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Test
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06.03.2015

Thomann Singsang Wireless Bundle Test

Einsteiger-Vocal-Set aus Funkmikrofon, stationärem Empfänger und Aktivmonitor

Viel Sound für wenig Geld!

In diesem Test nehmen wir das Vocal-Set „Thomann Singsang Wireless Bundle“, bestehend aus dem Funkmikrofon/Empfänger-Set the t.bone TWS One A Vocal und dem Aktivmonitor the box MA100, unter die Lupe. Vorbei sind die Zeiten, in denen Drahtlossysteme nur für den großen Geldbeutel erschwinglich waren. Wer heute auf der Suche nach einem kabellosen Gesangsmikrofon ist, wird mit nahezu jedem Budget - und sei es noch so gering - fündig. Das Gleiche gilt für kleine Beschallungsanlagen, wo die Devise vieler Hersteller mittlerweile „gut und günstig“ lautet.

Das Thomann Singsang Wireless Bundle, dem ich mich an dieser Stelle gegenübersehe, bietet diese Komponenten in einem Set an und ist bereits zu einem Top-Verkaufspreis von 149 Euro (UVP) im Handel erhältlich. Schauen und hören wir uns im Folgenden einmal an, was dem interessierten Käufer für diesen Kampfpreis geboten wird und wo die Stärken und Schwächen des Komplettpakets liegen.

Details

Den Kern des Singsang Wireless Bundles bilden der aktive Zweiwege-Monitor „the box MA100“ und das Funkmikrofon-Set „the t.bone TWS One A Vocal“. Außerdem liegt dem Lieferumfang das Audiokabel „the Sssnake MXP1009“ bei. Es dient dazu, den Klinkenausgang des stationären Funkempfängers mit dem Aktivmonitor zu verbinden. Dass das Kabel lediglich 90 Zentimeter kurz ausfällt, ist zu verschmerzen, denn schließlich ist es recht wahrscheinlich, dass der Funkempfänger auf oder nahe dem Aktivmonitor platziert wird. Die Schutztüllen an beiden Enden des Kabels sind abschraubbar, wodurch eine Wartung des Kabels möglich ist. Ein Manko ist allerdings, dass es sich nur um ein unsymmetrisches Kabel handelt, weshalb Störeinflüsse nicht ausgeschlossen werden können. Dieser Umstand ist allerdings dem nicht symmetrischen Ausgang des Funkempfängers geschuldet, dazu später mehr…

the t.bone TWS One A Vocal

Zum Funkmikrofon-Set gehört der 200 Gramm leichte Handsender „TWS One HT" - seine dynamische Mikrofonkapsel mit Nierencharakteristik wird durch einen Drahtgeflechtkorb geschützt,  und er weist zweifellos Design-Anleihen bei verschiedenen Konkurrenzmodellen auf. Der Mikrofonschaft ist aus Kunststoff gefertigt und ist an der Oberseite mit einem An/Ausschalter sowie einer Info-LED bestückt. An der Rückseite des Schafts kann das Batteriefach des Funkmikrofons geöffnet werden. Am unteren Ende befindet sich die Antennen-Sendeeinheit.

Beworben wird die Funkstrecke mit einem Betrieb im ISM-Band. Genaugenommen liegt die betreffende Frequenz von 863,1 MHz jedoch im SRD-Band für kurze Reichweiten (SRD = Short Range Devices). Das ändert aber nichts daran, dass das Funksystem mit einer nicht veränderbaren Festfrequenz arbeitet und europaweit zulassungsfrei betrieben werden darf. Der Frequenzumfang des Funkmikrofons von 60 bis 16.000 Hz deckt alle für Gesangs- und Stimmsignale wichtigen Bereiche ab. Leider ist der Dynamikumfang mit 90 dB(A) jedoch eher bescheiden. Zwei AA-Batterien sorgen laut Herstellerangaben dafür, dass der Handsender satte acht Stunden lang durchhält. Das ist in etwa der Standard teurerer Mitbewerberanlagen. Mit einer Sendeleistung von umgerechnet 20 mW kann der Transmitter über eine Entfernung von bis zu 50 Metern betrieben werden, was mit Blick auf die Konkurrenz sogar mehr als ordentlich ist.

