Gitarre Hersteller_Tbone Bass
Test
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09.01.2019

t.bone GigA Pro Pedal Set Test

Wireless-System für Gitarre und Bass

Mehrwert-Funker

Mit dem t.bone GigA Pro Pedal Set Wireless-System für Gitarre und Bass hat die Hausmarke des Musikhaus Thomann ein Produkt im Angebot, das sich in erster Linie an die Saitenfraktion richtet und dementsprechend auch auf deren Bedürfnisse zugeschnitten ist. Das im 2,4 GHz-Band funkende Set besteht aus einem kleinen Aufstecksender und einem Empfänger in Pedalform, für den der erste Platz im Board reserviert sein sollte.

Dazu kommen einige weitere interessante Features, auf die ich im folgenden Test näher eingehen werde. Außerdem steht die Frage im Raum, ob es möglich ist, eine praxistaugliche und vor allem zuverlässige Funkstrecke für einen Verkaufspreis von weit weniger als 200 Euro anzubieten.

Details

Was die Verarbeitung anbetrifft, kann ich die Frage nach der Praxistauglichkeit schon nach dem ersten Auspacken definitiv mit einem klaren Ja beantworten. Das System wird in einem soliden Karton geliefert, in dem sich neben Empfänger und Sender auch eine Lademöglichkeit für den Sender, zwei Netzteile, eine Gurtklemme, ein Akku, ein Verlängerungskabel und eine ausführliche Bedienungsanleitung in Deutsch und in Englisch befinden.

Sender:

Der Sender wiegt inklusive Akku 94 Gramm und besteht aus robustem Hartplastik. Er wirkt auf mich sehr vertrauenserweckend und sollte auch härteren Belastungen standhalten. Mit seinen Abmessungen von 84 x 35 x 29 mm ist er für meinen Geschmack genau richtig ausgefallen, eben nicht zu klein und nicht zu klobig.

Der Sender lässt sich auf zwei Arten mit dem Instrument verbinden:

  • 1) Direkt in der Klinkenbuchse mit dem integrierten und verstellbaren Klinkenstecker
  • 2) Per Kabelverlängerung

Bei der zweiten Variante muss der Klinkenstecker am Sender abgeschraubt werden, was einen Mini-Klinkenstecker freilegt, auf dem das beigelegte Kabel per Überwurfmutter fixiert wird. Am anderen Ende der Verlängerung befindet sich ein Standard-Klinkenstecker für die Verbindung mit dem Instrument. Der Sender kann nun mit der beiliegenden Klemme am Gurt befestigt werden. Eine sehr clevere Idee, denn so kann der Nutzer selbst entscheiden, wie er den Sender an sein Instrument anschließen möchte, und hat dort, wo ein direktes Einstecken des Senders nur schwer oder nicht möglich ist, eine Alternative.

Neben einer kleinen Gummiantenne am anderen Ende des Senders befindet sich das Batteriefach, in das der Standard-Lithium-Akku (ICR 18500) eingelegt wird, der voll aufgeladen bis zu vier Stunden Akkulaufzeit bietet. Den Ladezustand kann man an einer dreistelligen Batterieanzeige ablesen, direkt daneben wartet ein Ein-Aus-Taster. Außerdem verfügt der Sender über eine sogenannte ACT-Anzeige, auf die ich im Verlauf des Tests noch näher eingehen werde. Zum Aufladen der Batterie muss der Sender einfach nur in die mitgelieferte Ladestation eingesteckt werden, die mit einer roten und einer grünen LED anzeigt, ob der Ladevorgang noch anhält oder beendet ist. Der Sender besitzt eine Sendeleistung von 10 mW und soll bei freier Sicht bis zu 100 m weit mit dem Empfänger kommunizieren können.

Empfänger:

Der Empfänger fällt ausgesprochen solide aus und bringt satte 842 Gramm auf die Waage, was sicherlich am robusten Metallgehäuse in Pedalform mit Abmessungen von 110 x 50 x 130 mm liegen dürfte. Die fallen damit etwas größer aus als beispielsweise bei einem üblichen Boss- oder Ibanez-Pedal. Er zeigt sich ausgesprochen anschlussfreudig und bietet insgesamt vier Ausgänge, wobei Output A und B an der linken Gehäuseseite platziert sind. So lassen sich beispielsweise zwei verschiedene Verstärker ansteuern. Ebenfalls an der linken Seite wartet sich eine Tuner-Out-Buchse, deren Funktion sich anhand der Bezeichnung ableiten lässt.

