Test
4
15.05.2020

Tama Star Reserve #6 - 14“x5,5“ Hand Hammered Brass Snare Test

Snaredrum aus Messing

Goldene Zeiten

Mit der Hammered Brass Snare haben wir die neueste Snaredrum-Oberklassenkreation im Test. Die Star-Linie steht im Hause Tama für kleinere Stückzahlen, bei denen höchste Qualitätsansprüche und Handarbeit im Vordergrund stehen. Sämtliche Star Snares und Star Drumsets werden im japanischen Tama-Stammwerk gebaut. 

Für die Star Reserve Snares, die quasi das i-Tüpfelchen der Linie bilden und zum Teil nur als limitiere Versionen auf den Markt kamen, werden entsprechend des Preisschilds nur die allerfeinsten Zutaten verwendet. Nach dem 14“ x 06“ großen Modell mit gehämmerten Kupferkessel, welches wir im letzten Jahr zu Gast hatten, scheint die Neuerscheinung aus Messing in eine sehr ähnliche Kerbe zu schlagen. Die außergewöhnliche Optik der Snare lässt sicher nicht nur die Herzen eingefleischter Sammler höher schlagen, und was die Trommel klanglich auf der Pfanne hat, ergründen wir jetzt. 

Details

Ein 1,5 Millimeter starkes Messingblech bekommt es mit dem Hammer zu tun

Der Kessel der Star Reserve Brass Snare besteht aus einem 1,5 Millimeter starken Messingblech, das an einer Naht verschweißt ist. Die Kesselwand ist nicht von einer mittig eingelassenen Sicke unterbrochen, dafür wölbt sich der Kessel zur Mitte hin leicht nach außen. 

Die Kesselaußenseite ist mit einem dichten Hammerpattern bearbeitet, das mit zwei verschieden großen Hämmern von Meisterhand ausgeführt wird. Im Herstellervideo ist der Prozess sehr anschaulich demonstriert. Die Hämmerung, die bis zur Fellauflagekante reicht, sorgt für eine Verdichtung des Materials. Anschließend wird die Außenseite poliert und versiegelt. Auf der Innenseite sorgt der gelbliche, natürliche Messington des Kessels in Kombination mit der schwarzen Befestigungshardware für einen ansehnlichen Farbkontrast. 

Die Kesselhardware wirkt massiv und wertig

Acht massive, verchromte Bridge-Type Messingböckchen sind am Kessel verschraubt. Die reduzierte 8er-Teilung lässt – im Gegensatz zur standardisierten 10er Teilung – mehr Raum für die wirklich außergewöhnliche Optik des Kessels; weniger Spannböckchen lassen den Kessel auch besser schwingen, was dafür spricht, dass die Tama-Konstrukteure bei der Planung der Trommel  ein offener klingendes Soundkonzept im Hinterkopf hatten.

Die 2,3 Millimeter starken Messingspannreifen sind auf der Oberseite nach außen gewölbt, wie man es von herkömmlichen, dreifach geflanschten Stahlreifen kennt. Die Auflagefläche ist aber bei den Tama-Modellen reduzierter. Die Gravur mit dem Tama-Logo im oberen Spannreifen setzt, ebenso wie das aufgeschraubte Typenschild, einen edel wirkenden Akzent. Mit einem Gewicht von etwas über fünf fünf Kilogramm ist die Trommel übrigens alles andere als ein Leichtgewicht.

Als Abhebung ist das verchromte und beidseitig einstellbare Linear Drive System verbaut. Der Clou an diesem System ist, dass der Teppich beim Wechsel des Resonanzfells am Stück abgenommen und hinterher nahtlos an Ort und Stelle wieder befestigt werden kann. Die Teppichspannung lässt sich in feinen, sehr gut fühlbaren Abstufungen am Strainer und am Butt End regulieren, der Hebel zur Anspannung des Teppichs läuft weich und rastet nahezu geräuschlos ein. Auch ansonsten wird – wie beim einem Instrument dieser Preisklasse zu erwarten – weder bei der Hardware noch bei der Ausstattung der Rotstift angesetzt. Die doppelt unterlegten Spannschrauben laufen butterweich in den Gewinden, auch der 20-spiralige Teppich aus Carbonstahl ist makellos verarbeitet. Bei der Fellauswahl setzt man auf Remo USA. Ein Coated Ambassador mit Tama-Logo und ein Ambassador Snare Side sind montiert, und aus dem Karton heraus ist die Trommel bereits vorgestimmt.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • tolle Optik
  • charakterstarke Sounds
  • hoher Stimmumfang
  • gute Ansprache
  • sehr gute Hardware
  • sehr gute Verarbeitung

  • tiefe Stimmungen nicht leicht feinzustimmen

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X