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01.02.2019

Synthesizer gebraucht kaufen

Worauf sollte man beim Kauf gebrauchter Synthesizer achten?

Tipps zum Kauf gebrauchter Synthesizer

Der Kauf eines gebrauchten Synthesizers kann eine echte Herausforderung werden, je nachdem, was man gerade sucht. Geht es um einen noch fast taufrischen Synthesizer, gestaltet sich das Vorhaben einfacher, als der Kauf eines analogen Wunschkandidaten mit mehr als zwanzig Jahren auf dem Buckel. Trotzdem sollte man sich immer ein genaues Bild über den Zustand des Wunschobjekts machen. Wer also einen Synthesizer gebraucht kaufen möchte, und ein bisschen danach sucht, kann immer noch Traumgeräte zu guten Konditionen finden. Manche Instrumente, wie Vintage Synthesizer  oder DIY-Projekte sind ohnehin nur auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich.

Allerdings hat sich im Laufe der Zeit auch unter Internetbrokern herumgesprochen, dass Synthesizer echte Wertanlagen sein können. Und mit der steigenden Anzahl an Gebrauchtbörsen, gehen die Preise in die Höhe und es treiben sich leider auch gefühlt immer mehr Betrüger in dieser Szene herum. Wie kann man sich davor schützen, statt des versprochenen Vintage Synthesizers eine Ladung Elektroschrott geliefert zu bekommen? 

Und ... worauf sollte man achten, wenn man sich seine ersten Hardware-Schätzchen leistet und damit den ersten Schritt zur Equipmentsucht macht?

Wichtige Punkte, die man vor dem Kauf wissen sollte

Zu Beginn solltet ihr euch über bekannte Schwächen informieren – etwa eine ausgelaufene Speicherbatterie beim Korg Polysix, fehlerhafte Tastaturkontakte beim Sequential Pro One, defekte Filterchips beim Roland Juno-106, Moog Micromoog, Yamaha DX7, und so weiter. Eine gute Anlaufstelle um mehr über bekannte Probleme zu erfahren, sind die einschlägigen Foren wie synthesizerforum.demusiker-board.demuffwiggler.com oder gearslutz.com.

Wenn ihr den Synth vor Ort ausprobiert, solltet ihr beim Spielen jeden einzelnen Regler drehen, die Taster durchdrücken und die Klaviatur komplett rauf und runter spielen. Knisternde oder verschmutzte Regler und verdreckte Tastaturkontakte lassen sich in der Regel relativ leicht reparieren, können bei manchen Synthesizern aber auch eine versteckte Komplettbaustelle sein. Ihr wollt ja keinen Synthesizer, der sich erst einer Komplettrestauration unterziehen muss, bevor man ihm die ersten Töne entlocken kann. Übrigens, Klinkenbuchsen gehen auch schon mal kaputt. Dahinter versteckt sich aber in den meisten Fällen lediglich ein defekter Kontakt, hervorgerufen durch beherztes Ziehen oder zu viel Druck, der auf dem eingesteckten Adapter lastet.

 

Selbst-Check-Routinen bei Synthesizern kennen

Einige Synthesizer bieten Selbst-Check-Routinen an, die ihr mit dem Druck einer Tastenkombination aufrufen könnt. Ob es diese Funktion gibt und welche Tasten gedrückt werden müssen, steht in der Regel in der Bedienungsanleitung oder im Service-Manual des Synthesizers, die man für viele Vintage Synths im Netz findet. Der Selbst-Check gibt euch zum Beispiel Auskunft darüber, ob ein Filter- oder Oszillator-Chip defekt ist. Mitunter kann der Ersatz eines defekten Chips richtig teuer werden, da viele Bauteile aus der Blütezeit der analogen Synthesizer nicht mehr hergestellt werden und auch bei den Herstellern oftmals nicht mehr verfügbar sind. Lasst euch also nicht mit dem Satz abspeisen, dies könnte ein Techniker schnell reparieren, sondern recherchiert selbst, wie gut die Reparaturchancen bei dem betreffenden Problem stehen.

Service-Manuals sind eine großartige Hilfe, bei der Instandsetzung und der Suche nach speziellen Funktionen von Synthesizern, die schon lange nicht mehr erhältlich sind. Die originalen Bedienungsanleitungen helfen oft bei der Suche nach versteckten Details in der Bedienung.