An der Stirnseite befindet sich eine XLR-Buchse, die mit Output C beschriftet ist und den Anschluss an ein Mischpult, ein Aufnahmegerät oder eine Endstufe ermöglicht. Damit lässt sich das Pedal auf unterschiedliche Weise in verschiedene Setups integrieren und agiert so auch als Schaltzentrale. Will man beispielsweise eine Akustikgitarre mit dem System betreiben, kann das Signal direkt in ein Pult oder einen Preamp weitergeleitet werden. Ein Ground-Schalter steht zur Eliminierung etwaige Brummgeräusche ebenfalls hier bereit, genau wie der Anschluss für das mitgelieferte 12-Volt Steckernetzteil und der An/Aus-Schalter. Über den mit einem kleinen Gummideckel verschlossenen Micro-SD-Slot können mittels einer entsprechenden Speicherkarte Einstellungen gesichert oder Firmware-Updates aufgespielt werden, die vorher von der Herstellerwebsite geladen wurden.

Die Bedienfläche besteht aus einem Fußschalter, der von zwei LEDs flankiert wird, einem Endlosdrehregler und zwei Tastern, auf deren Funktionen ich jetzt etwas näher eingehen möchte. Wird der Fußschalter länger gedrückt, verstummt das Signal. Ein kurzer Druck und das Pedal ist wieder aktiv. Signalisiert wird die Mute-Funktion durch das Blinken der beiden LEDs. Durch Betätigen des mittleren Schalters mit der Bezeichnung Set/Home gelangt man in das Menü, das die Parameter Anti-Feedback, Cable Tone, Acoustic RSP und Gain bereitstellt. Des Weiteren lassen sich auch gespeicherte Programme umbenennen, die LEDs neben dem Fußschalter in ihrer Farbe verändern oder die Ausgänge pro Preset bestimmen.

Das Anti Feedback Menü stellt 31 Frequenzen zwischen 32 Hz und 330 Hz bereit, mit denen sich eventuell auftretende Rückkopplungen unterdrücken lassen.

Cable Tone simuliert 14 verschiedene Kabellängen von 3 m bis 30 m und bedämpft die hohen Frequenzen entsprechend der gewählten Strecke.

Unter dem Menü Acou RSP lassen sich 31 Loudness-Einstellungen zur Reduzierung von unerwünschten Resonanzen abrufen. Was das in der Praxis bewirkt, werde ich später noch herausfinden.

Mit Gain kann das Ausgangssignal von -10 dB bis +20 dB eingestellt werden und Phase schaltet die Phasenlage um.

Unter dem Menüpunkt Channel Scan werden alle verfügbaren Funkkanäle geprüft und das Ergebnis grafisch auf dem Display im oberen Drittel der Bedienfläche dargestellt. Wird der ACT-Schalter gedrückt, startet die Synchronisation mit dem Sender.

Die Bedienung ist auch ohne ausführliche Bedienungsanleitung leicht zu durchschauen, dafür ein dickes Plus!
Möchte man beispielsweise unterschiedliche Presets bzw. Programme erstellen, so wird im Menüpunkt New ein neues angelegt, das anschließend auch umbenannt werden kann. Hier lassen sich sämtliche Einstellungen abspeichern und mit dem Endlosregler abrufen. Insgesamt kann sich das GigA Pro Pedal Set bis zu 32 Programme merken.

Das Display gibt darüber Auskunft, welche Ausgänge genutzt werden, ob die Kabelsimulation verwendet wird, ob der Filter zur Unterdrückung von Rückkopplungen angeschaltet und ob der Sender aktiv ist oder nicht. Außerdem wird der Batteriezustand, der benutze Funkkanal, die benutze ID und die Pegelanzeige des Audiosignals angezeigt. Das Wireless System arbeitet im 2,4 GHz - 2,4835 GHz Frequenzbereich und ist somit weltweit anmelde- und gebührenfrei. Ein automatischer Frequenz-Scan sucht freie Kanäle, bis zu acht Frequenzen sind parallel nutzbar.

Das auf technisch einwandfrei in Taiwan gefertigte Wireless-System hinterlässt einen sehr gute Eindruck und ich bin schon gespannt, wie es sich in der Praxis schlägt.

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Audiobeispiele

Pro & Contra

  • tadellose Verarbeitung
  • klar verständliche Bedienung
  • authentischer Sound
  • Acoustic RSP-Option

  • keins
Zur Produktseite bei Thomann

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