Test
8
19.05.2020

Praxis

Der Hörtest findet in einem Rock-Club statt. Hier lässt sich das Topteil bis an seine Belastungsgrenze testen. Neben Zuspielmusik fühlen wir dem Klang mit einem Shure SM58 auf den Zahn. Darüber hinaus kommt die Box am folgenden Tag als Bühnenmonitor für eine Rock-Coverband zum Einsatz. Dass bei einer Box in dieser Preisklasse die Stromversorgung über ein Kaltgerätekabel erfolgt, dürfte nicht weiter verwundern. Was mich allerdings wundert, ist die Länge des beiliegenden Kabels. Fakt ist, kommt die Box auf einem Lautsprecherstativ oder einer Distanzstange zum Einsatz, dann reicht der Stecker nicht bis zum Boden. Ich empfehle daher, das Kabel direkt gegen eine längere, verriegelbare Alternative auszutauschen (z. B. pro snake Locking Power Cable 3m). 

Sound

Kommen wir zum Sound. In der „Live“-Einstellung tönt die Box erstaunlich ausgewogen. Die oftmals vorhandene Mittensenke günstiger Aktivboxen hat man dankenswerterweise nicht implementiert. Die DSX 112 verfügt über prominente Mitten, ohne zu nerven. Das kommt einer kraftvollen Stimmenwiedergabe deutlich zugute. Ich schalte das Preset von „Live“ auf „Stimme“ und höre mir die Box als Bühnenmonitor an. Die Band am nächsten Tag wird nur Stimmen im Monitormix benötigen. Das Preset „Stimme/Voice“ entschlackt den Grundklang hörbar von Low-Mid-Mulm, was die Stimme im Monitor gut nach vorne bringt. Die Lautstärke lässt sich ungefähr auf 75 % ausfahren, bis mein SM58 die ersten Feedbacks erzeugt.

Mithilfe eines EQs filtere ich mit fünf EQ-Punkten nervige Koppelfrequenzen heraus. Damit lässt sich die Box bis zur Clip-Grenze betreiben, ohne dass sich Feedbacks aufschaukeln. Die dabei erzeugte Lautstärke reicht aus, um sich gegen eine lautere Backline durchzusetzen. Das zeigt sich ebenfalls am nächsten Tag im Einsatz mit der Live-Band, wo der Bassist nur seine Stimme auf der DSX 112 benötigt. 

Was die Konservenmusik angeht, hier mein Tipp: Wenn höhere Lautstärken gefragt sind, dann entschärft die „DJ“-Einstellung am DSP den Sound nachhaltig. Muss man die Box an der Leistungsgrenze betreiben, dann würde ich allerdings zurück zur Live-Einstellung wechseln. Der Bass-Boost der DJ-Einstellung „klaut“ doch einige dB an Endgeschwindigkeit.

Stichwort „Leben am Limit“: Die Limiter-Funktion der Box schützt diese zwar zuverlässig gegen Überlastung, aber generell lässt sich festhalten, dass der Sound am Limit doch merklich kompromittiert wird. Kurz vorm Ende der Fahnenstange beginnt die Box sehr hart und bröselig zu klingen. Daher sollte man nach Möglichkeit die Box nicht bis an ihre Leistungsgrenze ausreizen.

Pro & Contra

  • ordentlicher Output
  • niedriger Preis
  • DSP onboard
  • einfache Bedienung
  • zwei Eingänge
  • Holzgehäuse
  • Aux-Input
  • Mikrofon-Direktanschluss
  • Display
  • moderne Optik

  • Kaltgerätekabel zu kurz

Gehört zu dieser Serie

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