diesen Leadsound bleiben wir auch dabei. Es wäre jedoch auch noch eine andere Einstellung denkbar, die ihr je nach Geschmack alternativ verwenden könnt. In der Abteilung für globale Einstellungen rechts oben gibt es eine MODE-Auswahlliste, in der mono aktiv ist. Wenn ihr hier stattdessen legato einstellt, wird die Envelope nur neu getriggert, wenn zwischendurch alle Tasten losgelassen wurden. Hält man jedoch eine Taste gedrückt und spielt dann eine weitere, beginnt die Hüllkurve nicht wieder von vorn. Im Legato-Mode würde das letzte Beispiel so klingen:

Auch diesem Sound täte etwas GLIDE gut, um die Übergänge zwischen den Tönen fließender zu machen. Dreht den GLIDE-Regler in der OSC MOD-Sektion je nach Geschmack auf etwa 30.00 auf.

Jetzt kommt die Vibrato-Funktion ins Spiel, die wir über die Modulationsmatrix einbauen. Der Vibrato-Parameter bewirkt, dass sich der LFO1 auf die Stimmung aller Oszillatoren gleichzeitig auswirkt. Man muss die Modulation also nicht für jeden Oszillator einzeln definieren, sondern kann alle gemeinsam steuern. Wählt aus der Liste MATRIX 1 TARGET das Modulationsziel Tyrell -> Vibrato aus. Beim linken Regler in derselben „Zeile“ wird die dazugehörige Modulationsquelle eingestellt: Aus der Liste unter dem Regler wählt ihr ModWhl und dreht den Regler auf etwa 10.00 auf. Nun müssen wir noch den LFO1 einstellen, denn an diesen ist die Vibrato-Funktion gekoppelt. Die voreingestellte Dreieckschwingung ist für diesen Zweck perfekt. Bei SYNC selektiert ihr 1s und stellt den Regler RATE auf etwa 3.00. Nun kann man dem Sound mit dem Modulationsrad ein Vibrato hinzufügen:

Um dem Sound eine zusätzliche Facette zu geben, können wir noch den Filter-Cutoff mit dem gleichen LFO steuern, und zwar ebenfalls über das Modulationsrad. Dazu benutzen wir den zweiten Slot der Matrix. Bei MATRIX 2 TARGET wählt ihr Tyrell -> Cutoff aus. Als Modulationsquelle selektiert ihr aus der Liste unter dem linken Regler LFO1 und dreht den Regler auf etwa 10.00. Beim mittleren Regler wird als zweite Bedingung ModWhl aus der Liste ausgewählt und der Regler auf 100.00 ganz aufgedreht. Jetzt findet die Modulation nur statt, wenn das Modulationsrad betätigt wird. Dreht man das Rad auf, moduliert der LFO nun sowohl die Tonhöhe, als auch den Filter-Cutoff.

Etwas Feinschliff bringt der Chorus-Effekt, der diesmal auf den TYPE Ensemble eingestellt ist. RATE steht auf etwa 7.00, DEPTH auf 60.00 und WET auf 30.00. So klingt der fertige Leadsound:

Bei beiden Beispielsounds dieser Folge könnt ihr natürlich auch andere LFO-Schwingungsformen und -Settings ausprobieren. In der nächsten Folge werden wir uns dann an komplexere Modulationen wagen, denn die Möglichkeiten sind noch längst nicht erschöpft. Bis dahin viel Spaß beim Experimentieren!

Veröffentlicht am 10.06.2013

Gehört zu dieser Serie

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X