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Test
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29.10.2019

Traveler Guitar Vaibrant Deluxe V88X Hot Pink Test

E-Gitarre

Vai not

Die Traveler Guitar Vaibrant Deluxe V88X Hot Pink ist die neueste Gitarre der Marke, die sich dazu auch noch kräftig von den Instrumenten unterscheidet, die wir bereits auf unserer Testbank hatten. Wen sie sich als Vorbild auserkoren hat, ist schon an der Optik ohne Mühe abzulesen.
Pate stand augenscheinlich die legendäre Ibanez JEM, für die in den Achtzigerjahren Steve Vai verantwortlich zeichnete. Und die Parallelen beschränken sich auch nicht auf das exzentrische Äußere, sondern zeigen sich auch in diversen Ausstattungsmerkmalen. Worum es sich im Einzelnen handelt und was unter der auffälligen Oberfläche steckt, haben wir uns näher angeschaut.

Details

Geliefert wird das Instrument in einem robusten Gigbag, in dem sich auch die benötigten Werkzeuge befinden, die zur Einstellung der Gitarre benötigt werden. Unser pinkfarbenen Deluxe-Exemplar gibt es auch in Schwarz mit grünen Bedienelementen, und in der preiswerteren Standard-Serie finden sich neben einer pinkfarbenen auch eine gelbe und eine grüne Gitarre, die jedoch auf gewisse Ausstattungsmerkmale verzichten.

Nicht nur die Farbe macht sie schon aus der Ferne zum Hingucker, auch der auf die wesentlichen Merkmale eingedampfte Korpus fällt auf. Kompaktheit ist angesagt, denn, wie der Herstellername schon verrät, muss sich das Instrument leicht transportieren lassen.

Korpus

Der Korpus besteht aus Erle und ist tadellos deckend im Farbton Hot-Pink lackiert. Ein Cutaway, der ähnlich lang und schlank ausfällt wie bei der JEM, erleichtert für meinen Geschmack das Spiel im Sitzen erheblich. Das zweilagige Schlagbrett bedeckt fast den gesamten Korpus und beheimatet zwei V88X Humbucker in der Hals- und Stegposition sowie einen V88X Singlecoil in der Mitte, die mithilfe eines Fünfwegschalter mit grüner Kappe folgendermaßen geschaltet werden können:

Dem Kenner dürfte sofort auffallen, dass sich die Tonabnehmer exakt wie beim Ibanez-Modell verschalten lassen, um die vom Vorbild bekannte Klangästhetik zu liefern. Die Tonabnehmerkappen kommen ebenfalls in Pink, und damit es schön bunt bleibt, gehören dazu gelbe Volume- und Tone-Potiknöpfe. Auch das untere Ende der Gitarre wurde "beschnitten", sodass das verbaute Floyd Rose 1000FRT herausragt und sich völlig problemlos auch nach oben bewegen lässt. Der Tremoloarm wird mithilfe einer Überwurfmutter fixiert und ermöglicht ein spielfreies Tremolieren.

Das Prinzip eines Double Locking Tremolos ist schnell erklärt: Die Saiten werden bei einem Floyd Rose ohne Ball-End in die Tremoloeinheit eingeführt und per Schraube mit einem kleinen Metallblock festgeklemmt. Am Sattel fixiert ein durch eine Schraube fixierter Metallbügel jeweils zwei Saiten, und schon sind die Mechaniken aus dem Spiel, die vor dem Festklemmen noch einmal für die passende Stimmung gesorgt haben. Ab jetzt haben sie kein Stimmrecht mehr, denn feingestimmt wird mithilfe von sechs Rändelschrauben an der Tremoloeinheit.

Es ist aber auf jeden Fall ratsam, die Saiten recht genau in Stimmung zu bringen, bevor der Sattel arretiert wird, was ein wenig Übung verlangt. Da das Tremolo nach dem Messerkantenprinzip arbeitet, verändert sich der Zug, sobald eine Saite in der Tonhöhe verändert wird, und damit die komplette Stimmung, was einen anfangs in den Wahnsinn treiben kann. Hat man den Bogen aber einmal raus, wird man im Normalfall mit einem absolut verstimmungsfreien System belohnt, egal, wie heftig man das Tremolo malträtiert.

Ein Blick auf die Rückseite zeigt lediglich einen versenkt angebrachten Plastikdeckel, der das Tremolofach verschließt, in dem wiederum drei Federn für den Schwebezustand des Floyd Rose sorgen.

Unter dem Schlagbrett sitzt die komplette Elektronik, dementsprechend braucht man kein weiteres Fach an der Rückseite. Die Gurtpins sind unterlegt, um den Lack vor Beschädigungen zu schützen. Übrigens hat man sich hier etwas Besonderes einfallen lassen, denn eine der vier Schrauben, die den Hals fixieren, ist ebenfalls mit einem Gurtpin versehen, sodass drei Möglichkeiten der Gurtbefestigung zur Verfügung stehen.

Hals Mit vier Schrauben ist der Ahornhals mit dem Korpus verschraubt und sitzt bombenfest in der exakt ausgefrästen Halstasche. Der Übergang wurde korpusseitig abgerundet, sodass ein Bespielen auch der obersten Lagen problemlos möglich ist. Das Griffbrett mit einem Radius von 432 mm besteht ebenfalls aus Ahorn und fühlt sich wie die Halsrückseite sehr natürlich an, wobei die 24 Jumbo-Bünde allesamt tadellos eingesetzt und bearbeitet wurden. Bei den Griffbretteinlagen hat sich Traveler Guitar ebenfalls am Vorbild orientiert und eine Eigeninterpretation der ursprünglichen Pyramiden-Inlays entwickelt, dazu dienen kleine schwarze Punkte in der Griffbrettkante ebenfalls der Orientierung. Der Hals liegt sehr gut in meiner Hand und besitzt meiner Meinung nach ein D-Shape.

Bevor die Saiten des aufgezogenen D'Addario EXL120 .009 - .042 Satzes auf die ebenfalls in Korpusfarbe lackierte angewinkelte Kopfplatte treffen, überqueren sie zunächst aber erst einmal den 43 mm breiten Klemmsattel, hinter dem sich der Zugang zum Halsspannstab befindet, der wiederum mit einem schwarzen Deckel verschlossen ist. Die geschlossenen Mechaniken sind in einer 3+3 Anordnung angebracht und ermöglichen ein punktgenaues Tunen des Instruments.

Hier noch ein paar Zahlen: Die Vaibrant bringt schlanke 2685 Gramm auf die Waage, besitzt eine Mensur von 648 mm und misst in der Länge gerade einmal 845 mm. Soweit die Details, ich bin schon gespannt, wie die Gitarre sich im Praxisteil schlägt.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • kompakte Maße
  • gute Bespielbarkeit
  • tadellose Verarbeitung
  • guter Sound

  • mangelhafte Werkseinstellung
  • Pickups am zerrenden Amp etwas schwammig

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