Keyboards
Test
3
07.07.2020

Fazit
(3.5 / 5)

Der MEGAfm von Twisted Electrons liefert ein zwiespältiges Bild: Auf der einen Seite haben die Entwickler hier wirklich ganze Arbeit geleistet und man hat über das tolle haptische Bedienfeld und eine Vielzahl von Zusatzfunktionen einen wirklich umfassenden Zugriff auf sämtliche klangliche Möglichkeiten des verbauten „YM2612“-Soundchip. Hinzu kommt die vollständige Kontrolle aller Parameter über MIDI und der Umstand, dass der MEGAfm alle Fader und Regler als CC-Values an die DAW sendet. Es macht also grundsätzlich ziemlich viel Spaß, mit diesem Synth zu arbeiten – auch und gerade in Verbindung mit dem tollen Editor-Plugin. Dem gegenüber steht eine sehr stufige Auflösung vieler Parameter, was nicht an Twisted Electrons liegt, sondern der Architektur des Yamaha-Chips geschuldet ist. Insbesondere beim Gesamtvolumen, Einzellautstärke der vier Operatoren und der Feedbackschleife des ersten Operators. Zu dieser „Kantigkeit“ der Parametrisierung kommen noch die Aliasing- und Crossover-Verzerrungen des integrierten 9-Bit DACs, die in der Summe für sehr „artefaktige, rauschige und punkige“ Sounds sorgen. Das musikalische Einsatzspektrum bewegt sich also in einem relativ engen Korridor und richtet sich vornehmlich an Musiker, die ganz bewusst mit dieser Low-Fi/Retro-Ästhetik arbeiten möchten. Für einen angemessenen Preis haben die Entwickler hier einen schönen Synthesizer gebaut – allerdings um einen Chip herum, der sich mit seiner geringen Wortbreite der analogen Bedienung zu widersetzen scheint, wie um zu beweisen, dass er dafür konzipiert ist, mit knallhart deterministischem Maschinencode angesprochen zu werden und nicht mit feinfühligen Reglerbewegungen.

  • Pro
  • Ansprechendes und robustes Design
  • Sehr viele Funktionen
  • Plug-In-Steuerung
  • CC-Out aller Bedienelemente
  • Contra
  • Phones/Out-Pegel hat hörbares „Stepping“ und ist unlinear
  • Phones-Out für Kopfhörer sehr leise
  • Fader der Hüllkurven etwas eng stehend
  • Kein USB-MIDI
  • Sehr starke Aliasing-Artefakte/Crossover-Distortion
  • Hüllkurven-Sustain muss für Änderungen neu getriggert werden
  • Features
  • 12 stimmig polyphon
  • 2 YM2612 FM-Chips
  • 8 Algorithmen
  • 600 Preset-Speicher in 6 Bänken
  • 4 Stimm-Modi (Poly12, Stereo/Breitband6, spezieller CH3-Modus, 12 Stimmen-Unisono)
  • Stereo- oder Mono-Ausgang (1 Chip pro Kanal oder beide Chips summiert)
  • 3 LFO zur Modulation eines beliebigen Parameters
  • 7-Modus-Arpeggiator mit transponierbarem Step-Sequenzer im Sh-Style
  • Vibrato mit Depth und Rate
  • MIDI-Clock auf allen LFOs, ARP und Vibrato
  • Alle Fader/Regler senden MIDI
  • 2x 6,3 mm Klinkenausgang
  • 6,3 mm Stereokopfhörerausgang
  • 5-Pol DIN MIDI-Eingang mit MIDI-Kanal-Learn und MIDI Through/Out
  • Gehäuse aus gebürstetem/eloxiertem Aluminium
  • Preis
  • Twisted Electrons MEGAfm: Ca. 559 € (Straßenpreis/Stand: 17.06.2020)
Veröffentlicht am 07.07.2020

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Ansprechendes und robustes Design
  • Sehr viele Funktionen
  • Plug-In-Steuerung
  • CC-Out aller Bedienelemente

  • Phones/Out-Pegel hat hörbares „Stepping“ und ist unlinear
  • Phones-Out für Kopfhörer sehr leise
  • Fader der Hüllkurven etwas eng stehend
  • Kein USB-MIDI
  • Sehr starke Aliasing-Artefakte/Crossover-Distortion
  • Hüllkurven-Sustain muss für Änderungen neu getriggert werden

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