the t.bone TWS One R

Der stationäre Funkempfänger TWS One R ist ebenfalls in einem Kunststoffgehäuse untergebracht, an dessen Unterseite vier Gummifüßchen für sicheren Halt sorgen. Neben einem Volume-Regler für den Ausgangspegel bietet der Receiver anstelle eines Displays drei Status-LEDs, mit deren Hilfe sich das Anliegen der Betriebsspannung, des Funksignals und des Audiosignals überprüfen lässt. Rückseitig ist eine 6,3-Millimeter-Klinkenbuchse angebracht. Aufgrund des nicht symmetrischen Ausgangssignals beträgt der maximale Output-Pegel des Funkempfängers nur -18 dBV, also umgerechnet ‑15,8 dBU. Das ist vergleichsweise wenig. Der TWS One R ist mit einer einzelnen, fest verbauten Metallantenne ausgestattet. Der Kenner weiß also, dass er bei diesem Modell ohne True-Diversity-Funktion auskommen muss. Eine Zugentlastung für das Stromkabel wird nicht geboten und auch ein Ein/Ausschalter ist nicht zu finden, daher ist bei eingestecktem Netzadapter Dauerbetrieb angesagt.

the box MA100

Der aktive Zweiwege-Monitor MA100 ist mit seinen 14 Kilo ein wuchtig-schwerer Kamerad. Er ist mit einem 10-Zoll-Woofer und einem Konus-Hochtöner bestückt, die auf einem Meter Entfernung einen maximalen Schalldruckpegel von stolzen 119 dB liefern. Verantwortlich dafür ist die eingebaute Verstärkereinheit, die eine Ausgangsleistung von 100 W (RMS) und 400 W (Peak) mitbringt. Zwar sind 100 W RMS für einen Monitor nicht die Welt, doch spricht die hohe Spitzenleistung für eine potenziell gute Impulsverarbeitung. Auch mit seinem Frequenzbereich von 70 Hz bis 17 kHz ist der Aktivmonitor gut aufgestellt. Dadurch kann er nicht nur Stimmsignale, sondern auch Bassanteile anderer Instrumente druckvoll rüberbringen.

Sämtliche Anschlüsse und Regler des Monitors sind auf der Frontseite untergebracht. Konkret handelt es sich dabei um je einen Line- und Mikrofoneingang in XLR-Ausführung. Eine Standby-Funktion soll nicht nur für ein knackfreies Aussetzen der Beschallung sorgen, sondern auch als Energiesparmaßnahme dienen. Ein Dreiband-EQ ermöglicht klangliche Anpassungen von ±6 dB je Band. Die Lautstärke von Line- und Mikrofoneingang wird unabhängig voneinander mittels zweier Potis geregelt. Ausgangsseitig steht ein Line-Output im XLR-Format zur Verfügung. Über diese Link-Buchse lässt sich das Bundle durch einen weiteren aktiven Monitor ergänzen. Gleich daneben findet sich eine Speakon-Buchse, die als Speaker-Out dient. Hier lässt sich ein zweiter passiver Monitor anschließen. Mit Ausnahme der NL4/Speakon liegen alle weiteren Buchsen in einfacher Ausführung vor, müssen also ohne Rückhaltesicherung auskommen. Die Stromzufuhr ist durch eine separate Sicherung geschützt.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Einfache Bedienbarkeit
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Überraschend guter Klang
  • Europaweit anmelde- und gebührenfrei
  • Hohe Sendeleistung/Reichweite
  • Bis zu 8 Stunden Betriebsbereitschaft
  • Zuverlässige Funkverbindung
  • Sofortige Signalübertragung nach Einschalten des Handsenders
  • Geringe Übertragung von Bewegungs- und Handgeräuschen

  • Basslastiger Aktivmonitor
  • TWS Vocal One A:
  • Ein/Ausschalter ohne Einrastfunktion
  • Festfrequenz
  • Geringer Dynamikumfang
  • Aktivitäts- statt Status-LEDs
  • Sehr starker Nahbesprechungseffekt
  • TWS One R:
  • Ausschließlich Klinkenausgang
  • Kein symmetrischer Ausgang
  • Non-Diversity

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