Bass
Test
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09.04.2019

Vergleichstest Bass-Plektren

"Welches Plektrum für E-Bass soll ich kaufen?"

Testmarathon - 14 Plektren für Bass im Direktvergleich

Welches Plektrum passt zu mir? Welches Plektrum soll ich kaufen? Was muss ich wissen, wenn ich das passende Plektrum für mich suche?

Das Plektrumspiel erlebt in Bassistenkreisen derzeit eine gewisse Renaissance, ausgelöst vor allem durch den US-Bassisten Bobby Vega. Im Fahrwasser des 1956 geborenen Bassisten aus San Francisco treten aber derzeit auch neue Spieler wie Cody Wright auf den Plan, die mit ihrer beeindruckenden Technik und ihrem funky Stil dem Plektrum (lateinisch), Plektron (griechisch) oder Pick (englisch) eine neue Fanschar bescheren.

Plektrum ist "Bäh"? Von wegen!

Obwohl wir in Deutschland mit Bassisten wie Hellmut Hattler, Wolfgang Schmid oder Peter Sonntag auch seit Jahrzehnten über herausragende Plektrumbassisten verfügen, galt das Plektrumspiel in gewissen Bassistenkreisen lange als "unfein". Wer etwas auf sich hielt, der spielte gefälligst à la Jaco Pastorius mit den Fingern oder übte Slappen wie Mark King oder (später) Victor Wooten. Plektrumbass, so waren sich damals die "Gelehrten" einig, war im Grunde etwas für grobmotorische Punk-Basser, denen es mehr um ihr Image als um das Instrument ging. Zum Glück sind diese Zeiten vorbei! Das Pickspiel steht heutzutage oftmals bei der jungen Generation als eigenständige Spieltechnik gleichberechtigt neben anderen, wie dem Pizzicato- und dem Slapspiel.

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Tatsächlich sind die "Zupflümmel" (diesen Begriff gibt es tatsächlich!) in bestimmten Stilistiken schlicht auch die beste Wahl. Wer dabei jetzt nur an Heavy Metal oder Punk denkt, der lasse sich eines Besseren belehren: Bereits der selige Bert Kaempfert-Bassist Ladi Geisler erfand Ende der 1950er-Jahre den legendären "Knackbass"-Sound mithilfe eines Plektrums. (Die Tatsache, dass Geisler Gitarrist war, wird hierbei hilfreich gewesen sein!)

Die besagten Bass-Heroes Hattler und Schmid traktierten ihre Instrumente schon in den 1970er-Jahren auf eine sehr virtuose Art in einem jazzy/funky Kontext. Der Aachener Peter Sonntag schippert als "roter Pirat" ebenfalls schon seit Jahren über die stürmischen Meere des Crossovers und verarbeitet eine Vielzahl unterschiedlichster musikalischer Genres. Carles Benavent aus Spanien spielte von 1980 bis 2001 gar Flamenco-Bass mit Plektrum in der Band von Paco de Lucia. Der Brite Chris Squire (leider diese Woche 67jährig verstorben!) war jahrzehntelang als Bassist von YES bekannt für feinsten Progrock, wobei er mit dem Plek vor allem seinen Rickenbacker-Bass kunstvoll beackerte. Und sein Landsmann Colin Hodgkinson brilliert seit 1966 in Blues-, Jazz- und Rockformationen. Besonders bekannt ist der als "The Bomber" bekannte Hodgkinson aber für sein ausgefuchstes, gitarristisch-virtuoses Akkordspiel auf dem Bass - und eben mit dem Plektrum!

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Und dann - ja, dann trat ER vor einigen Jahren auch hierzulande ins Bewusstsein der tieftönenden Zunft: Bobby Vega! Genau genommen ist der in San Francisco geborene Tieftöner schon seit Jahrzehnten aktiv, und zu seinen Brötchengebern zählten Künstler und Bands wie Sly Stone oder Tower Of Power. Aufgrund einiger glücklicher Umstände wird dem heute 59jährigen seit einigen Jahren nun endlich auch weltweit die Aufmerksamkeit zuteil, die er schon lange verdient hat. Auf Youtube findet man haufenweise Sehenswertes von und mit Vega, und auf internationalen Bass Days und Workshops ist der sympathische Bassist ein gern gesehener Dozent.

