Fussmaschine_Pro_Trick_Dominator_Silver
Test
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13.01.2021

Trick Dominator Double Pedal Silver Test

Doppelfußmaschine

Versilberte Füße

Für manche Drummer ist ein Doppelpedal in erster Linie dafür zuständig, die Bewegung der Füße möglichst unfallfrei auf das Bassdrumfell zu übertragen. Ob diese Spezies allerdings die Zielgruppe für unsere heutige Fußmaschine ist, darf bezweifelt werden. Denn wer mit einem Dominator Modell der amerikanischen Aluminium-Spezialisten Trick liebäugelt, dem geht es um maximale Geschwindigkeit und die dafür nötige Präzision. Die Maschine erfreut sich großer Beliebtheit unter Besitzern flinker Füße, lässt sie doch preislich einen gewissen Respektsabstand zum Spitzenmodell Pro1-V, ohne auf Zutaten wie gefrästes Aluminium und die typischen Konstruktionsmerkmale von Trick zu verzichten. Seit Kurzem läßt sich das Musikhaus Thomann von Trick Drums eine exklusive, leicht modifizierte Version namens Dominator Silver herstellen. Wie die sich von der Serienversion unterscheidet, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details & Praxis

Andere Beater, anderer Look

Wie eingangs bereits angedeutet, teilt sich die Dominator Silver den allergrößten Teil ihrer Konstruktion mit dem regulären Schwestermodell. Ich möchte trotzdem kurz auf die wichtigsten Merkmale eingehen. Dazu gehört die Auslegung als Direct-Drive-Maschine, die Kraftübertragung erfolgt also nicht per Kette, sondern über gebogene Aluminiumstangen. Ins Auge fällt zudem das Fehlen der Fersenteile, was zu einer Vergrößerung der zur Verfügung stehenden Trittfläche führt und als Longboard bezeichnet wird. Die rechteckigen, schwarzen Trittplatten sind absolut glatt und kugelgelagert mit der Bodenplatte verbunden. Diese verfügt über Ausstanzungen zur Massereduktion und ist auf der Unterseite glatt. Halt auf Teppichböden verleihen allein die mitgelieferten Klettstreifen. Eine vorne angebrachte, gefederte „Wippe“ fixiert das Pedal am Spannreifen.

Kommen wir nun zum ersten von zwei Unterschieden zur Serienversion. Die Seitenflanken der Bodenplatten sind nämlich nicht schwarz lackiert, sondern kommen, wie auch die einsäuligen Rahmen, in gebürstetem Alu daher. Dieser optischen Veränderung verdanken die Pedale ihre Zusatzbezeichnung. Technisch sehr interessant und einzigartig ist Tricks Umsetzung der Justierfunktionen. Statt offener Zugfedern verfügen die Pedale über gekapselte Druckfedern (!) Über eine seitlich angebrachte Pleuelstange werden diese beim Treten komprimiert. Ihre Verstellung erfolgt über großzügig dimensionierte, perfekt erreichbare Rändelschrauben. Ebenso gut erreichbar ist die Verstellung von Trittplatten- und Beaterwinkel, welche mittels nebeneinander liegender Vierkantschrauben an der Cam, beziehungsweise der Beater-Aufnahme vorgenommen wird.

Ein weiteres, sehr durchdachtes Detail ist der Umstand, dass es sich bei diesem Doppelpedal um zwei Einzelpedale handelt. Die Verkoppelung erfolgt über das Lösen eines massiven Aludeckels, welcher das Druckfedergehäuse verschließt. Anschließend ersetzt man diesen Verschluss durch eine Art Kupplung, welche zudem die Beater-Aufnahme beherbergt. Danach muss nur die – sehr exakt und spielfrei konstruierte – Welle installiert werden und fertig ist die Dopplefußmaschine. Moment, noch nicht ganz! Denn das zweite Merkmal, das die Silver von der Normalversion abhebt, sind die installierten Beater. Die nennt Trick tatsächlich Dead Blow und sie bestehen komplett aus Aluminium. Eine leicht verrundete Form soll allzu schwere Verletzungen am Schlagfell verhindern. Nahezu alle Teile an der Dominator Silver sind aus gefrästem Aluminium gefertigt, die Verarbeitungsqualität ist durchweg exzellent. 

Sehr schnell, etwas rutschiger Stand

Im Einsatz machen sich die geringen Fertigungstoleranzen und die hohe Materialqualität genauso bezahlt wie bei der quasi identischen Serienversion. Die Maschine fühlt sich sehr „clean“ und schnell an, das Druckfederkonzept ist ebenfalls spürbar und dürfte eben speziell jenen Speed-Freunden entgegen kommen, welche eine härter eingestellte Feder bevorzugen. Ein Riesenvorteil ist hier die angenehme Justierung. Geblieben ist leider auch die Rutschneigung des Slavepedals. Auf meinem Drumteppich (von Thomann) verhelfen die Klettstreifen zu einem etwas stabileren Stand, so richtig fixiert fühlt sich die Maschine allerdings nie an. Bei der Halteklammer zur Spannreifenmontage wurde jedoch eine etwas festere Feder eingesetzt, das Pedal hält relativ stabil. Die Alu-Beater erzeugen einen clickigen, eher harten Sound und setzen der Fußbewegung minimal mehr Widerstand entgegen als die Serienschlägel. Insgesamt merkt man dem Dominator Silver Pedal an, dass es eben für eine bestimmte (schnelle) Spielweise gebaut wurde, wer die fette 1 und 3 im gemächlichen Tempo mit maximal Punch versenken möchte, ist hier nicht unbedingt an der richtigen Adresse. 

Pro & Contra

  • sehr schneller und sauberer Lauf
  • exzellente Verarbeitungsqualität aller Teile
  • sehr gute Funktionalität

  • Slavepedal neigt zum Rutschen

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