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Test
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09.05.2014

Praxis

Bevor wir uns mit der Feinkosmetik des Blend-Reglers beschäftigen, werden wir erst einmal ein Ohr auf die Zerreinheit ohne Beimischung des Clean-Sounds werfen. Der Blend-Regler wird daher auf 17 Uhr eingestellt und das komplette Zerrbrett präsentiert sich. Da kommt bei einer mittleren Gain-Einstellung schon einiges aus dem Speaker geflogen.   

Gitarre Gain Blend Volume Tone Boost
Les Paul 12 17 12 12 Off

Schon bei mittlerem Gain ist der Verzerrungsgrad recht stattlich. Im Grundsound sind die Höhen etwas präsent, wir haben es also nicht mit einem typischen warmen Overdrive zu tun. Im Gegenteil, der Ego zeigt eher eine Tendenz zum bissigen Charakter, was allerdings für eine gute Durchsetzungskraft sorgt. Diese leichte Bissigkeit kommt besonders bei härterem Anschlag zum Vorschein. Die Reaktion des Egos auf den Anschlag und was er mit dem Ton macht, hört ihr ganz gut beim nächsten Beispiel. Die Dynamik-Spielereien funktionieren am besten mit Gain-Einstellungen bis ca. 13 Uhr. Danach setzt die Kompression stärker ein, der Zerrsound wird dichter und lässt sich nicht mehr so gut über den Anschlag steuern. Hier ist ein Beispiel mit Gain auf 11 Uhr, bei dem ich zuerst leicht mit den Fingern und Pick angeschlagen habe, in der zweiten Hälfte geht es dann härter zur Sache. 

Gitarre Gain Blend Volume Tone Boost
Les Paul 11 17 12 12 Off

Nun widmen wir uns dem Spektrum an Verzerrung, das der Ego im Angebot hat. Mit einer Singlecoil-Gitarre sind bei geringen Gain-Einstellungen schöne angezerrte Sounds für Blues, Country oder andere Stilrichtungen möglich, bei denen ein dezent dreckiger Ton im Vordergrund stehen soll. 

Gitarre Gain Blend Volume Tone Boost
Strat 7 17 13 13 Off

Und jetzt das andere Extrem. Gain voll aufgedreht und die leistungsstarke Paula am Kabel, und die Sache sieht schon komplett anders aus.

Gitarre Gain Blend Volume Tone Boost
Les Paul 17 17 11 13 Off

Das Gain-Spektrum ist sehr breit aufgestellt, von leicht übersteuerten Tönen bis zum vollen Rockbrett ist alles möglich, und trotzdem kommt das Ganze noch sehr transparent aus dem Lautsprecher. Akkorde werden klar erkannt und auch wiedergegeben, selbst über sechs Seiten und bei voller Verzerrung sind Akkordtöne jenseits der Powerchords deutlich zu hören.

Einstellbar ist der Klang mit dem Tone-Regler in einer Bandbreite zwischen muffig bis hin zu bissig-aggressiv. Dreht man ihn weit auf, wird es mitunter etwas blechern, aber wer einen sehr weich klingenden Amp und/oder Gitarre sein eigen nennt, der kann damit noch das letzte Quäntchen Aggression hervorkitzeln, wenn es denn erwünscht ist. Ein kleiner Überblick über den Wirkungsgrad des Tone-Potis kommt im nächsten Audiobeispiel. Dabei habe ich bei jedem Durchgang des Riffs den Tonregler eine Einheit höher gedreht.

Gitarre Gain Blend Volume Tone Boost
Les Paul 15 17 11 7-17 Off

Weiter geht es mit dem regelbaren Parameter, den wir bisher nicht berücksichtigt haben, nämlich mit besagter Blend-Funktion. Dieses Feature lässt sich sehr gut zum Finetunen in Sachen Verzerrung einsetzen. Zuerst wird der maximale Zerrgrad mit dem Gainregler eingestellt, dann dreht man den Blend Regler ganz langsam von 17 zurück. Die Verzerrung wird geringfügig weniger und man erreicht Nuancen, die man mit dem Gain-Regler nicht einstellen kann. Eine sehr gute Option! Ihr hört nun auf einem kleinen Rundgang die klanglichen Auswirkungen des Blend-Reglers, diesmal mit vier verschiedenen Einstellungen von 7, 10, 14 und 17 Uhr. 

Gitarre Gain Blend Volume Tone Boost
SG 15 7-10-14-17 12 13 Off

Das war aber noch nicht alles, denn da ist ja noch die Boost-Funktion. Neben der Lautstärke werden bei ihr außerdem die oberen Mitten angehoben, was dem Ton eine bessere Durchsetzungskraft verleiht, nicht unerheblich bei Solosounds. Der Boost kann nur in Verbindung mit dem Overdrive benutzt werden, als Clean-Boost ist er leider nicht verfügbar, schade!

Auf jeden Fall hat er immense Lautstärkereserven, mit denen man auch die Vorstufe eines bereits angezerrten Amps ordentlich anfeuern kann. Hier hört ihr ein Setting mit Boost auf 10, der Boost-Sound ist dabei etwas lauter und würde sich auch als Solo-Sound eignen.

Gitarre Gain Blend Volume Tone Boost
Strat 14 17 12 11 10

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Zerrspektrum
  • dynamische Ansprache
  • Finetuning mit dem Blend-Regler
  • solide Bauweise
  • Boost einzeln aktivierbar

  • Einstellung des Boost-Reglers schlecht erkennbar

Gehört zu dieser Serie

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