Test
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13.05.2019

Praxis

Einschalten und loslegen

Na gut, die Überschrift stimmt nicht ganz: Denn schaltet man den Tascam DR-40X zum ersten Mal ein, läuft man automatisch durch die Grundeinstellungen mit Auswahl der Menüsprache und Datum/Uhrzeit , denn alle Aufnahmen werden voreingestellt mit Datum und Uhrzeit als Dateinahmen versehen. Das Dateiformat ist automatisch auf unkomprimierte WAVs eingestellt, bei einer Bitrate von 44,1 kHz und 16 Bit. Drückt man einmal auf den Record-Taster, sind die internen Nierenmikrofone im Aufnahmemodus und die Pegelanzeige im Display schlägt aus. Im Gegensatz zum DR-05X und DR-07X ist hier aber eine manuelle Pegelanpassung voreingestellt, sodass man tatsächlich erstmal eine Art Soundcheck vornehmen sollte, bevor die Aufnahme beginnt. Dafür sind aber die beiden Tasten an der Seite hilfreich, um den Pegel sehr schnell auf das gewünschte Niveau zu bringen.

So weit, so gut

Natürlich kann der Tascam DR-40X gegenüber seinen kleineren Brüder derselben Baureihe nicht mit weniger Features daherkommen und so verfügt er über einige eingebaute Extras. Neben einstellbarem Low Cut gibt es noch sechs verschiedene Hallräume und Reverbs sowie EQ-Einstellungen wie Höhen, Mitten und Bässe, die sich anheben oder absenken lassen. Stimmgerät, Marker, Loopfunktion und Abspielen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten sind Features, die man vom Tascam DR-05X und Tascam DR-07X schon kennt.

Mit einem Extra wartet der DR-40X allerdings noch auf: die Vierspuraufnahme samt Overdub-Funktion. Das ist ein tolles Tool, wenn man den DR-40X zum Musikmachen nutzt und kleinere Arrangements aufnehmen möchte. Auch an ein Stimmgerät haben die Macher des Tascam DR-40X gedacht sowie eine vorgezogene oder auch eine automatische Aufnahme, die in dem Moment beginnt, in dem ein gewisser Lautstärkepegel überschritten wird.

Für den Test habe ich immer das gleiche Gitarrenlick gespielt, um die Unterschiede bei der Mikrofonierung aufzuzeigen. Die internen Mikrofone überzeugen durch einen klaren, räumlichen und direkten Klang bei der Gitarrenaufnahme. Und auch wird der Unterschied zwischen XY- und AB-Position sehr deutlich. Die Audiobeispiele sollte man sich vielleicht nicht über Laptopboxen, sondern über einen Kopfhörer anhören. Zum Vergleich habe ich ein AKG C3000B angeschlossen, um den Sound und die Phantomspeisung zu testen. Ich finde, dass die eingebauten Mikros einen guten Job machen.

Die letzte Aufnahme ist noch mal die Gitarre mit den eingebauten Mikros in XY-Position mit einem direkt angeschlossenen E-Bass on top. Hier kommt die Overdub-Funktion zum Tragen. Praktischerweise kann man einstellen, ob man die Aufnahmen separat haben möchte oder der Overdub der ursprünglichen Aufnahme hinzugefügt werden soll. Beim Exportieren der Dateien sind separate Spuren natürlich besser, weil man sie so auch einzeln mischen und nachbearbeiten kann.

Der am Anfang des Tests angesprochene Dual Mode ist übrigens eine Aufnahme, bei der das Signal zwei mal mit unterschiedlichen Pegeln aufgenommen wird. So kann man sich entscheiden, ob man beispielsweise in einer Livesituation mehr Headroom haben möchte oder lieber vollen Pegel. Das macht bei Einsatz des Limiters bestimmt einen Unterschied, war bei meinem Test aber nicht von Belang, weil ich nur das pure Signal aufgenommen habe, um den Sound so unverfälscht wie möglich zu zeigen. Daher sind auch sind keine EQs oder Kompressoren zum Einsatz gekommen.

Die Menüführung und Handhabung sind leicht zu verstehen und ziemlich intuitiv, sodass man ohne viel Lektüre des Handbuchs loslegen kann. Leider ist – wie bei den anderen beiden Geräten der DR-X-Baureihe – auch beim DR-40X die Anfälligkeit für Einstreuungen gegeben. Ein Handy oder auch ein Tablet, das mit dem Internet verbunden ist, darf nicht in der unmittelbaren Nähe des Handheld-Recorders liegen, um Surren und Störgeräusche zu vermeiden. Auch wird jede Berührung und jeder Tastendruck mit aufgezeichnet, sodass eine Aufnahme mit Stille nur bei Ablegen auf einem Tisch oder ähnlichem möglich ist. Das ist aber wohl bei jedem Handheld-Recorder mit eingebautem Mikro der Fall.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • guter Sound
  • XLR-Eingang mit Phantomspeisung
  • viele Features

  • Anfälligkeit für Einstreuungen

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