Verschiedene Materialien sorgen für unterschiedliche Plektrum-Sounds

Von "dem Plektrum" als solches zu sprechen, ist im Grunde genommen eine grobe Vereinfachung: Plektren gibt es in den unterschiedlichsten Stärken, Größen, Materialien, Härtegraden, Farben (sowieso) und, und, und... Dass sich unterschiedliche Beschaffenheiten irgendwie auch auf den Klang auswirken müssen, liegt eigentlich auf der Hand. Aber kann man diese Unterschiede tatsächlich hören? Klingt ein dünneres Plättchen auf dem Bass tatsächlich ganz anders als ein dickeres? Oder eines aus Holz anders als eines aus Nylon?

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Mit diesen Fragen im Kopf wurde bei uns in der Redaktion die Idee geboren, einmal einen großen Vergleichstest zu organisieren. Ausgang: ungewiss - uns trieben hierbei Wissensdurst und Experimentierfreude an! Im Handumdrehen bestellten wir einen ganzen Haufen verschiedener Picks "frei nach Schnauze" im Onlineshop eines großen Musikhauses und machten uns an die Arbeit.

Infos zum Testinstrument, Testablauf etc.

Nachfolgend stellen wir euch Picks aus verschiedenen Materialien in unterschiedlichen Härtegraden, Durchmessern und Formen vor, die wir in Sachen Handling und Klang kurz beschreiben möchten. In den Klangbeispielen könnt ihr euch selbst ein Bild vom Sound der Plektren machen. Als Testbass fungierte mein 1978er Fender Precision Bass mit Ahorngriffbrett.

Nachdem ich meine ersten Klangbeispiele eingespielt hatte, bei denen ich pro Beispiel von Akkorden zu Single Notes mit einer sich dynamisch langsam verändernden Range von pp (pianissimo = sehr leise) nach ff (fortissimo = sehr laut) und wieder zurück gewandelt bin, bin ich im zweiten Anlauf dazu übergegangen, vollkommen andere Beispiele einzuspielen. Da wir hier zu weiten Teilen von minimalen klanglichen Unterschieden aufgrund von unterschiedlichen Obertonstrukturen (den sogenannten "Formanten") sprechen, stellte sich heraus, dass sich verändernde Parameter im Anschlag die Unterschiede eher verschleierten, als dass sie sie hervortreten ließen.

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Die Soundbeispiele, die ihr im folgenden Teil des Tests hört, beinhalten daher nur durchgehende Achtel, die mit dem Plektrum relativ leise an immer derselben Stelle genau mittig zwischen der Brücke und dem Preci-Pickup gespielt wurden. Die Strings wurden mit einem leicht angewinkelt gehaltenen Pick angeschlagen, damit immer auch ein wenig Kratzen ("Scratch") am Anfang der Töne zu hören ist, wenn das Plektrum über die Roundwound-Basssaiten reibt.

Am Ende der Beispiele hört ihr außerdem noch einen zweimal kraftvoll angeschlagenen Powerchord (nicht erschrecken bitte!), bei dem ihr Lautstärkeunterschiede heraushören könnt, die z.B. durch verschiedene Plektrumstärken hervorgerufen werden.

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Für den Test habe ich einen sehr sauberen und unverfälschten Sound gewählt. Das Basssignal wurde daher nicht angezerrt oder komprimiert - auch Normalizing und nachträgliches EQing fand nicht statt, damit ihr die subtilen Lautstärkeunterschiede der einzelnen Pleks gut hören könnt. Da viele der Unterschiede nicht wirklich groß sind, empfehle ich unbedingt, Kopfhörer zu benutzen.

Noch etwas: Natürlich ist es vollkommen unmöglich, alle auf dem Markt erhältlichen Plektren vorzustellen! Nehmt es uns deshalb bitte nicht übel, wenn ihr in diesem Test bestimmte Plättchen vermisst. Teilt uns und anderen bonedo-Besuchern gerne in den Kommentaren eure Erfahrungen mit unterschiedlichen Picks mit. Vielleicht habt ihr ja für den einen oder anderen bonedo-Besucher den ultimativen Plektrum-Tipp parat - nur her damit!

So, nun aber viel Spaß beim Abtauchen in unseren großen Vergleichstest!

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