Die folgende Aufstellung gibt euch eine Auswahl an Adressen, unter welchen man Service-Manuals und Bedienungsanleitungen zu älteren Synthesizern einsehen und herunterladen kann:

Aufwärmphase bei analogen Synthesizern beachten

Gönnt analogen Synthesizern beim Ausprobieren eine Aufwärmphase von 10 - 15 Minuten, mitunter auch etwas länger. Dann ist das Instrument auf Betriebstemperatur und offenbart auch mögliche Schwächen beim Tuning der Oszillatoren. Wenn es nur darum geht, den Synthesizer neu zu kalibrieren, kann man in der Regel Entwarnung geben. Problematisch wird es, wenn die Oszillatoren ohne Modulation unkontrolliert beginnen zu driften.

Teure und wertvolle Instrumente selbst abholen

Das Gefühl, am Samstagmorgen den Postboten endlich mit dem ersehnten Paket auf der Türschwelle stehen zu sehen ist unbezahlbar. Die Euphorie verschwindet augenblicklich, wenn der Analogsynth dann aus einem Meter Höhe unsanft zu Boden geht, weil man schnell noch eine Unterschrift leisten muss. Und selbst wenn der Postbote das Schätzchen vernünftig behandelt, schützt es einen immer noch nicht davor, statt eines Moog Prodigy zwei Backsteine im hübschen Klinkerrot für 800 € als Nachnahme entgegengenommen zu haben.

Bei Kleinanzeigen muss man mit einem Versand höllisch aufpassen: Die einschlägigen Kleinanzeigenportale sind voll von schwarzen Schafen und es gibt kaum Schutzmechanismen. Auch Nachnahmen sind keine Garantie gegen Betrug. Wenn sich der Verkäufer nicht auf eine persönliche Übergabe einlässt, könnt ihr euch in der Regel sicher sein, dass an dem Deal etwas faul ist.

Wenn selbst abholen nicht möglich ist

Wenn ihr das Instrument wirklich nicht abholen könnt und das Risiko in Kauf nehmen wollt, bittet den Verkäufer zumindest darum, anhand eines ganz konkreten Beispiels ein Video oder Foto vom Gerät zu machen. Das kann zum Beispiel die Aufnahme aus einem bestimmten Winkel sein, oder ein Bild mit einer besprochenen Information (Verkäufer hält einen zuvor abgestimmten Gegenstand über den Synth). Das garantiert euch zumindest, dass das Instrument auch wirklich im Besitz des Verkäufers ist.

Auch wenn wir hier vom Worst Case ausgehen – leider verstehen Verkäufer und Empfänger unter tadellosem Zustand mitunter etwas völlig anderes. Der Kettenraucher, der vor drei Monaten beschloss, nicht mehr im Studio zu rauchen, verkauft den klingenden Aschenbecher dann aus seiner Sicht als „rauchfrei“. Im neuen Habitat stinkt euch der kleine Racker dann die ganze Bude voll. Bei kleineren Beträgen kann man damit vielleicht noch leben und das Geschäft unter einer ärgerlichen Erfahrung verbuchen.

Aber spätestens bei teureren Geräten bleibt nur eins: Selbst Abholen, auch wenn man dafür mal ein paar Hundert Kilometer weit fahren muss! Vor Ort überzeugt man sich, dass das gute Stück auch wirklich hält, was der Verkäufer versprach. Und ganz nebenbei springt nicht selten ein Kaffee samt angenehmem Nerdtalk dabei heraus. Es lohnt sich also, mal das Studio zu verlassen und die Welt da draußen kennenzulernen.

Nur versicherter Versand

Es kommt leider immer wieder einmal vor, dass ein Gerät auf dem Postweg verschwindet oder beim Transport beschädigt wird, selbst wenn der Absender es vernünftig verpackt hat. Erfahrungsgemäß wird es ohnehin schwierig, den Schaden ersetzt zu bekommen, weil jede Seite die Verantwortung von sich weisen wird. Noch aussichtsloser ist es allerdings, wenn das Paket noch nicht einmal in Höhe des Kaufwertes versichert wurde. Hier spart man echt am falschen Ende. Also: Investiert lieber ein paar Euro mehr und erspart euch unnötigen Stress.

Schlusswort

Tolle Informationen rund um Synthesizer, ob analog oder digital, findet ihr auf den folgenden Webseiten. Auf einigen dieser Seiten werden auch Auktionen geboten.

Matrixsynth (auch Auktionen)

Synthtopia

Gardiner Houlgate (Auktionen)

Catawiki (Auktionen)

Auktionet (Auktionen)

Viel Spaß beim Suchen und Finden des Traum-Synthesizers!

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