Test
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11.09.2020

the t.bone MB 7 Beta Test

Dynamisches Sprechermikrofon

Beta-Version?

Nicht erst seit der Pandemie scheint alle Welt zuhause vor Computern zu sitzen und Sprache aufzunehmen. Ob nun für den Fernunterricht und bei Skype-/Zoom-Meetings, beim Erstellen von Podcasts, Videocasts und natürlich ganz klassisch für Radio-Broadcast: Die Nachfrage nach Mikrofonen, die die Stimme in sendefähiger Qualität aufnehmen, ist ungebrochen hoch. Mit dem t.bone MB 7 Beta ist nun ein Mikro erhältlich, welches für genau diesen Zweck entwickelt wurde – und mit eindeutigem Broadcast-Design und nur zweistelligem Preisschild um Käufer wirbt. Natürlich ist das eine Betrachtung wert!

Details

Ein Bügel und eine Sieben

In der Tontechnik ist es üblich, Produkte mittels ihrer Erscheinungsform und durch die Nutzung von bekannten Zahlen-Buchstaben-Kombinationen in die Nähe von bekannten Klassikern zu rücken. Eines der wichtigsten Sprechermikrofone ist zweifelsohne das Shure SM7B. Dieses Tauchspulenmikrofon, welches sich mit SM58, SM57, 545SD, 55 und anderen Shure-Mikros die Unidyne-III-Kapsel teilt, nutzt ebenfalls eine Bügelaufhängung, weil es urspünglich oft kopfüber an Tischstativen oder Mikrofonarmen befestigt wurde. Das t.bone MB 7 Beta erscheint äußerlich entfernt verwandt, die Sieben im Namen ist wohl nicht zufällig gewählt. Allerdings wirkt das MB 7 Beta nicht so bullig wie das Shure SM7B. Der XLR-Anschluss für das Mikrofonkabel befindet sich beim MB 7 Beta im Gegensatz zum SM7B mittig auf der Rückplatte.

Tauchspule/Niere

Eine Tauchspulenkapsel bildet das Herzstück des Mikrofons, denn hier wird Schall in Spannung gewandelt. Die Kapsel funktioniert dadurch, dass an der für Luftbewegungen empfindlichen Membran wie bei den meisten Lautsprechertreibern eine Schwingspule angeklebt ist, die in einen Topfmagnet eintaucht und im sich ändernden Magnetfeld durch Induktion die Spannung erzeugt. Anders als Kondensatorkapseln trägt die im t.bone MB 7 Beta verbaute Membran geringfügig mehr Gewicht mit sich herum, was die Detailliertheit und die Höhenwiedergabe ein wenig beeinträchtigt. Im Falle dieses Mikrofons fällt das nicht sehr ins Gewicht, wenn man einen Blick auf die Daten wirft: Der numerische Frequenzgang wird mit 20 Hz bis 20 kHz angegeben, was dem gesamten vom Menschen hörbaren Spektrum entspricht, der Blick in die aussagekräftigere grafische Darstellung offenbart sogar einen signifikanten Boost bei 12 kHz, was aufgrund der Logarithmik unseres Tonhöhenempfindens schon „ganz hoch“ ist. Sprachverständlichkeit  ist auch hervorragend mit Mikrofonen gegeben, die nur bis 5 kHz aufnehmen können, eine Anhebung dort oben ist im Wesentlichen für klare Konsonanten und Luftigkeit im Signal verantwortlich.

Die Kapsel besitzt die feste Richtcharakteristik Niere, was schlichtweg bedeutet, dass das Mikrofon wie die meisten von vorne am empfindlichsten und von der Rückseite am unempfindlichsten ist. Als „Front-Fire“-Mikrofon ist „vorne“ übrigens anders als bei den meisten Großmembran-Kondensatormikrofonen die runde Zylinderfront. Möglichkeiten, durch Schaltfunktionen auf die Ausgabe des Mikrofons Einfluss zu nehmen, gibt es nicht. Möchte mann beispielsweise den Bass beschränken, sollte also das Hochpassfilter am Vorverstärker oder im Aufnahmesystem aktiviert werden. Vor Körperschallübertragungen und Plopps muss man sich wohl weniger fürchten, denn laut Angaben ist die Kapsel vibrationsarm gelagert und die Einsprechöffnung ist gegen Schallfronten gefeit, die das System kurzfristig überlasten und zu den gefürchteten Plopps führen könnte.

Empfindlichkeit im Normbereich

Mit 1,41 mV/Pa ist the t.bone MB 7 Beta nicht außergewöhnlich empfindlich, sondern liegt im absoluten Normbereich. Hohe Pegel sind für Mikrofone dieses Bautyps so gut wie immer problemlos, wodurch das Mikro auch zur Aufnahme eines Gitarrenverstärkers oder in der Bassdrum sein Tagewerk verrichten kann. Die Ausgangsimpedanz ist mit 320 Ohm ein wenig höher als die vieler anderer Mikrofone, doch in der Praxis zeigt sich, dass dies kein starken Auswirkungen hat. Es ist eher so, dass die Auswirkungen von an manchen Preamps verfügbaren Impedanzwahlschaltern hier stärkere Klangwahlmöglichkeiten erlauben.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • professionelle Klangeigenschaften
  • Broadcastbügel praktisch
  • preiswert

  • Körperschallempfindlichkeit dürfte geringer sein

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