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Test
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19.01.2018

Universal Audio Arrow Test

Thunderbolt 3 Audiointerface

Pfeilschnell ?!

Es gibt Firmen, die kündigen Jahre vorher ein Produkt an, teasen die Leute unnötig und verstecken sich dann hinter Produktions- und Lieferverzögerungen. Es geht aber auch anders, wie Universal Audio beweist.

Die Amis haben ihren Laden also offensichtlich im Griff. Und so kam es, dass unmittelbar zur NAMM Ankündigung bereits ein erstes Testobjekt des neuen Universal Audio Arrow Audiointerfaces mit UAD-2 Solo Core bei uns in der Redaktion eintrudelte.

Details

Allgemeines

Das Universal Audio ist ein 2-In/4-Out Audiointerface mit Thunderbolt-3-Anschluss und UAD-2 Solo Core in 24 Bit 192 kHz Qualität. Neben den reinen Aufnahmen lassen sich also auch DSP-Effekte realisieren. Das UA Arrow – weil es anscheinend wohl so schnell wie ein Pfeil sein soll – ist das bis dato kleinste Interface aus dem Hause.

UA Arrow ist mit Windows und Mac kompatibel – eine Thunderbolt-3-Buchse vorausgesetzt. Die Verarbeitung ist auf höchsten Niveau, das Metallgehäuse fühlt sich sehr wertig an und ist mit einem Gewicht von 0,6 kg durchaus noch reisefreundlich. Zum neusten Mac Book passt es optisch perfekt.

Thunderbolt 3

Thunderbolt 3 bringt Vor- und Nachteile. Ein großer Vorteil ist die kräftige Bus-Power, mit der auch stromhungrige Interfaces versorgt werden können. Das Arrow verfügt entsprechend über keinen weiteren Stromanschluss. Für die Portabilität ist das natürlich gut. Nicht so gut ist der teure Preis der Kabel, welche zwischen 30 und 45 Euro bei 80 Zentimeter Länge kosten – und in alter Thunderbolt Tradition natürlich nicht Teil des Lieferumfangs sind.

Tolles Bedienkonzept

Die Bedienung war bereits bei den Apollo Twins gelungen. Beim Arrow finde ich es sogar noch klarer und logischer strukturiert. Mit dem großen Push-Encoder lassen sich die Ausgangslautstärken vom Main-Out und Kopfhörer regeln sowie auch die Gains ohne Problem feinfühlig steuern.

Alle Preamp-Zusatzfunktionen wie Quellenwahl, Low-Cut, Phantomspeisung, Pad, Phasereverse und Stereo-Link lassen sich ebenfalls komfortabel am Gerät auswählen. Hinzu kommen Level-Meter für die Eingänge und Ausgänge, ein großer LED-Kranz für den Push-Encoder selbst sowie acht komfortabel platzierte Taster. Da das Gerät eine leicht angeschrägte Oberseite besitzt, ist es gut zu bedienen.

Zwei Unison Preamps

Wie auch das UA Apollo Twin Mk2 verfügt auch das Arrow über zwei 65 dB max. Gain Preamps mit XLR/TRS Combo-Buchse für Mic und Line-Signale. An der Front findet sich auch noch eine Klinke für Instrumente und die entsprechende Impedanzanpassung. Apropos Impedanz, dank des Unisons-Features ändert sich diese auch für die Preamps – je nach emulierten Preamp.

Realtime Analog Classics Bundle

Das Arrow kann also die bekannten Preamps von Neve, API und Manley sowie Stomp-Boxes und Amps von Marshall und Fender emulieren. Der größte Vorteil dieser Simulationen, genau wie bei den anderen UAD2 DSP-Effekten, ist, dass diese auch beim Tracking verwendet werden können, weil so gut wie keine weitere Latenz entsteht, die das Spielgefühl trüben könnte. Voraussetzung ist die Einbindung in die Monitor-/Mixer-Software „UA Console“ und die entsprechenden optionalen und nicht ganz günstigen UAD2-Lizenzen. Einen Eindruck davon, was möglich ist, könnt ihr euch hier im Test der UAD2 Software Version 9.4 holen.

Standardmäßig kommt das Arrow mit dem „Realtime Analog Classic“-Bundle und zu dem gehören folgende Plug-ins inklusive Unison-Feature: UA 610-B Preamp, Marshall Plexi Classic und Softube Bass Amp Room Verstärker sowie die Bodentreter der „Raw Distortion“-Serie inklusive RAW, TS Overdrive und Bermuda.

Hinzu kommen die UAD-Klassiker 1176 Compressor/Limiter (LN/SE Legacy), Teletronix LA-2A Opto-Compressor, die Pultec Passiv-EQ Sammlung (Legacy und Passive EQ Collection) sowie das „olle“ Precison Channel Bundle inklusive EQ, Reverb und Delay. „Allet wat de so brauchst“, sozusagen. Mehr Infos zu den einzelnen Plug-ins und wieviel DSP-Power sie belegen, findet ihr hier in dieser Übersicht auf der Herstellerseite.

UA Console

Der DSP-Mischer für das Arrow ist wie bei allen Universal Audio Interfaces sehr gut durchdacht und bietet eine wirklich hohe Funktionalität. Sämtlich UAD2-Plug-ins lassen sich hier insertieren und somit zum Monitoren oder Recorden nutzen. Send-Busse und virtuelle Wege gibt es ebenfalls. Man kann also unkompliziert zwischen DAW und Console routen. Alle UAD2-Plug-ins lassen sich auch wie gewohnt in der DAW der Wahl nutzen. Bis zu vier Inserts lassen sich jeweils in den Kanalzügen und auch den Sends nutzen. Alle Slots lassen sich aber nur bedingt belegen, weil die UAD2-Plug-ins den Solo DSP des Arrows unterschiedlich stark ausnutzen. Eine Version mit noch mehr DSPs ist aktuell nicht vorgesehen.

Das Wichtigste ist an Bord

Schauen wir uns zum Schluss noch die Rückseite an. Hier sind die beiden Combo-Buchsen sowie der Main-Out auf 6,35 mm TRS und ein USB-C Anschluss für die Thunderbolt-3-Verbindung zu finden. Und der Vollständigkeit halber nochmal: Vorderseitig ist noch ein Instrumenten-Eingang, welcher den Preamp 1 zugeordnet wird, und auch ein Stereo-Kopfhörerausgang – beide auf großer Klinke. Der Kopfhörer ist getrennt adressierbar, besitzt also seine eigenen Wandler. Damit wäre alles an Bord, was man zum unkomplizierten Recording unterwegs benötigen könnte.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • hochwertige Verarbeitung
  • eingebaute UAD-2 DSPs
  • gutes Bedienkonzept
  • flexible Preamps
  • sehr guter Klang

  • nur UAD-2 Solo Core verfügbar
  • Thunderbolt-3-Kabel nicht inklusive

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