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Test
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03.05.2017

Tascam DR-10SG Test

Audio-Recorder und Mikrofon für den Blitzschuh

Der Audio-Recorder mit eingebautem Richtmikrofon findet auf dem Blitzschuh einer DSLR Platz.

Tascam ist seit inzwischen 45 Jahren ein renommierter Hersteller von Recording-Equipment. Seit einigen Jahren bietet Tascam auch portable und spezialisierte Recorder für Film- und Video-Ton an. Der hier zum Test vorliegende DR-10SG sticht etwas aus dem Sortiment hervor, da dieser Recorder fest mit einem Mono-Richtmikrofon verbunden ist. Das Gerät kann auf die Blitzschuhe der meisten handelsüblichen, digitalen Spiegelreflexkameras (DSLR) montiert werden. So kann jeder, der mit einer DSLR filmt, die Klangqualität seiner Videos verbessern.

Details

Lieferumfang

Geliefert wird der DR-10SG mit einem Windschutz aus Schaumgummi, einem Dämpfungskabel mit Kabelklemme und einem Geräuschdämpfungsarm sowie einer wirklich guten, mehrsprachigen Anleitung. Ich hätte mir gewünscht, hier auch eine Transporttasche und ein USB-Kabel zu finden. So musste ich erst mal nach einem passenden Kabel zur Verbindung mit dem Rechner suchen, denn die hier verwendete Micro-B-Buchse entspricht nicht dem Anschluss der meisten Kameras. Der Filmschaffende ist also gezwungen, unterschiedliche USB-Kabel mitzunehmen.

Äußeres

Wie es bei Richtrohrmikrofonen schon der Name nahelegt, ist die Kapsel in einer länglichen Röhre untergebracht. Der Unterschied zu anderen Richtrohren ist im Falle des DR-10SG der kleine Kasten, in den das Rohr am hinteren Ende mündet und welcher die Elektronik und Bedienelemente des Recorders enthält. Das gesamte Gehäuse von Recorder und Mikrofon sowie der Dämpfungsarm bestehen aus schwarzem Plastik, welches nicht sehr hochwertig, aber für den normalen Einsatz ausreichend stabil erscheint. Am unteren Ende des DR-10SG befindet sich ein Befestigungsfuß, welcher auf die Blitzschuhe der meisten DSLRs passt. Tascam hat hier sehr praktisch gedacht und direkt noch ein ¼-Zoll-Gewinde in den Fuß integriert. Damit lässt sich der kleine Tascam auch auf Foto- und Videostativen montieren. Die Verbindung vom Befestigungsfuß zum eigentlichen Recorder ist flexibel in Gummi gelagert, wodurch weniger Geräusche von der Kamera an das Mikrofon gelangen sollen. Durch die Montage des Recorders auf den mitgelieferten Arm wird diese Verbindung bei Bedarf noch weiter akustisch entkoppelt. Allerdings ragt das Mikrofon dann relativ weit nach vorne, wodurch es sich bei kurzen Objektivbrennweiten schon im sichtbaren Bereich befinden kann.

Bedienelemente und Anschlüsse

Zur Bedienung verfügt der DR-10SG über neun Taster, ein einzeiliges Textdisplay sowie eine dreistufige Aufnahmepegelanzeige. Auf der Oberseite unter dem Display befinden sich die Taster für Menü, Stop, Wiedergabe/Pause und der große, rote Aufnahmeknopf. Darunter ist das Batteriefach. Der DR-10SG ist vergleichsweise genügsam und gibt sich mit einer Alkaline-Batterie, Lithium-Batterie oder einem NiMH-Akku im Format AAA zufrieden. Die maximale Betriebszeit beträgt laut Tascam 8,5 Stunden mit einer Alkaline-Batterie, 7,5 Stunden mit einem NiMH-Akku und 15 Stunden mit einer Lithium-Batterie. Falls dies nicht ausreichend sein sollte, kann der DR-10SG auch über den USB-Anschluss mit Strom versorgt werden, über den ansonsten Daten mit PC oder Mac übertragen werden.

Auf der Rückseite sind links und rechts neben der Aufnahmepegelanzeige jeweils zwei Tasten für die Einstellung der Aussteuerung und des Pegels am Kopfhörerausgang angeordnet. Bei Aufnahmen mit manueller Aussteuerung kann der Aufnahmepegel mit den Tasten auf der rechten Seite verändert werden. Während der Wiedergabe sind diese Tasten für das Vor- und Zurückspulen zuständig. Im Menü navigiert man mit diesen Tastern vor und zurück. Die REC-LED zeigt eine laufende Aufnahme an. Den Ein-/Ausschalter findet man auf der rechten Gehäuseseite. Auf der linken Gehäuseseite besitzt der DR-10SG einen USB-2.0-Anschluss, welcher als Micro-B-Buchse ausgeführt ist. Daneben befindet sich der kombinierte Kopfhörer-/Line-Ausgang als 3,5 mm Klinkenbuchse sowie, hinter einer Abdeckung, der Kartenschacht für Micro-SD- oder Micro-SDHC-Karten. Der DR-10SG kann Micro-SD-Karten bis 2 GB und Micro-SDHC-Karten bis 32 GB adressieren. Je nach gewählten Parametern reichen 2 GB laut Tascam für Aufnahmen mit insgesamt bis zu 2:04 Stunden als WAV mit 24 Bit und 48 kHz.

Aufnahme-Parameter

Der DR-10SG nimmt grundsätzlich Mono im Format WAV auf. Über das Menü werden die Abtastrate und die Bitrate für die Aufnahmen eingestellt. Zur Auswahl stehen 44,1 kHz und 48 kHz sowie 16 Bit und 24 Bit. Der Tascam Recorder bietet die Möglichkeit, neben der eigentlichen Aufnahme eine zweite, um 6 dB reduzierte Aufnahme als Schutz vor Übersteuerungen zu speichern. Alternativ können auch Stereodateien erzeugt werden, welche allerdings exakt dasselbe Signal rechts und links enthalten, also tatsächlich dual-mono sind, was gerade Filmschaffende häufiger einsetzen. Am Anfang und Ende der Aufnahmen kann der Tascam ein Klappensignal erzeugen. Mithilfe des mitgelieferten Dämpfungskabels kann der Line-Out des Recorders mit dem Audioeingang einer DSLR verbunden werden und so kann dieses Klappensignal später zur Synchronisation von Audio- und Video-Datei genutzt werden. Darüber hinaus stehen über das Menü noch ein Equalizer mit vier vorgegebenen Einstellungen, ein Low-Cut-Filter, die automatische Aussteuerung sowie ein Limiter zur Verfügung.

Pro & Contra

  • praxisorientierte Features und Bedienung
  • geringes Gewicht
  • geringer Stromverbrauch
  • parallele Aufnahme einer um 6 dB reduzierten Spur möglich

  • erhebliche Geräusche in der Aufnahme durch Drücken der Taster am Recorder
  • Anzeigen teilweise unpraktisch
  • kein USB-Kabel im Lieferumfang

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