Software Hersteller_Toontrack
Test
10
20.12.2019

Praxis

Death, Darkness und die anderen Metaller

Dank ihres großen Umfangs und ihrer enormen Vielseitigkeit handelt es sich bei der Death & Darkness SDX fraglos um die aktuell attraktivste erhältliche Metal-SDX von Toontrack. Während der Death-Part von Mark Lewis mit einem warmen, dichten und organischen Raumklang kommt, wirkt der Darkness-Part von Tue Madsen mit dem Sound des leeren Swimmingpools wesentlich knalliger und aggressiver. Und nicht nur gemessen am Raumklang, sondern auch an der allgemeinen Ästhetik zeigt der Darkness-Part eine etwas klarere raue Kante als der Death-Part und hält damit noch etwas eindeutiger die Pommesgabel hoch.

Ein Vergleich mit den anderen ausdrücklich auf Metal spezialisierten SDX-Libraries ist hier natürlich hilfreich: Während die Metal Machinery SDX ein wenig wie ein klanglicher Kompromiss aus Death und Darkness wirkt, präsentiert sich die ältere Metal Foundry SDX in einem roheren Gewand. Da es sich hier nur um die Default-Presets der Libraries handelt, die vollständig auf den Einsatz von Effekten verzichten, ist das letzte Wort in Sachen Sound aber natürlich längst noch nicht gesprochen.

Ein neben dem Grundklang ganz wesentlicher Punkt ist die Anzahl der Artikulationen pro Instrument. Anders als die älteren Libraries kommt die Death & Darkness SDX in dieser Hinsicht mit der Vollausstattung des Superior Drummer 3 und bietet eine beeindruckende Anzahl von 27 verschiedenen Spielweisen für alle drei Hi-Hats pro Library-Part. Zudem ist es bei vielen Crash-Becken möglich, sie nicht nur zu „crashen“, sondern sie auch auf der Beckenfläche und der Glocke (oft auch Unterscheidung zwischen Tip und Shank des Sticks) anzuspielen. Wer gerne detailreich und ultrarealistisch programmiert, der kommt hier voll auf seine Kosten!

Variierende Varianz bei den neun Kits

Die meisten Drum-Libraries folgen unterschiedlichen Klangidealen und machen ihre enthaltenen Kits dabei zu Stellvertretern einer gewissen Ästhetik. So finden sich neben offenen modernen Sounds meist stärker gedämpfte Trommeln mit weniger Sustain und natürlich gibt es im Allgemeinen oft große Unterschiede beim Tuning. Für den Darkness-Part von Tue Madsen trifft das auch voll und ganz zu. Der Death-Part von Mark Lewis geht dagegen einen anderen Weg und scheint mit all seinen Kits der gleichen Klangvorstellung eines sauberen und fetten modernen Drumsounds zu folgen. Vor allem bei den Toms sind die Unterschiede zwischen den Kits überraschend subtil, und nur eines der vier Drumsets hebt sich mit kleineren Trommeln und einer etwas höheren Stimmung deutlich ab. Ein interessanter Punkt, der die tatsächlichen Unterschiede im Klangcharakter der Instrumente in den Vordergrund rückt – und garantiert kein Minuspunkt, da sich die doppelte Library ohnehin keine Sorgen wegen mangelnder Vielfalt machen muss.

Ebenfalls interessant ist natürlich die Frage nach dem Grad der Unterscheidung der (eigentlich sehr nah verwandten) Drumsets beider Libraries. Das Yamaha Recording Custom und das DW Collectors Set aus dem Death-Part (benannt als Bathyal Blue Kit und Maple Monster Kit) ähneln sich einander weit mehr als ihre Gegenstücke aus dem Darkness-Part (White Light Kit und Dark Waters Kit). Das ist schon mal ein beeindruckender Hinweis darauf, wie wesentlich der Einfluss von Tuning, Mikrofonierung, Raumklang und der allgemeinen Recording-Philosophie auf das Drum-Recording ist. Auf den Einsatz von Effekten des Superior Drummer 3 wird auch bei den folgenden Audiobeispielen noch verzichtet.

Viele Mixerkanäle und vielfältige Presets 

Ein wesentlicher Grund für das hohe Datenvolumen des Death-Parts der Death & Darkness SDX liegt in der Anzahl der separaten Mixer-Channels. Stolze 35 Kanäle (fünf davon Stereo) bietet das interne Mischpult und das lässt selbst die Core-Library des Superior Drummer 3 ein wenig blass aussehen. Jede Bassdrum für sich kommt schon alleine mit vier separaten Kanälen. Die Toms sind mit Top- und Bottom-Mics verfügbar und es gibt fünf Stützmikros für einzelne Becken.

Der Darkness-Part verhält sich in dieser Hinsicht etwas zivilisierter: Er bietet 21 Kanäle (fünf davon Stereo) und verzichtet im Bereich der Close-Mics auf das ganz große Ausufern. In Hinblick auf die Ambience-Channels stehen aber trotzdem noch sieben Kanäle bereit und damit ist natürlich auch dieser Teil der Library hochgradig flexibel. Allgemein gilt für beide Teile der Library, dass in allen Kanälen sämtliche Übersprecher von allen anderen Instrumenten aktiviert und separat geregelt werden können. Das ist der ganz normale Wahnsinn einer SDX-Library. Einen guten Überblick gibt es im offiziellen Video von Toontrack.

YouTube-Link: Einen Eindruck davon, was man mit all den Mixerkanälen und den umfangreichen Features des Superior Drummer 3 alles anstellen kann, erhält man beim Durchhören einiger Presets. Der Death-Part bietet insgesamt 31 dieser komplexen Voreinstellungen, beim Darkness-Part sind es 20. Grundsätzlich sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt.

 

 

Einen Eindruck davon, was man mit all den Mixerkanälen und den umfangreichen Features des Superior Drummer 3 alles anstellen kann, erhält man beim Durchhören einiger Presets. Der Death-Part bietet insgesamt 31 dieser komplexen Voreinstellungen, beim Darkness-Part sind es 20. Grundsätzlich sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. 

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • zwei vollwertige SDX-Libraries in einem

  • neun Drumsets mit vielen zusätzlichen Instrumenten
  • 
natürlicher und extrem variabler Klang
  • 
bis zu 35 Mixerkanäle (Death-Part)
  • 
viele Artikulationen viele Presets

  • 
kein Contra

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X