Gitarre Hersteller_Wampler
Test
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18.05.2020

Wampler Euphoria Test

Overdrive-Pedal für E-Gitarre

Legendensound fürs Board

Beim Wampler Euphoria der gleichnamigen amerikanischen Pedalschmiede handelt es sich um Brian Wamplers Interpretation der Dumble-Thematik, jenes legendären Verstärkers, der von so erlauchten Händen wie denen von Larry Carlton, Robben Ford oder John Mayer zum Klingen gebracht wird. Die Idee ist nicht ganz neu und das große Soundvorbild so ikonisch, dass sich naturgemäß auch andere Hersteller wie Hermida mit dem Zendrive oder J.Rockett mit dem Dude Overdrive aufgemacht haben, den legendären Boutique-Amp auf Pedalgröße zu schrumpfen und den charakteristischen Mitten-"Bloom" einzufangen.
Das Euphoria-Pedal, das früher auf den Namen Ecstasy hörte und wegen der Namensähnlichkeit zum Bogner Ecstasy-Amp umbenannt wurde, erweist sich gegenüber den Konkurrenzprodukten als extrem flexibel. Grund dafür sind je ein zusätzlicher Tone- und Bassregler, die mit Gain und Volume zusammen sehr interaktive Eingriffsmöglichkeiten in den Klang bieten. Eine Kombination, die neugierig macht und in Sachen Sound und Authentizität gründlich durch die Mangel gedreht werden soll.

Details

Gehäuse/Optik

Der Wampler Euphoria kommt in einem Metallgehäuse mit den Maßen 124 x 66 x 56 (L x B x H) in einer Metallic-glitzernden "emerald green"-Lackierung. Verarbeitung und alle Bedienelemente wirken extrem hochwertig und robust, genau so, wie man es bei einem Boutique-Pedal erwartet.
In der vorderen Pedalhälfte befinden sich vier weiße Kunststoffpotis, die dank ihrer schwarzen Markierungen sehr gut ablesbar sind, und mitten zwischen ihnen ein Dreifach-Kippschalter zum Umschalten der Modi. Direkt dahinter wartet der klickfreie Softswitch auf das Aktivieren des Pedals, was von einer blauen LED in der Pedalmitte angezeigt wird.

Die Anschlüsse sind alle stirnseitig vereint, verschraubte In- und Outputs im 6,3 mm Klinkenformat und in deren Mitte der Anschluss für ein optional erhältliches Netzteil. Dieses kann das Pedal mit Spannungen zwischen 9 und 18V füttern und muss 8 mA im 9V-Betrieb und 15 mA im 18V-Betrieb liefern.
Die Bodenplatte ist mit vier Kreuzschrauben am Gehäuse arretiert und verbirgt das Pedalinnere sowie den Anschluss für eine 9V-Batterie. Falls die Batterieenergie sich dem Ende neigt, wird dies durch ein dreimaliges Blinken der LED signalisiert.

Bedienung

Die Website wirbt mit der Angabe, dass es sich beim Euphoria um einen transparenten, natürlichen Overdrive handelt, und bis zu einem gewissen Grad stimmt das auch. Allerdings bietet das Pedal sehr wohl die Möglichkeit, die typische Dumble-Färbung und auch ein großzügiges Equalizing zu realisieren.
Hierzu stehen dem User vier Potis zur Verfügung, nämlich Gain für die Verzerrung und Volume für die Lautstärke. Das Equalizing übernimmt zum einen der Tone-Regler, der hinter der Verzerrereinheit platziert wurde. Dieses Tone-Poti kann beim Euphoria eigentlich als Höhenregler begriffen werden, denn eine Stellung bei ca. 9 Uhr entspricht Unity Treble, und ab hier nehmen die Präsenzen im Uhrzeigersinn zu.
Auch der Bassregler arbeitet aktiv, ist allerdings noch vor der Gainstage angesiedelt. Hier wäre tatsächlich die Minimalstellung Unity Bass, denn das Aufdrehen des Reglers addiert die Bässe zusätzlich zum Grundsound.
Alle Potis arbeiten, wie bei ähnlichen Dumble-Style-Pedalen, z.B. dem Zendrive, extrem interaktiv. So hat der Tone-Regler auch Einfluss auf die empfundene Lautstärke und der Bassregler auf den Zerrgrad. Gain und Volume sollten ebenfalls im Verbund getweakt werden. Besondere Vorsicht ist beim Basspoti angebracht, denn hier kann ein zu weites Aufreißen zu einem extrem mumpfigen und fuzzigen Klangergebnis führen. Sinnvoll wäre zum Kennenlernen die Minimalstellung und dann von dort ein langsames Hocharbeiten bis zum gewünschten Sound.

Im Unterschied zu vielen Konkurrenzpedalen hat das Euphoria jedoch neben den vier Potis noch weitaus mehr zu bieten, denn zur Auswahl stehen drei Clipping-Modi bzw. Gain-Stages , die über den Kippschalter anwählbar sind. Der Smooth-Mode ist ein warmer Overdrive und kommt dem Dumble-Klang am nächsten, wobei der Grundsound in dieser Stellung sehr reichhaltig, kraftvoll und mit einem starken Sustain ausgestattet ist. Der Open Mode ist ein extrem klarer, transparenter Overdrive mit wenig Färbung und viel Anschlagsdynamik.
Im Crunch-Modus hingegen werden die meisten Gainreserven bereitgestellt, allerdings ist dieses Setting auch am wenigsten offen und komprimiert stärker.
Das Euphoria besitzt übrigens eine True-Bypass-Schaltung.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Sounds von Blues bis Hardrock
  • beispielhafte Natürlichkeit und Transparenz
  • herausragende Dynamik
  • extrem große Flexibilität

  • keins

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