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27.07.2020

Triad-Orbit Starbird SB-1 Test

Boom-Mikrofonstativ der Oberklasse

Das Erbstück

Vielleicht vorweg: Der Mikrofonständer Triad-Orbit Starbird SB-1 in diesem Test kostet etwas über 1000 Euro. Ihn in Online-Shops zu suchen ist daher nicht sonderlich schwer, man muss lediglich in der Kategorie Mikrofonstative nach absteigendem Preis sortieren, dann taucht er an erster Stelle auf. Warum das TO-Starbird-Mikrofonstativ weder ökonomischer Wahnsinn noch abartiger Luxus ist, ist hier zu lesen.

Details

Der Sternenvogel ist ein Phoenix

Einen (originalen) Starbird sieht man vor allem auf Fotografien aus US-amerikanischen Tonstudios Mitte des letzten Jahrhunderts. Ella Fitzgerald, Frank Sinatra und andere Interpreten sangen oft in große und schwere RCA-Bändchenmikrofone, die nicht selten an einem der in den 1940er entwickelten „Model 180“ von George Starbird montiert waren. Auf vielen Bildern sieht man, wie amerikansche Ribbons und deutsche Großmembranmikrofone über die Köpfe andere Musiker positioniert wurden, um Stützsignale zu liefern – oder zur Stereo-Hauptmikrofon-, Decca-Tree-, oder Raummikro-Platzierung verwendet wurden. Nachdem Starbirds für Dekaden nicht erhältlich waren, kam Anfang der 1990er ein Hersteller auf den Markt, der mit den originalen Werkzeugen in den Räumen und der entsprechenden Erlaubnis in der Tasche einen 180er fertigte: Manley! Triad-Orbit hat jedoch für die Wiederaufersteheung als Triad-Orbit Starbird SB-1 nicht einfach die Produktion neu aufgenommen, sondern für zahlreiche Veränderungen gesorgt. In den USA wichtiger als hierzulande, wo Starbirds rare Vögel sind, ist die Tatsache, dass der TO SB-1 kompatibel zu den Originalen ist. Und trotzdem ist der aktuelle Starbird auch in die andere Richtung kompatibel: Er ermöglicht es, das geniale Triad-Orbit-Schnellwechselsystem zu verwenden, dass mir beim ersten Test des Triad-Orbit-Systems dermaßen die Glückshormone aus Ohren und Nase hat laufen lassen, dass ich beim Schreiben meine Euphorie aktiv zügeln musste. Und das passiert nicht alle Tage.

Technische Daten

Die technischen Daten zeugen von schierem Gigantismus. Ausgezogen erreicht das luftgedämpfte vertikale Teleskoprohr eine Höhe von knapp 2,6 Metern, der Arm reicht 2,5 Meter weit. Die maximal erreichbare Höhe von 5 Metern kann durch Nutzung der Distanzstange TO T-ES (im Test mit weiterem TO-Zubehör) so weit erhöht werden, dass auch bei Kirchenorgelaufnahmen in großen Kirchenschiffen niemand mehr wünscht, Mikrofone auch abhängen zu können. Der Fuß mit seinen arretierbaren „Blue Wheel“-Rollen hat einen Durchmesser von knapp einem Meter. Allerdings lassen sich die drei Beine auch einfahren, der Fußabdruck des Gusseisernen Sockels beträgt etwas unter 50 Zentimeter. Bei sehr beengten Platzverhältnissen oder dem zeitweiligen Verstauen wird man sich darüber freuen.

Als Gewicht werden 10 Kilogramm genannt. Nein, nicht das Eigengewicht, der SB-1 wiegt stolze 30 Kilo: 10 Kilogramm sind die empfohlene Maximallast. Das mit dreienhalb Kilogramm brutal schwere AEA A440 lässt sich also problemlos aus reichlich Entfernung über ein Schlagzeug, einen Chor oder sonstige ausladenden Signalquellen hängen.

Pro & Contra

  • enorme Tragfähigkeit für schwere Mikrofone und Stereo-/Surround-Rigs
  • weite Auslage und Gesamthöhe
  • angenehme Bedienbarkeit
  • klassischer Look
  • kompatibel zum Triad-Orbit-System
  • kompatibel zu originalen Starbirds

  • hohe Investitionskosten

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