Hersteller_Waldorf
Test
3
06.02.2020

Fazit
(4 / 5)

Waldorfs Kyra ist ein innovativer Synthesizer, der den haptischen Zugriff auf eine Vielzahl von Klangparametern mit einer leistungsfähigen VA-Engine verknüpft. Er bietet ein weites Spektrum an klanglichen Möglichkeiten und empfiehlt sich dank üppigem Programm-Speicher, reichlich Einzelausgängen und haptischen Zugriffsmöglichkeiten sowohl für Studio- wie auch Live-Szenarien. Er ist allerdings nicht trivial zu bedienen und die Parametrisierung (Stichwort: Stufen-Interpolation) darf von Waldorf im Zuge eines Updates gerne noch optimiert werden. Und trotz der vielen physischen Drehregler ist und bleibt das Benutzerinterface ein Hybrid aus manuellem und digitalen Zugriff – sprich: Eintauchen in Menüstrukturen und Navigieren mit Cursor- und Value-Tasten ist hier unerlässlich, wenn man tiefer in die Synthese- und Modulationsmöglichkeiten vordringen will. Und lässt man mal den psychologisch-spirituellen Faktor an einer „echten“ Hardware zu sitzen mal außer Acht, muss man sich bei der Kaufentscheidung schon die eher nüchterne Frage stellen, ob einem die FPGA-Generierung von Klängen am Ende die rund zweitausend Euro wert ist, die man ausgeben muss, um sich Kyra ins Studio zu holen. Vielleicht bin ich persönlich durch die Verwendung von Plug-Ins schon ein bisschen „verdorben“ und kann mich nicht mehr ganz unvoreingenommen der kontemplativen Hardware-nahen Arbeit hingeben, aber spätestens wenn es im Menü von Kyra um das Auswählen von Wellenformen geht, wünsche ich mir von Waldorf dann doch noch einen externen Editor, der das Blättern in den Auswahllisten erleichtert. Das konzeptionelle Vorbild von Kyra, der Access Virus, kann damit jedenfalls aufwarten. Grundsätzlich ist der Kyra ein toller eigenständiger Synthesizer, den man sich auf jeden Fall näher anschauen sollte.

  • Pro
  • Flexible Klangarchitektur
  • Mächtiger Hypersaw-Modus
  • Echte Stereo-Klänge möglich
  • Viele Parameter im Direktzugriff
  • Multimode inklusive USB-Audio aller Parts
  • Contra
  • Workflow stellenweise inkonsistent
  • Teilweise physisch lange Menü-Wege
  • Gelegentliches „Nachziehen“ der Parameter, beim schnellen Loslassen von Potis.
  • Hörbare Stufung einiger Parameter beim Editieren
  • Features
  • 128-stimmiger Virtual analoger Synth mit 8 Parts
  • 2 primäre virtuelle Oszillatorengruppen pro Stimme: Saw, Pulse, Noise und Wave mit 4.096 Wellenformen
  • 2 unabhängig verstimmbare SUB- Oszillatoren mit 4 Wellenformen und 2 wählbaren Oktaven
  • Hard Sync, Ringmodulation und FM zwischen Oszillatorgruppe 1 und 2 möglich
  • 3 LFOs mit 128 Waveforms
  • LFOs können zur MIDI Clock synchronisiert werden
  • Arpeggiator mit 128 voreingestellten Patterns und den Modi Up, Down, Random und Chords
  • 2 Filter mit je 12 oder 24 dB als LP/BP/HP konfigurierbar
  • 3 schnell ansprechende ADSR Hüllkurvengeneratoren
  • Speicherverwaltung: 26 Bänke mit je 128 Speicherplätzen, Bank 1-7 kann zum Speichern eigener Sounds verwendet werden
  • Audiointerface überträgt mit bis zu 24bit/96kHz alle 8 Parts (16 Spuren)
  • 256x64 pixel OLED
  • 8 symmetrische Ausgänge: 6,3 mm Klinke
  • Stereokopfhörerausgang
  • MIDI In/Out/Thru: 5-pin DIN
  • USB 2.0 für MIDI und Audio
  • Abmessungen (B x T x H): 440 x 305 x 85 mm
  • Gewicht: 5,7 kg
  • Preis
  • Waldorf Kyra: Ca. 2.089 € (Straßenpreis, Stand: 06.02.2020)

Weitere Informationen zu diesem Produkt gibt es auf der Webseite des Herstellers.

Veröffentlicht am 06.02.2020

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Flexible Klangarchitektur
  • Mächtiger Hypersaw-Modus
  • Echte Stereo-Klänge möglich
  • Viele Parameter im Direktzugriff
  • Multimode inklusive USB-Audio aller Parts

  • Workflow stellenweise inkonsistent
  • Teilweise physisch lange Menü-Wege
  • Gelegentliches „Nachziehen“ der Parameter, beim schnellen Loslassen von Potis
  • Hörbare Stufung einiger Parameter beim Editieren

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